Dräuender Wolken zum Trotz kommen viele zum „Fotowalk“ durch Altheim

Bei lausigem Wetter Motive aufhellen

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Nach dem „Fotowalk“ besprechen die „momentARTler“ die Bilder im Arthaus-Saal.

Altheim – Bei solchen Wetter wird kein Hund vor die Tür gejagt, und dennoch machte sich rund ein Dutzend Freizeitlichtbildner am lausig kalten Maientag auf einen eineinhalbstündigen Spaziergang ganz kreativer Art.

Allerdings führte der Weg vom und zum „ARThaus“ nicht allzu weit um das frisch sanierte Gebäude herum. Die „Fotowalker“ durchstreiften Altheims alte Gassen rund ums Ex-Rathaus, dabei immer auf der Suche nach originellen Motiven mit der Frage, wie lichte ich es auch am besten ab.

Es gibt kein schlechtes Wetter für die Fotopirsch, höchstens unpassendes Equipment. Und so stießen auch gleich vier Fans der Lichtbildnerei zum nachmittäglichen Austausch der Fotogruppe „momentART“ hinzu, die an ihrer Arbeit Interessierte dazu eingeladen hatte.

Den Mutigen gehört die Welt: Petrus hatte ein Einsehen mit der auslösenden Truppe, denn der frühe Nachmittag blieb nach heftigen Niederschlägen des Morgens trocken und die Linsen beschlugen nicht. Unter der Wegweisung von Volkhard Sobota ging es zunächst vorbei am ehemaligen Hessischen Hof in Richtung Gotteshaus, an dem sich der Kirchhof mit seinen alten Grab- und Denkmalen größten fotografischen Interesses erfreute. Nur schwer konnten sich vor allem die Gäste von dem Terrain trennen, das sich als wahre Schatzkiste an Motiven entpuppte.

Was gibt Altheims Brunnen fotografisch her? Ein eher feuchtes Vergnügen.

Inspiziert wurden die Fachwerke, morbide Giebel und Dachfirste, die Vorgärten und auch Neuerungen, etwa am Gustav-Schoeltzke-Haus. Fragen kamen dabei zuhauf auf. Nicht nur zur Ortsgeschichte, sondern vor allem auch zur technischen Vorgehensweisen beim fotografischen Ablichten. Wie gestalte ich meine Bildidee am besten? Welche Blende bei welcher Brennweite wäre für die Ansicht dieses Straßenzuges am sinnvollsten? Wie stelle ich dies oder jenes am trefflichsten scharf? Vor lauter Erfahrungsaustausch kamen die bildnerischen Spaziergänger kaum voran.

Nach eineinhalb Stunden fanden sich alle wieder am Arthaus ein, um dort im ehemaligen Rathaus-Sitzungssaal gespannt eine erste Ergebnisschau zu verfolgen. Per Beamer wurden die Bilder im JPG-Format auf eine Leinwand geworfen und einige in der Gruppe besprochen. Manch Hochmotivierter drückte gar über 100 Male auf den Auslöser, in den digitalen Nach-Film-Zeiten ein kostengünstiges Vergnügen. Aber wer die Wahl hat ...

Vorsicht Freizeitfotografen: Auch hinter Altheims Mauern verbergen sich die Motive.

Und so wurden beispielhaft Bilder zur Diskussion gestellt. Motiv gut erkannt heißt nicht automatisch auch gut gebannt. Und so entspann sich schnell eine kreative Diskussion, in der es in erster Linie um den Bildausschnitt, dann um Belichtung, Zeit und Blendenwahl ging. Der alte Spruch von Fotojournalist und Kriegsreporter Robert Capa, „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“, wurde arg strapaziert. Aber wie wahr: So mancher Schnellschuss aus Altheims Gassen kam bei näherer Betrachtung erst richtig zur Geltung.

Den Fluchtlinien der Aufnahmen wurde Zeit gewidmet, das Blitzen zum Aufhellen im Schatten liegender Motive besprochen und erläutert, wie man auch ohne die Automatik der Hightechkamera zu guten Ergebnissen kommen kann. Das Spiel mit Unschärfen fand ebenso Erwähnung wie sinnvolle Perspektivwechsel.

Nicht nur die Gäste waren überrascht, wie unterhaltsam und aufschlussreich so ein Fotowalk sein kann, auch die „momentARTler“ staunten immer wieder ob der vielfältigen Betrachtungsweisen – und wie schnell die Zeit dabei vergeht.

Wer Interesse am Wirken des Fotoclubs im Arthaus hat, kann gern einmal beim monatlichen Treffen an jedem zweiten Mittwoch im Monat ab 19.30 Uhr im Arthaus vorbeischauen. Fotografisch interessierte Gäste sind stets willkommen.

VON THOMAS MEIER

Quelle: op-online.de

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