Die Kunst des Faltens und Findens

+
Julia Keller und Thomas Stoll zeigen erstmals ihre Werke bei „Kunst zwischen der Kerb“. Thomas Stoll und Julia Keller sind zwei von über 40 Kreativen, die ihre Werke im September in der Münsterer Kulturhalle präsentieren.

Münster - „Das Schöne an Kunst zwischen der Kerb ist, dass bei unserer Ausstellung Menschen dabei sind, die von Anfang an zum Künstlerkreis gehören und dass wir gleichzeitig auch immer wieder neue Künstler haben, die zur Vielfalt der Schau beitragen“, freut sich Lore Heckwolf vom Künstlertreff.

Jeden ersten Dienstag im Monat betreut sie ihre kreativen Schäfchen. Sowohl der regelmäßige Stammtisch der Kunstschaffenden als auch die Ausstellung „Kunst zwischen der Kerb“ werden von der Gemeinde mit Rat und Tat unterstützt. „Wir kümmern uns um die Abläufe vor Ort, laden neue Künstler zur Ausstellung ein und packen mit an, wenn es um praktische Dinge wie Auf- und Abbau der Kunstschau geht“, erzählt Gemeindemitarbeiterin Nicole Ewig, die seit einigen Jahren für die vielfältige Ausstellung zuständig ist. Ob Malerei, Patchwork, Schmuck, Fotografie, Teddybären oder Seifen – es gibt allerhand zu sehen in der Kulturhalle. Immer mehr Künstler aus dem Umkreis der Gersprenzgemeinde fühlen sich von der stets gut besuchten Schau angezogen und so sind auch in diesem Jahr wieder einige Neuzugänge zu verzeichnen, darunter Thomas Stoll aus Griesheim und Julia Keller aus Rödermark. „Wir sind froh, mit dabei sein zu dürfen und freuen uns schon sehr darauf, einem breiten Publikum unsere Werke zeigen zu können“, sind sich die beiden einig. Stoll, der mit Tangrami eine eher seltene Kunstform vertritt, ist durch einen Schicksalsschlag zu seinem Hobby gekommen: „Ich hatte einen schweren Unfall und die Ärzte rieten mir, etwas zu tun, was mit Geduld und Konzentration zu tun hat. Ihr Tipp, Kampfsport zu machen, kam für mich nicht in Frage, so habe ich mich für die Kunst des Papiersteckens entschieden.“

Tangrami unterscheidet sich von Origami, denn bei dieser kreativen Tätigkeit werden Papiere zunächst zu Dreiecken gefaltet, danach werden diese zu Figuren zusammengesteckt, nur in den seltensten Fällen wird Klebstoff verwendet. Vom kleinen Skorpion mit 64 Teilen bis zu einer Nachbildung des Altenpflegeheims, in dem Stoll Kurse für Senioren gibt, mit 24 000 Teilen, sind alle erdenklichen Größen und Formen machbar. „Auf meiner Homepage ist ein Einblick in diese Kunstform zu sehen. Neben meinem Greifvogel mache ich auch Valentinsgeschenke, Segelschiffe, Osterdekorationen oder Hochzeitsschwäne“, sagt Stoll. Ganz anders ist die Herangehensweise von Julia Keller: Sie bringt ihre Kunstwerke aus dem Wald mit. „Ich begeistere mich für Findlinge“, lacht die fröhliche Mutter dreier erwachsener Söhne und erzählt: „Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, finde ich immer wieder Hölzer, die ich sofort mit etwas assoziiere, sei es der Kopf eines Ziegenbocks, eine Hand oder ein Fledermauspaar. “ Neben den Findlingen zeichnet Keller filigrane Aquarelle, die vom Porträt über Stillleben bis hin zu Herbstlandschaften ein breites Spektrum abdecken. „Ich bin in ganz vieler Hinsicht kreativ, bemale auch Steine oder gestalte Magnetwände. Für mich ist Kunst ein Prozess, an manchen Werken male ich immer weiter, sie brauchen ihre Zeit.“

Keller ist froh, als Neuzugang im Künstlerkreis gleich gut aufgenommen worden zu sein: „An einer Ausstellung teilzunehmen ist das eine, sie aktiv mit gestalten zu können, das andere. Mir macht es großen Spaß, meine Ideen einzubringen und hier werde ich auch gehört. So entsteht die Ausstellung mit der Erfahrung derjenigen, die schon viele Jahre dabei sind und es kommen die Ideen der neuen Teilnehmer dazu, das ist eine gute Mischung“, findet Keller und hat sich schon den Termin für den nächsten Künstlerstammtisch am Dienstag, 5. August, 20 Uhr, im Cafe Kulturterrasse vermerkt.

(ses)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare