Mit den Lottomillionen ins „Ausland Eppertshausen“

+
Ein großer Spaß waren die drei Aufführungen eines Schwanks von Erich Koch, dargeboten vom Eintracht-Fanclub in der Kulturhalle. Nach den Plänen von Robert sollen die drei Damen ihre Millionen in Tamaras Verwöhnoase investieren.

Altheim ‐ Wahre Routiniers sind die Altheimer Mitglieder des Eintracht-Fanclubs Münster-Altheim in Sachen Theater: Seit 1986 bereichern sie jährlich mit ihren Aufführungen das Kulturprogramm des Ortes. Von Jasmin Frank

„Angefangen hat alles mit einem Sketch, um die Weihnachtsfeier aufzulockern. Nun spielen wir schon seit zwölf Jahren in der großen Kulturhalle und immer sind die Aufführungen ausverkauft“, freut sich Roland Weihert, seines Zeichens erster Vorsitzender.

Von dem aktuellen Spielergebnis ihrer favorisierten Fußballmannschaft ließ sich die Theatergruppe jedenfalls nicht die gute Laune verderben und so zeigten sie an diesem Wochenende gleich an drei jeweils komplett ausverkauften Vorstellung ihr Können.

„Die Stücke suchen wir gemeinsam aus, jeder kann mitentscheiden und sich eine Rolle aussuchen. Streit gibt es da keinen unter uns. Dieses Jahr fiel die Entscheidung auf einen Schwank in drei Akten von Erich Koch“, erzählt Klaus Damm, der in diesem Stück Georg Würmer spielt. Dieser knackt mit Freund Willi, dargestellt von Roland Weihert, den Lottojackpot und gewinnt 26 Millionen Euro.

Männer sind die Sackgasse der Schöpfung

Nun gilt es, diesen Sieg vor den Ehefrauen und den Familien der beiden geheim zu halten, steht es doch um die familiären Beziehungen nicht gerade zum Besten. Darum ziehen sich auch Witze über das andere Geschlecht durch die gesamte Vorstellung. Männer seien die Sackgasse der Schöpfung und wollten immer nur das Eine: die Fernbedienung, sind sich die Damen einig.

Zu Verwicklungen kommt es in der Handlung dadurch, dass die gesamte Familie, außer natürlich den beiden Siegertypen, selbst für ein Theaterstück übt. Kaum kommen die beiden Gattinnen, gespielt von Angela Weihert und Edith Damm, von ihrer Generalprobe zurück und suchen ihre millionenschweren Ehemänner, so sind diese auch schon verschwunden und schmieden den Plan, einfach zu sagen, der Lottoschein sei nicht abgegeben worden.

Jedoch Schwiegermutter Hedwig Zicke alias Monika Schramm glaubt zu wissen, was die beiden wohl gerade tun: „Sie machen das, was alle Männer machen: Sie trinken sich ihre Frauen schön!“ Darauf kontert Bürgermeister Robert, der von einem der jüngsten Mitglieder des Ensembles, Sascha Diehl, dargestellt wird: „Das klappt doch nie - so viel Geld hat doch nach der Euro-Umstellung keiner mehr!“

Diehl ist übrigens eine Rarität in der Theatergruppe: Er ist kein passionierter Fußballfan, sondern einfach nur aus Lust am Schauspiel mit von der Partie. „Ich war als Kind schon mit meinen Eltern in den Vorstellungen des EFC und war immer begeistert. Weil ich sowohl bei der Fastnacht als auch bei der Kerb sehr aktiv bin, hat mich Roland Weihert einfach angesprochen, ob ich nicht auch mitspielen will. Da habe ich natürlich sofort ja gesagt“, meint der junge Altheimer.

Wer die Darbietungen dieses Mal verpasst hat, kann sich auf die nächste Saison freuen, denn das Theaterwochenende war nicht das letzte der schauspielernden Eintracht-Fans: Im nächsten Jahr gilt es, das 25-jährige Jubiläum zu zelebrieren.

Derweil geht es munter auf der Bühne weiter und vor allem die Auftritte von Mammuts Sohn Gerd im Ballettröckchen, den Matthias Matheis gekonnt spielt, und von Opa Rudi als Domina mit Peitsche, dargestellt von Werner Lehr, rufen viel Applaus hervor. Dabei jagt eine Pointe die nächste und nicht nur Männlein und Weiblein bekommen ihr Fett ab, sondern auch die Nachbargemeinde. Als die Ehefrauen vermuten, ihre Männer könnten sich ins Ausland abgesetzt haben, meint die ungeliebte Schwiegermutter Hedwig Zicke: „Ihr meint doch nicht etwa bis nach Eppertshausen?“.

Quelle: op-online.de

Kommentare