Die Leidenschaften des Gerald F.

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Ausdauer hat der neue Vorsitzende der Münsterer Sozialdemokraten. Die wird Gerald Frank in der CDU-dominierten Gemeinde brauchen.

Münster ‐ Sport spielt für den neuen Vorsitzenden der Münsterer SPD nicht nur beruflich eine große Rolle. Er ist die andere große Leidenschaft von Gerald Frank: Fußball, Fahrradfahren und Laufen sind seine Sportarten. Von Jasmin Frank

Mit meinem Sohn Tobias radle ich gerne und meine Tochter Tina begleitet mich beim Joggen. Mittlerweile sind die beiden aber schon 15 Jahre alt und hängen mich ab“, erzählt der studierte Gesellschafts- und Sportwissenschaftler lachend.

Als Jugend-Fußballer hatte Frank zwei Jahre bei den Offenbacher Kickers gespielt, sich später aber auf Volleyball verlegt. Doch die Liebe zum OFC ist geblieben und so besucht er mit seinem Sohn regelmäßig die Spiele des Vereins. „Es war schon ein bisschen schwierig, als ich als Offenbacher meine jetzige Frau kennen gelernt habe, die Hockeyspielerin bei der Frankfurter Eintracht war. Aber es hat ja dann doch gut funktioniert“, ergänzt der Lokalpolitiker schmunzelnd. Erst vor fünf Jahren ist die Familie auf der Suche nach einem attraktiven Baugrundstück im Münsterer Inselviertel gestrandet.

Lokalpatriotische Steckenpferde: Bauen und Energie

Nach den vielen Jahren, die wir in einer großen Stadt verbracht haben, ist es schon ein ganz schöner Unterschied, in einer kleineren Gemeinde zu leben. Aber eines stand von Anfang an fest: Wir wollen hier nicht nur wohnen, sondern uns auch einbringen“, betont Frank. So wurde er rasch in der SPD aktiv und in diesem Frühjahr gar zum Vorsitzenden der Partei gewählt. Er ist der Meinung, dass jeder Mensch sich für die Gesellschaft engagieren sollte: Gerade heutezutage seien zu viele Leute auf sich selbst konzentriert. „Vor allem die Kinder, aber auch wir Erwachsenen werden durch die Medien manipuliert und es werden immer neue Wünsche und Bedürfnisse heraufbeschworen, die wir eigentlich gar nicht haben. Ich bin davon überzeugt, dass nicht ‚etwas haben’ glücklich macht, sondern ‚etwas machen’ dauerhafte Zufriedenheit bringt“, ist Frank überzeugt. Seine lokalpolitischen Steckenpferde sind die Bereiche Bauen und Energie, am liebsten in Kombination, schließlich wohnt er in einem Passivhaus: „Wir alle sollten, auch aus wirtschaftlichen und demokratischen Gesichtspunkten heraus, zusehen, dass wir von den großen Konzernen und den politisch oft unsicheren Ländern, aus denen Öl und Erdgas geliefert wird, unabhängig werden. Auch in einem Neubaugebiet kann man damit anfangen.“ Er bewertet das in Münster für Passivhäuser vorgesehene Areal durchaus positiv, bemängelt jedoch, dass die Dächer nicht nach der Bahn der Sonne ausgerichtet sind. Das wäre für Solar- und Photovoltaikanlagen von Bedeutung.

Auch konkrete Pläne beschäftigen ihn

Einen erstrebenswerten Zustand haben nach Franks Ansicht jene Gemeinden erreicht, die Energieversorgung autark zu lösen. Das ließe sich auch in Münster realisieren, ist der Sozialdemokrat überzeugt. Auch konkrete Pläne beschäftigen den rührigen Münsterer: Da wäre die Umgestaltung des Rathausvorplatzes, um den er gerne Häuser mit kleinen Geschäften ansiedeln würde. Allerdings sei eine solche Maßnahme von den Einwohnern abhängig, sagt Frank: „Die Bürger müssen sich entscheiden, ob sie dazu bereit sind, für fußläufig erreichbare Waren und Dienstleistungen ein bisschen mehr zu bezahlen als für Entsprechendes aus Großmärkten.“ Auch bei der Errichtung der neuen Kindertagesstätte weiß der SPD-Mann genau, was er will, nämlich einen Neubau, natürlich nach neuesten Energiestandards. Ob die Ideen von Gerald Frank und seiner Partei im CDU-dominierten Münster eine Chance haben, wird die Zeit zeigen. „Wir sollten ein bisschen mehr Sozialdemokratie wagen. Die SPD hat in ihrer Geschichte bewiesen, dass sie soziale Gerechtigkeit am besten umsetzen kann“, zeigt Frank Vertrauen in die Zukunft.

Quelle: op-online.de

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