Hallenbad muss schließen

Legionellen legen den Betrieb lahm

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Gefahr durch Legionellen

Münster - Schlechte Nachrichten für das Münsterer Hallenbad: Gestern wurde es vom Gesundheitsamt für die Stadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg geschlossen. Grund dafür sind Legionellen, wie die Ergebnisse der zuletzt vorgenommenen Wasserproben zeigen. Von Corinna Hiss

Die nach der Trinkwasserverordnung an zahlreichen Stellen des Bades festgestellten Verunreinigungen sind eine potenzielle Gefährdung für die Besucher, weshalb es für das Gesundheitsamt unmöglich erscheint, dass der Betrieb im Hallenbad normal weitergeht.

„Wir können uns auch nicht erklären, woher die Legionellen kommen“, zeigt sich Michael Mierzowski, Leiter der Bauabteilung der Gemeinde, erstaunt. Die Voruntersuchung hatte keinen erhöhten Wert gezeigt, erst nachdem die Probe zehn Tage lang aufbewahrt wurde, zeigte sich das erschreckende Ergebnis. Dabei ist das Problem nicht neu: Schon einmal hatte das Hallenbad mit Legionellen zu kämpfen – dem sollte durch eine umfassende Sanierung vorgebeugt werden. Das ganze Jahr über waren deshalb Leitungen ausgetauscht worden. Zudem wurden an den Duschen und Waschbecken Armaturen angebracht, die automatisch spülen. So sollte umgangen werden, dass das Wasser stagniert und sich die gefährlichen Bakterien bilden.

Wassertemperatur über 30 Grad

Legionellen können sich dort ausbreiten, wo die Wassertemperatur über 30 Grad steigt. Wer Wasser, in dem die Bakterien enthalten sind, trinkt, kann unbesorgt sein. Anders ist es allerdings, wenn das bakterienhaltige Wasser eingeatmet wird. Das kann durch Inhalation beim Duschen entstehen, wenn durch das heiße Wasser Dämpfe aufsteigen. In der Trinkwasserverordnung ist ein Wert von 100 kolonienbildenden Einheiten je 100 ml erlaubt. Dieser Wert wurde in Münster überschritten.

Für die Gemeinde, die das Hallenbad betreibt, gilt es nun, schnell zu handeln. Der normale Betrieb kann nämlich erst wieder aufgenommen werden, wenn das Wasser die geforderte Qualität aufweist. Heute werden daher direkt neue Proben gezogen, die dann hoffentlich Sicherheit bringen sollen. „Vielleicht ist das Ergebnis nur auf einen Fehler bei der Beprobung zurückzuführen“, hofft Mierzowski indes.

Schülertriathlon des VfL Münster

Schülertriathlon des VfL Münster

Wenn die neue Probe von heute keine Legionellen mehr aufweist, kann das Hallenbad seine Pforten wieder öffnen. Auf das Ergebnis muss aber mindestens zehn Tage gewartet werden, solange ist das Schwimmbad sicher zu. Jetzt wird sich auch mit dem zuständigen Ingenieur beraten, welche Maßnahmen ergriffen werden können. Eine Möglichkeit wäre laut Mierzowski, durch ein speziell dafür ausgelegtes Gerät geringe Mengen an Chlor ins Trinkwasser einzuführen, das das Wasser reinigt, solange die Ursache für die Legionellen noch nicht sicher ist. Dieser Schritt muss aber erst noch mit dem Gesundheitsamt abgesprochen werden.

In einer Sache kann Mierzowski die Badegäste allerdings beruhigen: Die Verunreinigung findet sich nur im Duschwasser und in den Waschbecken der Toiletten, das Badewasser in den Becken ist davon nicht betroffen.

Quelle: op-online.de

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