Mit Legasthenie Englisch lernen?

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Heike Unterleider.

Münster - Viele Eltern von Kindern, die Legasthenie oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche haben, kämpfen schon ab der Grundschulzeit mit zahlreichen Schulproblemen, insbesondere im Fach Deutsch.

Kommt dann ab der fünften Klasse noch die erste Fremdsprache hinzu, spitzen sich die Probleme zu. Einmal mehr stellt sich heraus, dass das vorgegebene Lernprogramm von den betroffenen Kindern nicht ebenso gut absolviert werden kann, wie von den Klassenkameraden.

„Wichtig ist, dass Eltern und Pädagogen über ausreichend Informationen verfügen, denn ein Versagen in Englisch muss nicht zwangsläufig sein. Mit dem richtigen Wissen und den geeigneten Methoden kann man gut gegensteuern“, informiert Heike Unterleider, Gruppenleiterin Münster/Eppertshausen des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie Hessen. Um über die Situation aufzuklären, hält die Expertin am Donnerstag, 20. September, um 20 Uhr einen Vortrag in der Bücherei Münster, der über Lernprozesse legasthener Kinder, neueste Forschungsergebnisse und hilfreiche Methoden für Eltern und Lehrkräfte informiert.

Mit der Lautbildung Schwierigkeiten

„Häufig ist unbekannt, dass gerade das Frühenglisch, das in der Grundschulzeit angeboten wird, für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Legasthenie wenig hilfreich ist, da sie gerade über die auditive Wahrnehmung weniger gut lernen können. Die betroffenen Jungen und Mädchen haben oft mit der Lautbildung Schwierigkeiten und können häufig Buchstaben wie „m“ und „n“ oder „g“ und „k“ alleine durch das Hören nicht unterscheiden“, erläutert Unterleider.

Büchereileiterin Jasmin Frank ist froh, im Landesverbands Legasthenie und Dyskalkulie Hessen einen kompetenten Partner gefunden zu haben und erklärt: „Eine Bücherei sollte gerade für die Kinder da sein, die Probleme mit dem Lesen haben und dabei auch die Bezugspersonen, wie Eltern und Lehrer, nicht außerachtlassen. Wir haben immer wieder Rückfragen von Eltern, die versuchen, ihrem Kind das Lesen zu erleichtern, deshalb bieten wir parallel zu unserem Lesepatenprojekt „Lies dich fit – wir machen mit!“ eine Vortragsreihe an, die sich speziell mit dem weiten Feld der Schule und den damit einhergehenden Schwierigkeiten beschäftigt.“

Zusammenarbeit vor Ort wichtig

Neben Legasthenie sollen Themen wie Dyskalkulie, AD(H)S, Zweisprachigkeit, Lerntechniken sowie Schul- und Förderkonzepte thematisiert werden. Die Kooperation der Bücherei Münster mit anderen Vereinen und Institutionen hat sich damit auch in diesem Bereich bewährt und soll weiter ausgebaut werden. „Für uns vom Landesverband ist die Zusammenarbeit wertvoll, weil wir hier unser Wissen weitergeben können. Gleichzeitig finden wir durch den Schwerpunkt der Bücherei im Bereich Lesekompetenz umfangreiche Literatur für Kinder und Erwachsene vor, die wir den Rat suchenden Eltern an die Hand geben können. Für unsere Arbeit als Verband, der sich zum Ziel gesetzt hat, Informationen an Eltern zu geben, die Rechte der Kinder zu sichern und die Ausbildung der Lehrer zu optimieren, ist die Zusammenarbeit vor Ort wichtig“, freut sich Unterleider auf ihren Themenabend.

Weitere Informationen über den Vortrag und die Arbeit des Landesverbands können bei Heike Unterleider unter bunterleider@gmx.de eingeholt werden. Literatur zum Lesen lernen für Kinder und Ratgeber für Eltern und Fachkräfte steht in der Bücherei Münster, Frankfurter Straße zu den Öffnungszeiten bereit: Mittwoch 18.30 bis 20 Uhr, Donnerstag 14.30 bis 16.30 Uhr und Samstag 10 bis 12 Uhr. Der Vortrag beginnt am 20. September um 20 Uhr in der Bücherei Münster, der Eintritt ist frei.

tm

Quelle: op-online.de

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