Kulturhalle in Münster

Langzeit-Sanierung vor Abschluss

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Was 1994 am Abtenauer Platz erbaut wurde und sich jahrzehntelang als nicht ganz dicht erwies, erhielt nun eine neue Haut, damit im Innern die Regentropfen-Auffangeimer endlich in die Abstellkammer konnten. Jetzt ist das Langzeit-Gerüst abgebaut. - Fotos:

Münster - Seit vielen Jahren, eigentlich seit ihrem Bau im Jahre 1994, ist die Sanierung der Münsterer Kulturhalle ein überaus leidiges Thema, nicht nur für Bürgermeister Walter Blank, der ganz offen erläutert: „Es gab schon einige Probleme, insbesondere mit dem Dach, doch jetzt sind wir froh, alle Mängel nach und nach behoben zu haben.“

Trotz aller Sorgen um das leck gewordene Dach, gab es doch auch den ein oder andern (schadenfreudigen) Lacher zu verzeichnen, denn gerade als der prominente Fernsehjournalist Klaus Kleber zu Gast war, tropfte es direkt neben seinem Rednerpult auf die Bühne. „Und das, obwohl uns das Gericht damals nicht glauben wollte, dass die Decke undicht ist, so hatten wir einen eindeutigen Beweis“, erinnert sich der Rathauschef schmunzelnd an den endlos währenden Rechtsstreit um die Garantieleistungen.

Auch seine Mitarbeiterin von der Abteilung Planung, Bau und Liegenschaften, Gioia Meyer, weiß einiges über die Kulturhalle zu berichten: „Im Sommer 2012 ging es mit den Arbeiten am Dach los und es wurde gleich deutlich, dass die bisherige Folie unter der Dachhaut nicht verklebt war. Dadurch war die alte Dämmung durchfeuchtet und es kam zu Wasseransammlungen, die in der Folge zu Wassereinbrüchen führten.“ Daraufhin wurde einiges an Arbeiten von der Gemeinde gestemmt: ein neuer Dachaufbau, ein neues Seilsystem und eine neue Blitzschutzanlage wurden errichtet.

„Dachentwässerung komplett erneuert“

Die letzten Quadratmeter undichten Kulturhallendaches sind mit neuer Haut überzogen.

„Dabei wurde auch die Dachentwässerung komplett erneuert“, informiert Blank, der mit dem Gebäude ein besonderes Ereignis verbindet: Die erste Veranstaltung nach der offiziellen Einweihung war seine Amtseinführung im September 1996.

Nachdem das Dach nun 2013 saniert worden war, wurde auf einem Teil davon eine Photovoltaikanlage errichtet, eine von vielen energetisch sinnvollen Maßnahmen der Gemeinde. „Wir haben in der Kulturhalle nicht nur Sanierungsarbeiten, sondern auch regelmäßige Maßnahmen, wie das Parkett zu schleifen und zu versiegeln, veranlasst. Hinzu kommen rechtliche Vorgaben, so die Brandschutzverordnung, die umgesetzt werden müssen“, weiß Meyer und erläutert, um was es konkret geht: „Bei unserer Rauchwärmeabzugsanlage handelt es sich um acht 1,50 mal 1,50 Meter große Öffnungen im Dach, die sich im Brandfall automatisch öffnen. Diese Öffnungen im Nachhinein im bestehenden Dach herzustellen, war ein durchaus kompliziertes Verfahren, das von unserem Altheimer Architekten Roland Beetz jedoch erfolgreich gemeistert wurde.“

Sicherheitsbeleuchtung und aktualisierte Fluchtweg

Hinzu kommen eine neue Sicherheitsbeleuchtung und aktualisierte Fluchtweg -und Bestuhlungspläne sowie Treppenkanten mit reflektierendem Klebeband. Besonders gut zu sehen ist eine Maßnahme im Außenbereich von Münsters Kulturhalle: Die Außentreppe war baufällig geworden und entsprach nicht mehr dem Fluchtwegstandard.

„Mit all diesen Maßnahmen, in die wir insgesamt etwa 600.000 Euro investiert haben, und der neuen Metalltreppe, ist die Kulturhalle nun noch sicherer für die Bürger und mit dem neuen Kulturprogramm können sie Kultur in Münster nun sorgenfrei genießen“, freut sich Blank über den Abschluss der Maßnahmen, der mit einer Erweiterung der Brandmeldeanlage im Laufe dieses Jahres realisiert wird. 

tm

Quelle: op-online.de

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