Mäusberg spaltet die Fraktionen

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Münsters Mäusberg von oben betrachtet.

Münster - Selten ging es wohl bei einer Gemeindevertretersitzung in Münster so turbulent zu, wie am Mittwochabend im Sitzungssaal des Rathauses. Die Gemeindevertreter schufen nicht nur eine große Bühne, sie hatten auch viel Publikum. Von Ulrike Bernauer 

Rund 50 Bürger waren zur Sitzung gekommen, die allerdings erst mal eine halbe Stunde auf den Beginn warten mussten. Grund war, die nichtöffentliche Beratung des Tagesordnungspunkte „Sportpark, Beratung der Machbarkeitsstudie“.

Dieser Punkt sorgte dann auch für die erregten Diskussionen, die sich abspielten. Grund dafür war, dass die CDU die Machbarkeitsstudie so nicht anerkennen wollte, vor allen Dingen den Zahlen wollte sie nicht trauen. Erna Roßkopf, Fraktionsvorsitzende der CDU, rechnete vor, dass bei einer Verlagerung der Sportstätten des SV 1919 vom jetzigen Standort im Gebiet „Am Mäusberg“ ein Verlust von 1,9 Millionen Euro entstehen würde. Roßkopf zweifelte an, dass die Grundstückspreise zu erzielen seien, wie sie in der Studie der „Terramag“ angenommen werden. Sowohl Bernd Fritsch (SPD) als auch Gerhard Bonifer-Dörr (ALMA) zeigten sich irritiert über den Sinneswandel der CDU, habe die doch seit zwei Jahren, so lange laufen die Arbeiten an dem Projekt schon, das Vorhaben unterstützt.

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Gerhard Bonifer-Dörr unterstellte den Gemeindevertretern der CDU, dass sie gar nicht in der Sache entschieden. Die CDU habe nicht verwunden, dass nun ein Mann an der Spitze der Gemeinde stehe, der anderer Couleur sei. Die Zahlen, die die CDU bemühe, würden nicht davon richtiger, dass sie wiederholt werden würden. Tatsächlich könne man mit der Verkauf der Grundstücke „Am Mäusberg“ so viel erzielen, dass am Ende bei der Errichtung des Sportparkes mindestens eine schwarze Null, wenn nicht gar ein leichter Überschuss zu erzielen sei.

Sport besonders wichtig für Kinder

Klaus Rainer Bulang (SPD) wollte nicht nur über Zahlen sprechen. Man müsse dem Verein auch eine Chance geben, der schon heute unter Platzproblemen leide. Sport sei besonders wichtig für Kinder und der Ausübung sollte sich die Gemeinde nicht verweigern. Zudem könne man die Entwicklung der Gemeinde nicht einfach so außen vor lassen. „Am Mäusberg“ könnte man 50 Grundstücke in hervorragender Ortslage vermarkten.

Dies sei auch der Entwicklung der Gemeinde zuträglich, die schließlich auch von der Lage im Rhein-Main-Gebiet profitiere. Bulang bestritt auch, dass man mit der Verlagerung des Sportparks ein Risiko eingehe. „Wir gehen Schritt für Schritt vor und können das Projekt auch stoppen, sollte sich ein finanzielles Risiko ergeben.“

Die CDU hingegen wollte nicht den ganzen Erlös aus dem Verkauf der Grundstücke „Am Mäusberg“ in einen Sportpark stecken, wie Roßkopf erläuterte. Zudem vermisse sie eine Abstimmung der Mitglieder des Sportvereins zu dem Thema. Man könne sich allerdings die Förderung eines Kunstrasens für den Verein durch die Gemeinde vorstellen, so die CDU, die am liebsten ad hoc dazu einen Antrag eingebracht hätte.

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Dieser Rasen soll aber am alten Platz bleiben. Bezüglich der Glaubwürdigkeit der Zahlen der Terramag-Studie bemühte ein CDU-Vertreter das Argument, dass man schließlich habe auch bei einem Hessentag Verluste gemacht habe.

Auch eine Sitzungsunterbrechung, um vor allem den CDU-Vertretern erneut Gelegenheit zur Beratung zu geben, und die Rede von Dieter Huther, Vorstandsmitglied des SV, dem vom Vorsitzenden der Gemeindevertretersitzung, Günter Willmann, ausnahmsweise Rederecht eingeräumt worden war, konnte die CDU nicht umstimmen.

Da es keinen Beschlussvorschlag zu diesem Tagesordnungspunkt gab, wurde auch nicht abgestimmt. Wie es nun mit dem Sportpark und dem Gebiet „Am Mäusberg“ weitergeht, ist damit völlig unklar.

Quelle: op-online.de

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