Bau dennoch ungewiss

Höchste Priorität für Kunstrasen

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Wer - wie am vergangenen Sonntag Christian Hippe (blau, SV Münster II) - auf dem nicht mehr zeitgemäßen Tennenplatz des SVM auf dem Hosenboden landet, trägt des Öfteren Schürfwunden und blaue Flecken davon. Ob an diese Stelle ein Kunstrasen tritt, bleibt aber ungewiss.

Münster - 2014 wird der SV Münster 95 Jahre alt. Dann, so lautete die ursprüngliche Hoffnung beim Verein vom Mäusberg ursprünglich, könnte statt auf dem unangenehm zu bespielenden Tennenplatz auf einem modernen Kunstrasen gekickt und die beiden Naturrasen-Felder attraktiv ergänzt werden.

 Dass dieser Zeitplan nicht mehr eingehalten werden kann, ist inzwischen klar. Wegen der Münsterer Gedankenspiele zum Bau eines neuen Sportzentrums, der Wohnbebauung des vom SVM in Erbpacht bewirtschafteten Geländes und der Umsiedlung des Vereins sind die Kunstrasen-Pläne derzeit auch an sich ungewisser denn je. Und das, wo der SVM seitens des Landkreises Darmstadt-Dieburg jüngst sehr erfreuliche Nachrichten erhielt.

„Uns ist in einer Prioritätenlisten-Meldung mitgeteilt worden, dass wir für 2014 mit unserem Kunstrasen-Projekt von Platz zwei auf Platz eins gerückt sind“, sagt SVM-Vorsitzender Martin Peußer. Was etwas sperrig klingt, heißt plastischer: Der Landkreis erachtet das Vorhaben des SVM als äußerst förderungswürdig, stellt es über vergleichbare infrastrukturelle Vorhaben im Darmstädter und Dieburger Land. „Gut, dass wir unser Vorhaben schon 2012 eingereicht haben“, meint Peußer. In diesem Jahr stand noch ein andere Projekt vor dem in Münster, das ist nun aber abgearbeitet.

Das Ranking des Kreises ist für den SVM insbesondere mit Blick auf die Unterstützung durch das Innenministerium Hessens wichtig. Aus Wiesbaden erhofft sich der Verein den größten Zuschuss für sein Vorhaben. Insgesamt dürfte das Projekt rund eine halbe Million Euro kosten. Einen mittleren fünfstelligen Betrag würde dabei wohl der Landkreis zuschießen, einen mittleren fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Betrag erhofft sich der SVM auch von der Gemeinde. Zudem würde der Verein einen Kredit in sechsstelliger Höhe aufnehmen.

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Wegen eingangs erwähnter Unwägbarkeiten rollen in absehbarer Zeit aber noch keine Bagger. Am Montag tagt der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Münsterer Gemeindeparlaments. Dort beraten sich die Abgeordneten auch über das Thema Sportzentrum, sprechen womöglich auch über einen Planungsauftrag. Ein Arbeitskreis, dem auch SVM-Vertreter angehörten, nahm zuletzt die ursprünglichen Planungen und Kalkulationen eines Stuttgarter Unternehmens unter die Lupe, fand wohl immenses Einsparpotenzial gegenüber den zunächst genannten Beträgen. Das Kunstrasen-Projekt wird mit den nächsten Entscheidungen über ein neues Sportzentrum stehen oder fallen.

Nägel mit Köpfen gemacht hat der SVM unterdessen bei der Pflege seines Naturrasen-Großfelds und -Kleinfelds. Über ein Mietkauf-Modell hat der Verein einen Mähroboter angeschafft, der auf einem System mit zwei Schleifen basiert und täglich das Grün um wenige Millimeter stutzt. „Der Rasen bleibt so immer gleich hoch und sorgt für seinen eigenen Dung“, erläutert Peußer. Zudem werde der Platzwart sehr entlastet. 

(jd)

Quelle: op-online.de

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