Lars Petry will mit Spenden helfen

Ein Herz für die Orang Utans

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Lars Petry möchte den Regenwald und seine Bewohner schützen. Orang Utans leben im Regenwald. Wird der abgeholzt, ist ihr Lebensraum gefährdet.

Münster - In seinem Alter sind eigentlich Smartphone oder Bolzplatz angesagt. Doch für Lars Petry gibt es Wichtigeres: Der 14-Jährige setzt sich von Münster aus für den Schutz des Regenwaldes und dessen Bewohner ein.

Dabei organisiert er unter anderem Aktionen, bei denen er selbstgemachten Holunderblütengelee, Holunderblütensirup, Punsch oder Hagebuttenmarmelade verkauft. Die Einnahmen fließen direkt nach Kalimantan/Borneo zu einheimischen Umweltschützern bei ihrem Kampf gegen die Abholzung. Unser Mitarbeiter Michael Just hat sich einmal mit dem außergewöhnlichen Teenager über seine Motivation unterhalten.

Wie fing die Passion für den Regenwald an?

Kurz vor meinem zehnten Geburtstag zeigte der Kinderkanal ein Bericht, wie Berggorillas und der Regenwald wegen Rohstoffen für unsere Handys verdrängt werden. Das war erschütternd, weshalb ich mich danach im Internet über den Schutz der Regenwälder informierte. Dort stieß ich auf den Hamburger Verein „Rettet den Regenwald e.V.“, der in Indonesien eine Partnerorganisation mit dem Namen „Save our Borneo“ unterstützt.

Wie ging es weiter?

Mit meinen Geschwistern habe ich zuerst 30 Euro gespendet, dann mit 120 Euro von meinen Geburtstags- und Weihnachtsgeldern alleine weiter gemacht. Für die Spenden bekommt man ein Beitragszertifikat zum Schutz des Regenwaldes. Mit dem Verkauf von Gelee und Sirup kamen weitere 200 Euro zusammen.

Auf den Zertifikaten steht „Richter des Regenwaldes“. Was bedeutet das?

Die Spenden ermöglichen den Aktivisten vor Ort, Gerichte anzurufen und auf dem Rechtsweg gegen die Abholzung des Regenwalds zu kämpfen.

Die Regenwälder sind weit weg von Münster. Warum sind sie dir so wichtig?

Sie wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um und sind deshalb für den Stop des Klimawandels unverzichtbar. So hat deren Schutz für alle Menschen auf der Welt eine große Bedeutung.

Bei der Beschäftigung mit dem Thema hast du die Liebe zu den Menschenaffen, vor allem zu Orang Utans, entdeckt.

Ich klettere selbst gerne auf Bäume oder bin im Kletterpark. Orang Utan bedeutet übersetzt „Waldmensch“. Deren genetisches Material ist zu 97 Prozent mit dem Menschen identisch. Während die anderen Menschenaffen vor allem auf dem Boden leben, kommen Orang Utans von den Bäumen nur selten herab.

Eine besondere Problematik gibt es mit dem Palmölanbau.

Vor allem für den Palmölanbau wird Regenwald abgeholzt und Lebensraum für die Orang Utans und die Ureinwohner vernichtet. Produkte mit Palmöl sollte man deshalb nicht kaufen und bei Drogerieprodukten auf die Inhaltsangabe schauen. Oft ist es als pflanzliches Öl ausgewiesen, manchmal auch als pflanzliches Fett. Auch im Kraftstoff E10 steckt es drin. Damit ist der alles andere als umweltfreundlich.

Wie reagieren deine Freude auf dein Engagement?

Einer fand es früher gut, mittlerweile ist seine Begeisterung und Unterstützung aber zurückgegangen. Die Meinungen sind unter-

schiedlich, zum Teil wird man auch belächelt. Die meisten Freunde können nicht so viel damit anfangen.

Davon lässt du dich aber nicht abhalten. Was hast du neben den Zertifikaten schon erreicht?

In der Projektwoche an der Schule auf der Aue habe ich zusammen mit einem Lehrer ein Projekt zum Thema Regenwald angeboten. Hier waren 15 Schüler, viele als Erstwahl, mit dabei. Schulleiterin Sabine Behling-Schmidt sagte, dass ihr die Palmöl-Problematik vorher so nicht klar war. Auch in einem Darmstädter Kinderhort habe ich schon referiert. Bei meinen Ständen, wie jüngst beim Kelterfest des Nabu, habe ich Erwachsene getroffen, die sich sehr interessiert zeigten. Für Vorträge habe ich eine Powerpoint-Präsentation vorbereitet.

Wie man hört, gibt es noch einen Traum?

Der wäre natürlich mal nach Asien zu reisen und Orang Utans in Borneo oder Sumatra zu sehen. Beruflich möchte ich später mal in die Forschung. Ideal wäre es für umweltfreundliche Technologien oder den Schutz der Natur, im besten Fall für den Regenwald, zu arbeiten. Dieses Jahr in den Osterferien habe ich bereits ein Praktikum bei Hessen Forst gemacht.

Heute hat Lars Petry von 14 bis 16 Uhr im Hof der Walterstraße 6 einen Stand aufgebaut. Er verkauft Holunderblütensirup, Hagebuttenmarmelade und Punsch zum Schutz des Regenwaldes und der Oran Utans.

Orang-Utan-Baby im Frankfurter Zoo

Orang-Utan-Baby „Sayang“ aus dem Frankfurter Zoo

Quelle: op-online.de

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