Wetter zu schön für ein Weinfest

+
Der MGV untermalte sein Fest mit klassischen Weinliedern.

Münster - Bauernmarkt in Groß-Umstadt, Altstadtfest in Babenhausen, Industriegebietsfest im Norden Dieburgs – der Terminkalender der Gegend zeigte sich am Wochenende proppenvoll. Dazu herrschte Kaiserwetter, was zahlreiche Optionen im Privatbereich bot. Von Michael Just

Bei diesen Vorzeichen mussten sich zwangsläufig kleinere Veranstaltungen als Verlierer entpuppen.

Das traf am Samstagabend in besonderer Weise auf das Weinfest des Männergesangvereins (MGV) zu. In der noch mit dem Foyer erweiterten Kulturhalle versammelten sich kaum mehr als 150 Personen. Die Hälfte stellte der Männerchor und sein Anhang selbst. Die Weinkarte ließ indes keine Wünsche offen: Für jeden Geschmack etwas dabei, wie Weine aus Rheinhessen, der Pfalz, von der Ahr und aus Baden bewiesen. Grauer und Weißer Burgunder, Chardonnay, Rivaner, Kerner Kabinett oder die Huxelrebe Spätlese ließen sich genauso entdecken und verkosten wie ein klassischer Dornfelder oder ein Merlot.

Sänger standen mitten im Raum

Doch das nützte alles nichts: Der gelobte und immer wieder besungene Trank der Götter zog an diesem Abend nicht. Sinnbildlich dafür stand der Kurzauftritt des MGV. Untermalen die Sänger sonst von der Bühne der Kulturhalle ihre Veranstaltung, standen sie nun mitten im Raum bei den Gästen. Zu weit wäre sonst die Distanz zwischen Besuchern und Chor gewesen.

„So leer war’s noch nie“, merkt einer der Sänger etwas frustriert gegen 21 Uhr an. Sein Kollege Klaus Haus nippt derweil an seinem trockenen Chardonnay aus der Pfalz. „Der Riesling ist bestimmt auch gut“, sagt er. Umschwenken will er allerdings nicht: „Einmal einen Wein angefangen, sollte man den weitertrinken“, zitiert er eine alte Weisheit. Wie er sagt, mag er sonst eher Rot- statt Weißweine. Da es aber so warm ist, hält er sich lieber an die Weißen. Getreu einer anderen Weisheit, dass die Roten bei hohen Temperaturen allzu schnell in den Kopf steigen.

Alleinunterhalter Thorsten Schmitz bestimmte den Abend

Neben dem Auftritt des MGV bestimmte Alleinunterhalter Thorsten Schmitz den Abend. Mit seiner sonoren Stimme und der gefälligen Musikauswahl schaffte er es, doch noch einige Unverdrossene auf das Tanzparkett zu locken.

„Das Wetter ist einfach zu gut“, bilanziert MGV-Vorsitzender Werner Ellermann zur überschaubaren Resonanz. Auch wenn er es sich nicht anmerken lässt, ist er doch enttäuscht. „Es hätten durchaus ein paar mehr sein können“, sagt er. So bleibt die Hoffnung auf das kommende Jahr, dass das Weinfest des MGV dann besser ankommt. Dann vielleicht mit weniger Veranstaltungen in der Umgebung und einem Wetter, dass mehr nach drinnen als nach draußen lockt.

Quelle: op-online.de

Kommentare