Nach Kooperation mit Landesverband für Legasthenie

Bücherei bekommt Hessischen Leseförderpreis

+
Vollbepackt mit Literatur: Anja Christ (links) und Münsters Büchereileiterin Jasmin Frank holen sich stets Impressionen und Ideen – wie hier von der Buchmesse – ins Storchenschulhaus und setzen sie auch um.

Münster - Eine Fachjury hat das Team der Bücherein um Leiterin Jasmin Frank mit einem Preisgeld von 15.000 Euro bedacht.

„Ein löblich’ Tun wird allweil sich vermehren, sofern wir‘s wacker preisen und verehren.“ So reimte schon der Nürnberger Schumacher und Meistersinger Hans Sachs im 16. Jahrhundert. Das sieht das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst genauso: Es lobt jährlich ein Preisgeld von mittlerweile insgesamt 15.000 Euro aus. Eine Fachjury entscheidet darüber, welches Leseförderprojekt gewinnt. Und bedenkt nun Münster mit dem Segen.

„Wir sind alle überglücklich“, strahlt Büchereileiterin Jasmin Frank und fügt hinzu: „Mit ‚allen’ meine ich das ganze Team: Meine Kolleginnen hier in der Bücherei, unsere engagierten ehrenamtlichen Lesepaten, die Lesekinder und ihre Eltern, unsere Träger, die Gemeinde Münster und die Pfarrgemeinde Sankt Michael und meine Mitorganisatorin vom Landesverband für Legasthenie und Dyskalkulie Hessen (LVL) Heike Unterleider.“

So viel Freude ist verständlich: Die Auszeichnung mit dem Hessischen Leseförderpreis ist eine große Anerkennung für das Konzept der Büchereien Münster und Altheim, die sich als moderne und offene Institutionen mit einem abwechslungsreichen und kompetenten Programm und einer ebensolchen Ausstattung an Medien verstehen. „Mitten in Münster“, lautet das Motto, doch längst ist die Bücherei Münster Anlaufstelle für große und kleine Leser aus der gesamten Umgebung geworden, insbesondere die Vortragsreihe, die das Lesepatenprojekt „Lies dich fit - wir machen mit!“ flankiert, wird von Fachkräften aus der gesamten Region frequentiert.

Für Donnerstag, 31. Oktober, um 20 Uhr, lädt die Bücherei zu einer Fachmesse Lesen, Lernen und Rechnen ins Storchenschulhaus ein. „Der Eintritt beläuft sich auf vier Euro, die als Investition für gleich vier Fachreferentinnen gut angelegt sind“, freut ich Heike Unterleider über die gute Resonanz der Vortragsabende. Auch das Lesetraining selbst ist gut besucht, es richtet sich an Schulkinder jeden Alters, die ihre Lesekompetenz weiter ausbauen möchten. Willkommen sind Kinder mit Legasthenie oder Leserechtschreibschwäche, Jungen und Mädchen, die die deutsche Sprache noch nicht flüssig beherrschen oder Schüler und Schülerinnen, die aus anderen Gründen das Lesen noch trainieren können. „Mit den Lesepaten können wir uns ganz individuell um die Kinder kümmern, die passende Lektüre haben wir natürlich auch, zudem werden Kinder aus Eppertshausen abgeholt.“

Diese besondere Förderung des Projekts, das an jedem dritten Donnerstag in der Bücherei Münster um 16.30 Uhr gehalten wird, wurde von der unabhängigen Jury erkannt, denn die Vergaberichtlinien des Preises lauten: „Bei den eingereichten Projekten soll es sich um Initiativen handeln, die im Bereich der Leseförderung durchgeführt wurden und die über den Rahmen der allgemeinen Bibliotheksarbeit hinausgehen. Hierzu zählen insbesondere alle Projekte, durch die Kinder und Jugendliche erstmals an die Bibliothek herangeführt oder zum Lesen veranlasst werden. Darüber hinaus können alle Projekte eingereicht werden, mit denen die Einrichtungen neue Wege einer kreativen Leseförderung anbieten und die das Ziel haben, die jugendlichen Leser erneut und verstärkt an Bibliotheken oder an die Nutzung der Medien zu binden.“

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

Frankfurter Buchmesse 2013: Impressionen

„Wir sind sehr stolz darauf, im November die Auszeichnung gemeinsam mit drei anderen hessischen Büchereien entgegen nehmen zu können und hoffen, dass auch weitere Projekte die Unterstützung und Anerkennung von außen finden, denn gute Büchereiarbeit bedeutet immer auch ein starkes Team an Helfern“, erläutert Frank, die für die Bücherei Altheim im neuen Jahr auch eine besondere Vorlesereihe starten will: „Lesen und Lego!“ Diese soll sich an eher technisch interessierte Kinder zwischen fünf und acht Jahren richten, denn so sollen auch mehr Jungen in die Bücherei gelockt werden.

„Wir suchen deshalb noch Männer, die bereit sind, sich ein Mal pro Jahr zum Vorlesen zur Verfügung zu stellen. Toll wäre es, wenn Fußballtrainer, Orchesterleiter, Feuerwehrmänner oder andere Herren mit besonderen Berufen oder Hobbies mit von der Partie wären, die dann Geschichten aus ihrem Themenspektrum vorlesen. Im Anschluss können die Kinder Fragen zu den Berufen stellen und dann mit Lego bauen“, plant Frank. Interessenten können sich unter buecherei@muenster-hessen.de melden.

tm

Quelle: op-online.de

Kommentare