Liturgiegewand toppt Anzug

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22 Kinder zählten die Erstkommunikanten am Samstagabend in Münster. Das Bild zeigt sie mit ihren Katecheten und damit jenen Erwachsenen, die sie im Kommunionunterricht auf dieses bedeutende Sakrament vorbereiteten.

Münster - Am Wochenende war in Münster nicht nur der Sonntag weiß: Bereits am Samstagabend stand für 22 Kinder der katholischen Gemeinde von St. Michael der Empfang der ersten heiligen Kommunion an, gestern Morgen folgte der Rest. Von Michael Just

Insgesamt erlebten an beiden Tagen 46 Kinder ihre erste Eucharistie. Rund ein halbes Jahr hatten sich die jungen Katholiken mit dem Ende der Herbstferien im letzten Jahr auf diesen großen Moment vorbereitet, den der Musikverein 1914 Münster mit seinen Bläsern untermalte. Die Schüler waren auf sechs Kommuniongruppen verteilt, die sich einmal die Woche mit ihren Katecheten trafen.

Ich bin sehr gespannt. Ein bisschen kribbelt es schon“, sagte Sophie Neutzner am Samstagabend wenige Minuten vor dem Einzug in die Kirche. Die Nervosität sah man der Neunjährigen aber nicht an, wohl auch deshalb, da ihre gleichaltrige Zwillingsschwester Marie ebenfalls zum ersten Abendmahl schritt. Zusammen hatten sich die Mädchen gegen ein Kommunionkleid und für das in den letzten Jahren immer beliebter werdende liturgische Gewand entschieden. Damit wählten sie jene schlichte Optik, das fast alle Münsterer Erstkommunikanten auftrugen. Ein schwarzer Anzug war in den Reihen der Jungen am Samstag überhaupt nicht auszumachen, am Sonntag war es lediglich einer. „Die Gewänder sind einfach schöner. Und unsere Mama wollte es auch“, zeigten sich Sophie und Marie Neutzner überzeugt.

Empfang des Leibes Christi

Die Sonntags-Kommunionkinder Münsters.

Für jene, die vor dem Empfang des Leibes Christi doch ein wenig Nervosität zeigten, hatten Pfarrer Bernhard Schüpke und Gemeindereferentin Regina Schindler-Christe noch ein kleines Geschenk kurz vor dem Einzug parat: Um den Hals gab es eine Kette mit einem Kreuz, auf dem ein kleiner Baum war. „Jetzt kann euch nichts mehr passieren“, hob die Gemeindereferentin mit viel Gottvertrauen heraus. Der Baum spielte im Kommuni-onuntericht und auch im Gottesdienst eine zentrale Rolle. Unter dem Motto „Ein Baum braucht Wurzeln“ hatten die Kinder eine Darstellung vorbereitet, bei der sie sich aus der Hocke symbolisch erhoben um zu zeigen, dass sie mit dem heutigen Sakrament einen wichtigen Schritt in ihrem Leben als junge, mündige Christen getan haben.

Für die Zukunft hofft nicht nur Pfarrer Bernhard Schüpke, dass möglichst viele der Erstkommunikanten die Bindung an die Kirchengemeinde nicht so schnell verlieren. Einen wichtigen Stellenwert nimmt dabei auch die Erlebnisfahrt der Kinder am 20. April nach Steinau an der Straße ein, die bewusst auf einen Termin nach dem Weißen Sonntag gelegt wurde. Die beiden Zwillinge Sophie und Marie Neutzner können sich jetzt schon vorstellen, zukünftig als Messdiener und damit als Ministranten zu agieren.

Quelle: op-online.de

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