Leben im Zeichen des Ehrenamtes

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Dekan Joachim Meyer überreicht Ilse Tlustosch die Ehrenurkunde der ev. Kirche Hessen-Nassau.

Münster ‐ Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich, ganz gleich ob in einer Kirchengemeinde oder in einem Verein. Zumeist haben diese Hilfreichen ein oder zwei Gebiete, auf die sich ihre Tätigkeit erstreckt. Von Jasmin Frank

Bei vielen lässt die Aktivität mit zunehmendem Alter nach. Ganz anders die Münstererin Ilse Tlustosch: Seit Jahren schon engagiert sie sich rund um die evangelische Martinsgemeinde in vielen Bereichen und je älter sie wird, desto mehr macht sie.

„Selten kann ich jemanden auszeichnen, der so viele Ämter und Betätigungsfelder inne hat“, meinte Joachim Meyer vom Dekanat vorderer Odenwald. Er führte einige Positionen aus dem Leben der Geehrten an: „Seit 1985 ist sie Mitglied im Kirchenvorstand und im Mitarbeiterkreis der Martinsgemeinde, aber auch im Dekanatsausschuss. Wenige Jahre später engagierte sie sich im Basarkreis, im Seniorentreff, in der Gemeindebriefredaktion sowie im Besuchskreis der Gemeinde. Zudem wurde sie in den neunziger Jahren Mitglied im Seniorenbeirat der Gemeinde Münster und arbeitet als Hospizhelferin bei der Caritas.“ Trotz ihrer 73 Jahre hat sie noch die Mitgliedschaft im Dekanats-Seniorenbeirat übernommen und ist seit kurzem Mitglied in der Dekanatssynode.

Volkslieder im Pflegeheim

Obwohl die aktive Christin erst vor wenigen Jahren den Tod ihres Ehemannes, der ihr immer den Rücken gestärkt hat, bewältigen musste, hinderte sie das nicht daran, sich weiter für andere einzusetzen. „Ich sehe von allen Mitgliedern der Gemeinde Frau Tlustosch wohl am häufigsten, nicht nur hier im Büro oder in der Kirche, sondern auch auf ihrem täglichen Weg in das Pflegeheim Gersprenz“, freute sich Pfarrer Christoph Sames, der ebenso wie Karin Kreher vom Kirchenvorstand betonte, dass Ilse Tlustosch viel Leben in die Gemeinde bringe. Im Pflegeheim reicht sie jeden Tag hilfsbedürftigen Menschen das Essen und bereichert deren Alltag.

„Ich singe dort einmal pro Woche Volkslieder mit den Bewohnern, denn an diese können sie sich noch gut erinnern und dann fühlen sie sich gleich viel wohler“, meint die bescheidene, zarte Frau. Sie freut sich über ihre „Ehrenurkunde für ehrenamtliches Engagement der evangelischen Kirche Hessen-Nassau“, obwohl ihr der viele Rummel um ihre Person doch etwas zu viel des Guten ist. „Am besten hat mir gefallen, dass der Seniorenkreis heute im Gottesdienst „Danke für diese schönen Stunden“ gesungen hat, denn die Arbeit mit älteren Menschen liegt mir besonders am Herzen. Da ich die Treffen organisiere, lasse ich mir gerne etwas Besonderes einfallen“, freut sich Tlustosch. Langweilig ist der rüstigen Damen jedenfalls nie und wenn sie gerade mal nicht im Pflegeheim oder in der Martinsgemeinde unterwegs ist, dann verbringt sie viel Zeit in ihrem Garten, denn Blumen liebt sie über alles. „Die prächtigen Farben sind ein schöner Ausgleich, vor allem zu der Arbeit im Hospiz“, meint sie.

Quelle: op-online.de

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