„Unsere Erwartungen übertroffen“

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Bei Antipasti, Kuchen und Getränken stand die Geselligkeit im Vordergrund.

Münster - Wachgeküsst wurde das im vierten Jahr auf dem Rathausplatz stattfindende und vor sich hin dümpelnde Lichterfest.

„Über 30 Gäste feierten mit uns in der Mitte des Platzes neben dem Brunnen“, freute sich Friedel Seib, Mitinitiator des Festes, das von der Interessengemeinschaft (IG) Rathausplatz organisiert wird. Bei belegten Broten, abwechslungsreichen Antipasti, leckeren Kuchen, gestiftet vom Café am Rathausplatz, und Getränken stand die Geselligkeit im Vordergrund.

„Wir wollten von Anfang an mit unserer Veranstaltung den Platz beleben und wieder stärker ins Bewusstsein der Anwohner rücken“, informierte Seib, gleichzeitig Sprecher der IG Rathausplatz, über die Ziele der jeweils Anfang September stattfindenden Zusammenkunft, zu der alle Bürger eingeladen sind. „Die Resonanz übertrifft alle Erwartungen“, zeigte sich Annelore Oestreicher ebenfalls begeistert über den Zuspruch und wies bereits auf den zweitägigen Nikolausmarkt am ersten Advent als nächstes belebendes Event hin. „Ein Nikolaus mit Hundeschlitten und Präsenten für den Nachwuchs, zahlreiche Buden und Präsentationsstände der Vereine, kombiniert mit einer Ausstellung lokaler Künstler im Rathaus, werden wieder für lauschige vorweihnachtliche Stimmung sorgen“, ist sich die Vorsitzende des Gewerbevereins sicher.

Friedel Seib wies auf die bisherigen Aktionen der IG Rathausplatz hin, darunter die Musikveranstaltung für Jung und Alt mit der Band Rabatz und familienfreundlichen Preisen im Juli sowie die Mahnwache vor zwei Wochen auf dem wenig frequentierten Platz im Zentrum Münsters als Erinnerung an das eingeschlafene Doaschde-Fest. „Doaschde ist der Münsterer Ausdruck des in der Erde verbliebenen Strunks des abgeernteten Weißkohls“, klärte Friedel Seib auf und gab ein klein wenig lokaler Geschichtskunde. 1979 fand das erste vom Gewerbeverein organisierte Altstadtfest statt, das von Robert Ruhmann in Vertretung des Bürgermeisters Karl Herd auf dem freien Gelände der Hintergasse 1 bis 3 eröffnet worden war. Vorbild und Ideengeber sei das beliebte Altstadtfest der Stadt Babenhausen gewesen, so Seib. Umfangreiche Vorbereitungen der Aktiven gipfelten in einer Ortsbegehung wenige Tag vor der Festpremiere, in der diskutiert wurde, an welcher Stelle in der hufeisenförmig verlaufenden Hintergasse die Stände aufgestellt werden sollten. Auch wo noch Platz für die Toilettenhäuschen sei.

Trotz anfänglicher Skepsis – „wie werden die Anwohner reagieren?, ziehen die Vereine mit?“ – war das Fest von Beginn an ein großer Erfolg und wurde von Jahr zu Jahr ein größerer Anziehungsmagnet, erinnerte Friedel Seib an die ersten Jahre. „Schon beim Eröffnungsfest zeichnete sich ein großer Erfolg ab, denn bereits am ersten Abend wurde bis tief in die Nacht gefeiert.“ Dabei mussten sich die Gäste noch mit Bratwurst und Fischbrötchen begnügen, die allerdings zu familienfreundlichen Preisen über die Vereinstheken gereicht worden waren. Von Fest zu Fest wuchs das Angebot und manchmal hätte man den Eindruck haben können, dass sich die Vereine in ihrem Angebot gegenseitig übertrumpfen wollten, so Seib.

Mit dem Umzug des Altstadtfestes auf den Rathausplatz und der Umbenennung in Doaschde-Fest ging der Niedergang des Festes einher, befand Seib, der allerdings auch keine stichhaltige Begründung für den Rückgang der Umsätze und der damit verbundenen Auflösung des Festes hatte. „Allerdings sind die Vorschriften für die Ausrichtung solcher Feste im Laufe der Jahre stark ausgeweitet worden, so dass sich Viele durch den Aufwand abschrecken ließen“, gab Annelore Oestreicher, zu bedenken. „Wir freuen uns schon auf die fünfte Ausgabe des Lichterfestes im kommenden Jahr“, blickte Friedel Seib bereits wieder nach vorne und versprach auch eine Neuauflage der Mahnwache sowie eine weitere Musikveranstaltung im Herzen Münsters.

(peba)

Quelle: op-online.de

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