Mit der Auszählung beginnt die Arbeit

Wahl-Nachwehen und erste Analysen

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Am Tag nach der Wahl: Münsters Rathausbedienstete Peter Harenberg, Sabine Roth, Clemens Laub und Anne Wenzel werten die Volksabstimmungen aus.

Münster/Eppertshausen - Dem Abend der langen Wahlauszählung folgte gestern der Tag der Auswertungen. In den Rathäusern beschäftigten sich die Bediensteten intensiv mit der 15 Punkte umfassenden Volksabstimmung. Doch auch die Zahlen und Ergebnisse der Landtagswahl wollten noch verarbeitet sein. Von Thomas Meier 

Vor der problematischen Briefwahlauszählung: In Eppertshausen wurden die 930 eingereichten Briefwahlen (von 960 beantragten) mehrfach ausgezählt, bis das Ergebnis am Sonntag kur vor 23 Uhr dann stimmte.

Lag Münster am langen Wahlabend mit seiner Ergebnismeldung an das Landeswahlamt in Wiesbaden mit 21 Uhr noch im guten Mittelfeld der Auszähler, so hatten diejenigen lange auszuharren, die auf Eppertshausens Ergebnis fieberten. Erst um 22.57 Uhr gingen die Zahlen der 3129 gültigen Stimmen von 3192 an die Urnen gegangenen Wähler und Briefwähler elektronisch aus dem Rathaus gen Landeshauptstadt. Woran es gelegen hat? „Im Briefwahlbezirk musste mehrfach ausgezählt werden“, berichtete gestern Bürgermeister Carsten Helfmann. Eine Stimme habe im Ergebnis zunächst stets entweder gefehlt oder war zuviel. Und dann wird eben solange gezählt und kontrolliert, bis alles stimmt. Immerhin holte dieses Missgeschick den Bürgermeister der kleinen Gemeinde im Wahlkreis 52 aus Darmstadts Centralstation vorzeitig nach Eppertshausen zurück, denn er wartete dort, wo alle Wahlergebnisse von Darmstadt und dem Landkreis zusammenliefen, freilich auch brennend auf das Zahlenwerk seiner Kommune.

So schwer sei ihm der Abschied bei den Heinern nicht gefallen, sagte Helfmann gestern. Zu viele Grüne hätten dort ihr Landesergebnis gefeiert, zu gedrückt war die Stimmung bei den Vertretern einstiger großer, nun zusammengeschrumpfter Volksparteien.

Landtagswahl 2018: Ergebnisse aus Münster

In beiden Kommunen ließen die „großen“ Parteien wie im Landestrend viele Federn. In Eppertshausen etwa rupfte es die CDU von noch 2013 stolzen 45-prozentigem Daunenkleid auf nunmehr 32,2 Prozent, die Sozialdemokraten rutschten von 28,4 Prozent auf der Wahlleiter auf 16,7 Prozent. Ähnlich das Bild in Münster, wo die CDU von 42,2 auf 30,2 und die SPD von 28,6 auf 16,3 Prozent schrumpften. Die Alternativen gelangten im CDU-regierten Eppertshausen auf 13,3 Prozent, im sozialdemokratisch gelenkten Münster auf 14,6 Prozent. Auch hier Landestrend: Bei der Wahlbeteiligung zeigen die kleinen Kommunen dem Land, wo der Bartl den Most holt: Landesdurchschnitt 67,6 Prozent, Münster 69,5 und Eppertshausen „reißt“ die 70-er Marke klar mit 71,1 Prozent. Das freute nicht nur den Demokraten Helfmann.

Landtagswahl 2018: Ergebnisse aus Eppertshausen

Die Polit-Profis und -Interessierte werden sicher noch ans Auswerten der Ergebnisse der einzelnen Wahllokale gehen. Auch wenn die Ortschaften klein sind, gibt es interessante Unterschiede. Etwa im kleinen Altheim, in dem beispielsweise die SPD im Wahllokal Kita mit 23,46 Prozent fast gleichauf mit der Union, 23,99 Prozent, lag. Im Schoeltzke-Haus hingegen waren die Sozen nur 17,17 Prozent der Wähler die Stimme wert, die Union kreuzten dort 26,55 Prozent an.

Die beiden Kommunen stellen die Ergebnisse ihrer Wahllokale zudem auf ihre Internetseiten, auf dass ein jeder sich seine eigene Analyse anfertigen kann.

Die Landtagswahl 2018 in Hessen in Bildern

Quelle: op-online.de

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