Pflanzen im Innenhof der Langsmühle

Blumenpracht erfordert viel Fleiß

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Hortensien in unterschiedlichsten Farben blühen im Hof.

Münster - „Blumen sind mein Hobby“, sagt Renate Lang – und wer ihren Hof in der Eduard-Vogel-Straße betritt, begreift, was sie damit meint. Von Fabian Sell

Die Blicke des Besuchers wandern in der Langsmühle über die vielfältige Flora, die ihn dort umfängt – von der Trichterwinde im kräftigen Lila, über Oleander und Hortensien bis hin zu exotischen Bananenbäumen. 30 Pflanzenarten baut die 72-Jährige an. Wie viele Pflanzen sie insgesamt pflegt? Das ist schwer zu sagen; wohl aber weiß sie, wie viel Zeit sie mit ihrem Hobby verbringt: etwa fünf Stunden täglich. Jener Hof, in dem ihre Pflanzen blühen, hat eine lange Geschichte. Bis 1954 war dort eine Mühle in Betrieb. Heute nutzt sie der Heimat- und Geschichtsverein für verschiedene Ausstellungen. Überdies war Renate Langs heutiger Mann Willi bis Ende der 60er-Jahre als Landwirt auf dem Hof tätig. Viel später – in den 90er-Jahren – renovierten Langs das Wohnhaus auf dem Hof. Als sie im Jahr 2000 fertig waren, ging Renate Lang in Rente - und begann, intensiv Zierpflanzen anzubauen.

Sie züchtet nicht nur in dem großen Hof, auch im Garten sprießt und grünt die Pflanzenwelt. Dort reihen sich Zypressen um einen Teich, den sie angelegt hat, „weil ein großer Garten auch ein bisschen Wasser haben muss.“ Am Rande des Gartens plätschert indes die Gersprenz vorbei. Doch nicht nur Pflanzen sind ihre Leidenschaft, denn auch mit Steinen arbeitet Renate gerne. So habe sie etwa den Brunnen, der den Teich mit Wasser versorgt, ebenso selbst gebaut wie einen weiteren im Hof. Der Teich wiederum ist von Kies umgeben. Dies war allerdings nicht immer so. Am Anfang baute sie die Pflanzen in der Erde an. Doch: „Das ist alles so gigantisch gewachsen.“ Der Aufwand, etwa einjährige Pflanzen im Herbst zu entsorgen, sei zu groß gewesen. Deshalb baut Renate die meisten Pflanzen heute in Blumenkübeln an.

Blumenzucht auch positiv für Tiervielfalt

Große Schwierigkeiten beim Anbau der Pflanzen, etwa durch Schädlinge, seien bisher nicht aufgetreten. Auf den Erfolg ihrer Blumenzucht hätten sich dabei auch Vögel, wie etwa die Amseln, die in ihrem Hof und Garten leben, positiv ausgewirkt. Zuweilen möchten auch Besucher Hof und Garten sehen. Grundsätzlich habe sie dafür auch Verständnis. Eine sehr negative Erfahrung ist ihr jedoch in Erinnerung geblieben. „Das war beim Tag der offenen Tür der Mühle. Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen.“ Damals hätten sich einige Besucher sehr schlecht benommen. „Ein Besucher hat mich angeschaut und seine Kippe dabei in den Blumentopf gesteckt.“ Für solches Verhalten hat Renate Lang, die sich seit 13 Jahren intensiv um ihre Pflanzen kümmert, überhaupt kein Verständnis.

1900 Quadratmeter misst das Gelände der Langsmühle, kaum ein Quadratmeter, der ohne Blüten ist. - Fotos: Fabian Sell

Wenn der Herbst kommt, wird sie beginnen, einjährige Pflanzen wie die Trichterwinde zu entsorgen. Die Samen kann sie für die Zucht im nächsten Jahr weiterverwenden. Den Oleander und andere mehrjährige Pflanzen hingegen stellt sie zur Überwinterung in den Stall. Im Winter ist ihr Hof dann so gut wie leer. Ein Zustand, der auch ein Grund für Renate Lang war, überhaupt Zierpflanzen anzubauen: „Das ist ein rießiger Hof. Leer wirkte er einfach viel zu öde.“ Im Frühjahr wird dann der Pflanzenzyklus von Neuem beginnen. Und ihr Mann Willi wird wohl wieder viel Erde holen müssen. 40 Säcke zu je 70 Liter seien es dieses Jahr gewesen – Erde für ein 1900 Quadratmeter großes Grundstück voller Pflanzen.

Quelle: op-online.de

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