Magere lassen sich nicht räuchern

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Der Herr des Räucherofens ist Rudi Kallup. Die vom Angelsportverein Münster am Räuchertag servierten Forellen werden über Nacht in einer Salzlake auf den heißen Ofen vorbereitet.

Münster ‐ Ein Hauch von Fließbandarbeit: Eine Forelle nach der anderen geht im Anglerheim des Münsterer Angelsportvereins über die Theke. Kein Wunder, dass die Mitglieder mächtig zu tun haben: Wer von dem Räuchertag gehört hat, hat sich einen oder gleich mehrere der delikaten Fische reservieren lassen. Von Jasmin Frank

Wir machen diese Aktion bereits seit über zehn Jahren, da wissen die Leute im Ort schon, wie gut es hier schmeckt“, erzählt Jugendwart Wilfried Ingefeld stolz. Bevor die Fische aber in den Räucherofen kommen, gibt es noch einiges zu tun, weiß Rudi Kallup, der für die Zubereitung der Forellen verantwortlich ist: „Wir fangen schon einen Tag vorher an, denn die Fische kommen über Nacht in eine Salzlake. Früher haben wir auch Aale angeboten, die gehen aber wegen des hohen Fettanteils heute nicht mehr so gut. Allerdings muss schon das eine oder andere Gramm Fett am Fisch vorhanden sein. Magere Sorten lassen sich gar nicht räuchern.“ Am vergangenen Sonntag wurden 160 Fische verarbeitet, die natürlich nicht alle aus den beiden heimischen Gewässern des Vereins, dem Bitzensee und dem See am Freizeitgelände, stammten, sondern aus der Region zugekauft wurden. Dennoch gibt es für die Angler in den Münsterer Gewässern einige schwimmende Delikatessen wie Wels, Regenbogenforelle und Zander, die aber allesamt gleich frisch zubereitet werden.

Auch Angler-Nachwuchs mit von der Partie

Auch der Nachwuchs des insgesamt rund 120 Mitglieder starken Vereins ist am Räuchertag vor Ort, darunter Christopher Bittner. Der 20-jährige passionierte Angler hat zehn Angelruten zu Hause, die er je nach Fischart gebraucht: „Ich habe zum Beispiel spezielle Raubfisch- oder Karpfenruten. Der ist übrigens mein Lieblingsfisch. Allerdings wird er wieder zurückgesetzt und kommt nicht an Weihnachten in die Pfanne“, schmunzelt Bittner. Der junge Mann hat einen kleinen Verkaufstisch aufgebaut, an dem er Ruten und Zubehör feilbietet. Während er seine Interessenten berät, verlassen die Kunden der Räucherei mit prall gefüllten Taschen das Gelände.

Auch Hans Frühwein hat eingekauft. Nicht nur für sich alleine, wie er berichtet: „Meine Frau liebt Fisch und deshalb hole ich mir hier regelmäßig etwas. Hier weiß ich, wer den Fisch zubereitet hat und wie. Ab und zu bekomme ich auch mal einen frischen Fisch, wenn der Fang es zulässt.

So war es wahrscheinlich auch, als vor zwei Jahren der bislang größte Fang erzielt wurde, ein gut zwei Meter langer Waller (Wels) mit 49 Kilogramm Gewicht. Er musste von mehreren Personen an Land gebracht werden und wurde dann auch gemeinsam verzehrt – ein leckerer Schmaus, der den Anglern bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Quelle: op-online.de

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