„Kunst zwischen der Kerb“

Allerlei kreative Stückchen

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41 Teilnehmer präsentieren ihre Arbeiten bei der „Kunst zwischen der Kerb“ in der Kulturhalle. Witzig gestaltete Buttons gehören zur bunten Palette an Künstlerischem.

Münster - Den zeitlichen Raum zwischen zwei Heimatfesten haben die Kunstschaffenden der Gemeinde für sich entdeckt. Am Freitagabend wurde die 14. Auflage von „Kunst zwischen der Kerb“ feierlich eröffnet. Von Ursula Friedrich 

Die Kulturhalle war wie von Wichtelhand in eine riesige Ausstellungsfläche verwandelt worden, die 41 Teilnehmer mit einer Fülle kreativer Ergebnisse aus ihren Werkstätten, Malateliers und Nähstuben belebten.

„Kunststückchen“, das Motto der diesjährigen Veranstaltung galt es für den Künstlerkreis mit Leben zu füllen. „Kreative Leute sind faszinierend. Ihre Werke erzählen eine wunderbare Geschichte“, sagte Gerald Frank, Bürgermeister in spe. Walter Blank durfte als amtierendes Gemeindeoberhaupt noch einmal die Ausstellung eröffnen - das letzte Mal in Funktion des Bürgermeisters. Er bedankte sich bei den Teilnehmern, von denen viele zum wiederholten Male dabei sind, um mit phantasievollen und kreativen Schöpfungen das Auge des Betrachters zum bunten Fest zu laden.

Schmuck, Porzellanmalerei, Glasarbeiten, knuffige Teddybären, Papierkunst, Stoffexperimente und vieles mehr boten Besuchern eine umfangreiche Entdeckungsreise. Modernes und Experimentelles fanden hier ihren Platz genauso wie die nostalgische Puppenwerkstatt und die muntere Bärenausstellung. Auch sozialkritisch, ja sogar politisch, wurde es mitunter. Die Künstlerin Yildiz Birsen versteht sich mit ihren großformatigen Bildern als Botschafterin: „Ich kämpfe gegen den Missbrauch an Frauen“, erzählt sie, die aus der Türkei stammt und seit einigen Jahren in Münster lebt. Mit Pinsel, Leinwand und Farbe prangert die junge Kurdin die Ungleichbehandlung von Frauen, Zwangsehe und sexuellen Missbrauch an. Wer durch die weitläufige Ausstellung streifte, nahm Teil an Geschichten, Erlebnissen und Schöpfungsprozessen.

Bilder der Kerb in Münster

Kerb und Umzug in Münster

Kunst zwischen Kerb machte auch Laune, selbst kreativ zu werden. Am Wochenende machten zahlreiche Teilnehmer die Kulturhalle zur Live-Bühne und ließen sich beim Produzieren über die Schulter gucken. „50 Prozent unserer Teilnehmer kommen aus Münster“, sagte Lore Heckwolf, zum zehnten Mal Organisatorin von „Kunst zwischen der Kerb“ - die übrigen Künstler reisen mit ihren Schätzchen aus der Region an. Wichtig sei, Besuchern stets etwas Neues zu bieten, sagte Heckwolf. Um eine attraktive Veranstaltung zu bieten, tüfteln Aktive und Künstler bei den regelmäßigen Künstler-Stammtischen schon Monate im voraus. Diesmal ist mit der 14. Ausstellung wieder eine facettenreiche Veranstaltung gelungen, die schönen Künsten zwischen der Kerb in Münster und dem Traditionsfest in Altheim im Oktober eine Bühne bietet. Nur, dies dämmert auch dem unbedarften Zeitgenossen, ist die Ausrichtung des Künstlermarktes kein Kunststückchen, sondern ein großer Kraftakt.

Quelle: op-online.de

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