Des Landrats „spannender Tag“

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Bis zu den Sommerferien soll die Gersprenzhalle endlich fertig sein.

Münster - „Einen spannenden Tag" habe er in Münster verlebt, gesteht Landrat Klaus Peter Schellhaas bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Von Thomas Meier

Sie zieht er sich wegen des Themas „Beitritt oder kein Beitritt“ zum Breitband-Zweckverband des Kreises auch noch rein am langen Tag seiner Visite an der Gersprenz. Doch galt es vor den Gemeindevertretern auch zu berichten, nicht nur für den Zweckverband zu werben.

Schellhaas kann reden und will überzeugen. Dass er von sich überzeugt ist, kommt dabei von alleine rüber.

Die Besuchsrunde zu den 23 Kreiskommunen eröffnete der Landrat nicht von ungefähr in Münster, schließlich gibt es hier noch mehr Brennpunkte neben dem möglichen Versuch des Ausscherens aus der vorgeschlagenen Zweckverbandslinie. Als da noch wären die Dauerbaustelle Gersprenzhalle nebst dem mittlerweile auch heftig lauter werdenden Protest von den kommunalen Gremien, ein seit Jahren desolater Bürgersteig entlang der Kennedy-Schule in der Stettiner Straße und der Akteneinsichtsausschuss mit seinem internen Laptop-Verbot, zu dem der Landrat als übergeordnete Behörde Stellung bezogen hat. Und es gab mit dem Besuch der Firma Tek-nikhall Elektronik GmbH und seinen 60 Beschäftigten im Breitefeld auch einen entspannten Besuchspunkt.

Er greife mit der Kreisbereisung eine nette Tradition seiner Vorgänger auf, sagte Schellhaas, die er allerdings wesentlich effektiver und sinnvoller zu gestalten gedenke. Besuchten Hans-Joachim Klein und Alfred Jakoubek nur in den Ferien mal kurz die Örtlichkeiten – laut Schellhaas „eher was für die Galerie“ –, so wolle er sich übers ganze Jahr hinweg jeweils eine Kommune für einen Besuchstag vornehmen.

Zur seit weit über einem Jahr für Fußgänger gesperrten Bürgersteig-Buckelpiste an der Stettiner Straße – einer Gefährdung für die Schulkinder, über die unsere Zeitung im Januar 2012 ausführlich berichtete – sagte der Landrat, mit solcher Situation stehe Münster nicht alleine da. Andere Kommunen hätten Ähnliches. Eine denkbare Lösung sei hier die Einzäunung des Gehweges und die Errichtung eines Tores, sodass die Kinder direkt auf das Schulgelände gelangen könnten. Der Gemeindevorstand sei mit dieser Lösung nicht glücklich. Von Seiten der Gemeinde Münster bestehe eine denkbare Lösung darin, den Gehweg durch den Landkreis in Ordnung zu bringen, an die Gemeinde zu übertragen und sich mit dem Landkreis die hierfür anfallenden Kosten zu teilen. Ein Kostenvoranschlag rechne mit 140.000 Euro hierfür. Bei seiner Beobachtung vor Ort habe er bemerkt, dass die Straße doch ziemlich befahren sei. Vielleicht gebe es ja noch eine dritte Möglichkeit, sagt Schellhaas, schließlich liege ein Wohngebiet mit Nahversorgern in der Nähe. Man arbeite daran.

Was Berlin sein neuer Flughafen, ist Münster die alte Gersprenzhalle. Dieses Zitat aus der Offenbach-Post muss Schellhaas doch umgetrieben haben, denn er meinte vor den Gemeindevertretern, so schlimm sei es an der Gersprenz wohl nicht. Nun, vielleicht nicht so teuer, aber im Verhältnis sicherlich mindestens so ärgerlich.

So wollte der Landrat auch eher die Wogen nur glätten, als er um Verständnis bat. Er erinnerte ans Finanzen verschlingende Schulsanierungsprogramm, die neuen brandschutztechnischen Auflagen und weitere Unwägbarkeiten, die hier aufgetreten seien. „Hätten wir im Kreis nur noch zwei weitere solcher Baustellen, unser Haushalt würde Schiffbruch erleiden“, meinte Schellhaas. Gleichzeitig wandte er sich gegen jene Stimmen, die heute sagen, man hätte gleich abreißen und neu bauen sollen. „Keine Halle im Landkreis hat mehr Tribünenplätze als diese“, lobte er zudem die gute Bausubstanz. Er sei mit Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt über die Baustelle gegangen und mit ihr einer Meinung, dass nach langer Zeit dort letztlich etwas Gutes entstehe.

Quelle: op-online.de

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