Laues Rathaus-Picknick

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Eher verhalten war das Interesse seitens der Bevölkerung am ersten Lichterfest am Rathausplatz. Die gewollte Mitte Münsters ins Bewusstsein der Bürger zu rücken ist so einfach nicht.

Münster ‐ Sommerlich, gemütlich und rustikal-lecker sollte sich das Lichterfest mit Picknick der Interessengemeinschaft Rathausplatz am Samstagabend gestalten. Von Jasmin Frank

Doch war der Anlass des Treffens nicht so idyllisch, wie es aussah, ging es doch darum, dass die zentrale Stelle Münsters vom Aussterben bedroht ist. Und wohl nicht nur der sehr kurzfristig und sehr knapp gehaltenen Ankündigung des ersten Lichterfestes am Münsterer Rathausbrunnen oder der Fußballweltmeisterschaft ist es geschuldet, dass der Besuch eher sehr gering ausfiel. Die Luft war lau, der Besuch eher mau.

„Derzeit sind hier nur drei Geschäfte angesiedelt, aber es könnten einige mehr sein. Auch das Kaufhaus steht schon lange leer und überhaupt findet auf dem Platz einfach zu wenig statt. Er ist kein Anziehungspunkt mehr“, befindet Annelore Oestreicher, die als erste Vorsitzende der Interessengemeinschaft weiß, wo der Schuh drückt. Auch ihr Mitstreiter Gerhard Dahms kennt sich aus und meint: „Wir können hier an sich nur als Ideengeber aktiv werden, das gleiche gilt für den Gewerbeverein. Der Rest hängt davon ab, ob Gelder für eine Attraktivitätssteigerung des Ortsmittelpunktes gefunden werden können und ob die Bürger überhaupt ein Interesse daran haben.“ Letztere gaben überwiegend durch ihre Abwesenheit Auskunft über diese zentrale Frage.

Um sich über die Fördermöglichkeiten informieren zu können, hatten die Münsterer Geschäftsleute vor einigen Tagen gleich zwei Fachleute vom Landkreis eingeladen und sich zum einen über den Bereich Standortmarketing, zum anderen über Regionalmanagement informieren lassen. Hierbei ging es vor allem darum, zu erkunden, welche Möglichkeiten von Bund und Land, aber auch von der EU zur Verfügung gestellt werden. „Es gibt da zwei Programme, ein europaweites und eines aus Hessen, die sich für uns interessant anhören, jetzt müssen wir weiter sehen, ob und wie wir daran teilnehmen können“, so Dahms.

Einige wünschen sich Belebung des Ortskerns

Aber auch der zweite Bereich, nämlich das Interesse der Münsterer Einwohner zu wecken, soll verstärkt angegangen werden, deshalb wurde auch das Lichterfest initiiert.

Gekommen waren insgesamt rund zwei Dutzend Personen, darunter auch Gertrud Sandebeck, die an sich mit der IG Rathausplatz nicht verbunden ist, der aber trotzdem an den Geschäften im Ort gelegen ist. „Ich kaufe meistens bei den alteingesessenen Läden in Münster. Da bin ich sehr zufrieden. Auch wenn es mal ein paar Cent mehr kostet als im Supermarkt, weiß ich eben doch, dass die Qualität stimmt“, so die rüstige Seniorin.

Auch zwei Jugendliche haben sich zum Picknick mit der Familie eingefunden. Die beiden Mädchen wünschen sich vor allem, dass das Kaufhaus wieder seinen Betrieb aufnimmt. „Wir wüssten schon, was wir uns kaufen würden, zum Beispiel Schulsachen und Klamotten. Und es wäre toll, wenn es einen Treffpunkt für Jugendliche hier im Zentrum gäbe, denn das JUZ ist so weit weg, da dürfen wir noch nicht hin“, meinen Cansel und Borcu einstimmig. Toll fänden sie und ihre Familie, wenn sich für das Kaufhaus viele kleine Geschäfte fänden, die dort gemeinsam ihre Waren und Dienstleistungen anböten.

Einige Ideen also, die an dem gemütlichen Sommerabend gesammelt werden konnten, doch nur zum Arbeiten und Diskutieren waren die Münsterer Picknickfreunde nicht gekommen, denn schließlich ging es auch um gutes Essen und ein gemütliches Beisammensein. Und um schönere Gesprächsthemen.

Quelle: op-online.de

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