Lesespaß mit „Märchenonkel“ Rudolf

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Die Kinder lauschten gespannt den Worten des Staatssekretärs - und schlossen ihn schnell ins Herz.

Altheim ‐  „Noch eine Geschichte“, bitten flehentlich Nils, Nicole, Casper, Diego und die anderen Kinder, nachdem Justizstaatssekretär Dr. Rudolf Kriszeleit das Buch mit dem Titel „Prinzessin Annabel und der Drache Amadeus“ zugeklappt hatte. Von Ellen Jöckel

Kriszeleit war anlässlich des bundesweiten Vorlesetages, den die Stiftung „Lesen“ und die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ jedes Jahr veranstalten, in den evangelischen Kindergarten nach Altheim gekommen. Ganz angetan waren die Knirpse von der Art, wie der prominente Besuch in „Märchenonkelmanier“ mit betonender Stimme und gekonntem Mienenspiel vorlas.

Die Zugabe folgte auch prompt, denn wer kann schon großen, bittenden Kinderaugen widerstehen? „Ich habe selbst drei Kinder, die schon erwachsen sind. Früher habe ich viel vorgelesen. Meine Kinder haben es genossen, dass ich beim Vorlesen ganz für sie da war und mir Zeit für sie genommen habe“, erzählte Kriszeleit.

Da, wo es noch Weihnachtsfeier heißt

Der Staatssekretär aus dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, freute sich darüber, in einen evangelischen Kindergarten zu kommen, wo Weihnachtsfeiern auch noch so heißen dürften. „In vielen Kindergärten, die ich kennen gelernt habe, heißt es mittlerweile nur noch Jahresabschlussfeier“, berichtete der ehemalige Finanzchef der Evangelischen Kirche Hessen/Nassau. Zudem sei es lobenswert, dass es sich um einen Kindergarten mit Integrationsplätzen handele. Er selbst habe einmal Elternarbeit in einem Integrationskindergarten in Frankfurt geleistet.

Auch Bürgermeister Walter Blank las den Sprösslingen vor.

Unter dem Motto „Vorlesen braucht Vorbilder“ waren an diesem Tag Regierungsmitglieder als Vorleser in Kindergärten, Schulen und Bibliotheken in ganz Deutschland im Einsatz. „Wir sind stolz, dass unser Kindergarten als einziger im Landkreis Darmstadt-Dieburg vom zuständigen Jugendamt vorgeschlagen und vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit ausgewählt wurde“, betonte Leiterin Iris Kurz-Wolf. Gemeinsam mit Stellvertreterin Sigrid Vollhardt stellte sie Staatssekretär Kriszeleit den Kindergarten vor und beantwortete die vielen Fragen des Gasts aus Wiesbaden.

Ein Buch reicht, um Neugier zu wecken

Besonders begeistert zeigte sich dieser in der kleinen Bibliothek des Kindergartens: „Mehr muss man gar nicht haben. Eine Erzieherin braucht nur ein Buch herauszunehmen und macht damit schon die Kinder neugierig aufs Vorlesen.“

Nach einer musikalischen Einstimmung durch den Kindergartenchor schritten gemeinsam mit Kriszeleit auch Münsters Bürgermeister Walter Blank und Ulrich Möbus, Pfarrer der evangelischen Kirche Altheim, zur Tat: Jeder las einer kleinen Kindergruppe in den verschiedenen Gruppenräumen fleißig vor. Damit man auch allen rund 100 Kindergartenkindern gerecht wurde, hatten sich auch die ehemaligen Kindergartenkinder und jetzigen Schüler der Regenbogenschule Isabelle Wistuba (9) und Nicolaus Trippel (10) bereit erklärt, vorzulesen. Ebenso waren Anja Schach und Tanja Stork, zwei Vertreterinnen des Elternbeirats, mit von der Partie.

„Und nun macht alle die Augen zu und fühlt die wärmenden Sonnenstrahlen, die Frederick, die Maus, für den Wintervorrat gesammelt hat.“ Zwölf kleine aufmerksame Zuhörer kneifen fest die Augen zusammen, während „ihr Märchenonkel“, der sich mit Rudolf vorgestellt hatte, weiterliest. Nach der Zugabe fragte der Staatssekretär humorvoll: „Soll ich bald wiederkommen?“ Da stimmten Noah, Felicitas, Jan, Luca und die anderen begeistert zu und verabschiedeten sich freundschaftlich mit „Tschüss, Rudolf!“ von dem Besuch aus dem Ministerium in Wiesbaden.

Quelle: op-online.de

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