Lichtblick für den Rathausplatz?

Münster ‐ Das wichtigste Mitbringsel ist eine Kerze, doch auch Essen und Getränke sowie Decken sollten die Besucher zum ersten „Lichterfest mit Picknick“ am Samstag, 26. Juni, abends auf den Rathausplatz mitbringen. Von Thomas Meier

So jedenfalls wünschen es sich die Veranstalter, die den verwaisten Platz stärker ins Bewusstsein der Bürger rücken möchten. Schon in der jüngeren Vergangenheit haben sich Agenda-Gruppe, Lokalpolitiker und die Interessengemeinschaft Rathausplatz mehrfach Gedanken gemacht, wie mehr Leben auf den zumeist als Parkraum genutzten Platz zu holen ist.

Jetzt hatte die Interessengemeinschaft zu einer Gesprächsrunde in das Restaurant am Rathaus geladen. Als Gäste begrüßte Sprecherin Enke Kaufhold Andreas Rinnenbach vom Verein für Standortmarketiung Darmstadt-Dieburg, Dorte Meyer-Marquart vom Regionalmangement, Bürgermeister Walter Blank, Vertreter der Münsterer Fraktionen und Parteien sowie Elisabeth Happel als Vertreterin des Gemeindevorstands. Gekommen waren zudem Vertreter des Gewerbevereins, der Agenda 21 und Anlieger des Rathausplatzes.

Bürgermeister Blank beleuchtete kurz den derzeitigen Stand der Entwicklung des Rathausplatzes. Die Änderung des Bebauungsplanes begünstige das Ansiedeln von Gewerbe, sagte er.

Rund 15 Prozent Leerstand an Geschäftsräumen

Mit der Verödung des Ortskernes stehe Münster nicht alleine in der Landschaft heimischer Kommunen, betonte Andreas Rinnenbach. Diese Entwicklung, die auch den Rathausplatz schmerzlich treffe, habe sich durch die Ansiedlung der Supermärkte auf der Grünen Wiese in Hessen, in Deutschland und in Europa durchgesetzt, unterstrich der Sprecher.

Allerdings befinde sich Münster nach einer Erhebung von 2007 mit rund 15 Prozent Leerständen an Geschäftsräumen im Ortskern im oberen Bereich im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Dieser Prozentsatz habe sich wahrscheinlich in den letzten Jahren erhöht, mutmaßte Rinnenbach, was Bürgermeister Blank jedoch nicht bestätigen konnte. Die Zahlen, auf die sich Rinnenbach berufe, stammten von der Erhebung einer Studentengruppe, betonte er.

Rinnenbach informierte, Leerstände könnten über das Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises überregional an Interessenten vermittelt werden, jedoch müsse der Immobilienbesitzer jeweils seine Einwilligung geben.

Dorte Meyer-Marquart stellte Förderprogramme der EU und des Landes Hessen vor. Jedoch liefen einige Programme bald aus, da auch hier die finanziellen Mittel fehlten. Sie bedauerte diese Entwicklung, beträfen diese Maßnahmen doch alle die Versorgung der Region im sozialen Bereich, in Landschaft und Kultur.

Als ein für die Interessengemeinschaft Rathausplatz interessantes Programm kristallisierte sich die Innenstadtoffensive Hessen heraus: „Ab in die Mitte“ wird auch 2011 noch umgesetzt. Es handelt sich um einen Landeswettbewerb, für den sich Kommunen und private Initiativen bewerben können. Durch Aktionen und Ideenwettbewerbe sollen die Innenstädte unter Beteiligung der Bürger bewusst gemacht werden.

Auch leer stehendes Kaufhaus Thema

Auch das Ladenprojekt mit Behinderten wurde thematisiert, um dass sich derzeit Eppertshausen stark bemüht. Die Supermarkt-Organisation „CAP“ gibt Behinderten Arbeitplätze, bietet ein Vollsortiment und könnte im Ort wieder ein Treffpunkt für Jung und Alt werden. In Höchst besteht so ein Laden bereits seit sechs Jahren. Bürgermeister Walter Blank, der bereits für diese Idee aktiv geworden ist, wird ihn besichtigen und an einem interkommunalen Treffen teilnehmen, das jetzt vom Kreis angeregt worden ist (wir berichteten).

Das Vorhaben eines neuen Anliegers des Rathausplatzes, im Laden des ehemaligen Haushaltgeschäftes Georg Oestreicher ein Café zu eröffnen, wurde von der Versammlung begrüßt. Kurz wurde auch über das leer stehende Kaufhaus gesprochen, doch waren die Besitzer nicht anwesend und auch Bürgermeister Blank konnte keine Auskünfte über deren Ziele geben.

„Die lebhafte und sehr konstruktive Diskussion aller Anwesenden gab der Interessengemeinschaft Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Ortszentrums“, sagte Kaufhold. Auch das Vorhaben, sich an dem Wettbewerb „Ab in die Mitte“ zu bewerben, wurde von ihr begrüßt.

Quelle: op-online.de

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