Münster

Leinen und Gebühren gegen böse Hunde

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Auch Rottweiler stehen jetzt auf der Landes-Liste gefährlicher Hunde.

Auch Rottweiler stehen nun auf Landes-Liste gefährlicher Hunde.  Die Halter dieser Hunderasse sollen sich bei Lokalen Ordnungsämtern melden.

Münster/Eppertshausen - Die Liste der Hunde, denen die Landesregierung unterstellt, gefährlich zu sein, ist um einen Hund länger: Auch Rottweiler zählen nun dazu, Halter und Tier müssen nun zahlreiche Regeln und Vorschriften einhalten – auch teuer kann es für die Besitzer werden: Die Steuer für den Besitz gefährlicher Hunde ist deutlich höher angesetzt als für ihre harmloseren Artgenossen.

„Das ist als Steuerelement gedacht“, erläutert der Chef des Eppertshäuser Ordnungsamts, Friedhelm Saal. Je teurer, desto weniger Hunde, so die Rechnung des Gesetzgebers. Seit Anfang des Jahres zählt auch der Rottweiler dazu – einst eine als Hüte- und Polizeihund bekannte und beliebte Rasse aus der gleichnamigen Stadt in Baden-Württemberg. „Es gibt Statistiken von Unfällen, nach denen Rassen aus dem Katalog gestrichen oder aufgenommen werden“, führt Friedhelm Saal aus. Seit Anfang des Jahres gelten auch Rottweiler und alle anderen Rassen, für die die hessische Kampfhundeverordnung gilt, als gefährlich. Doch obwohl das Gesetz seit Anfang des Jahres in Kraft ist, gibt es eine Übergangsfrist bis Ende Juni, zu der die Halter ihren Hund melden können – die dann als ungefährlich gelten. „Wenn ein Halter bis zu diesem Termin herkommt und sein Tier anmeldet, geht der Gesetzgeber davon aus, dass es ungefährlich ist“, erläutert Friedhelm Saal. Kurios: Wechselt das Tier danach den Besitzer, wird es sofort „gefährlich“ und fällt unter die Bestimmungen für einen gefährlichen Hund.

Und die sind umfangreich: Zum Beispiel ist die Leinenpflicht für als gefährlich eingestufte Hunde strikter. Sie müssen immer an der Leine geführt werden – nicht nur bei besonderen Anlässen, wie ihre „ungefährlichen“ Kollegen. Eine Menge Nachweise sind vorzulegen: Gebührenpflichtige Erlaubnis, bestandener Wesenstest für den Hund, Eignungstest für den Halter, das polizeiliche Führungszeugnis bei der Anmeldung. „Das geht ins Geld“, sagt Saal. Auch die Steuern sind in seiner Gemeinde nicht gerade niedrig: 36 Euro fließen für den ersten Hund pro Jahr in die Gemeindekasse, der zweite kostet 48, jeder weitere 72 Euro im Jahr. Steht der Wunschhund auf der Liste der gefährlichen Tiere, wird’s teuer: 540 Euro pro Jahr sind dann an die Gemeinde zu bezahlen.

Günstiger geht es in Münster zu: Für den ersten Hund sind 24, für den zweiten und für jeden weiteren 60 Euro fällig. „Eine Steuer für gefährliche Hunde gibt es hier keine“, sagt Ordnungsamtsleiter Klaus Dony. Zwischen 15 und 20 gebe es davon in Münster, schätzt der Amtsleiter, der eine oder andere Rottweiler kommt noch hinzu.

Höhere Kosten als Steuerungselement, wie von seinem Eppertshäuser Kollegen ins Feld geführt, hält Dony für nachvollziehbar – die Entscheidung über die Gebühren trifft aber nicht die Behörde, sondern das Münsterer Parlament. Die Folgen indes landen wieder bei der Behörde: Wohl weil sie hier günstiger seien, habe man in Münster, verglichen mit den Nachbargemeinden, relativ viele gefährliche Hunde, führt Klaus Dony aus. In Eppertshausen sei gerade einmal einer dieser Hunde registriert, weiß Donys Eppertshäuser Amtskollege Friedhelm Saal. „Im Moment werten wir die alten Bestände aus und schreiben die Halter an, ihre Hunde unbedingt anzumelden.“ (Alexander Klug)

Quelle: op-online.de

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