Finanzielle Solidität ganz wichtig

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Martin Peußer, Vorsitzender des SV Münster, spricht im Interview über den geplanten Kunstrasen, wichtige

Münster - Vorweg ein paar Fakten zum SV Münster: Sommergarten, Fraport-Cup, Comedy-Veranstaltungen, Schiedsrichter-Sitzungen, nun erstmals ein Weinfest. Von Jens Dörr

700 Mitglieder, 300 Jugendliche, mit 200 Nachwuchsspielern neben der TS Ober-Roden und dem SC Hassia Dieburg die meisten im Fußballkreis überhaupt. American Football und Cheerleading integriert, Krabbel- und Fitness-Gruppen für Drei- bis 80-Jährige, in diesem Sommer zudem 17 Neuzugänge in den beiden Aktiven-Teams. Der Gesamtetat beträgt mehr als eine Viertelmillion Euro pro Jahr, nun wurden auch die Plätze auf Vordermann gebracht, die neue Fußball-Saison steht vor der Tür.

Langweilig wird es beim SV Münster wahrlich nicht. Seit drei Jahren steht Martin Peußer (50) dem Verein vom Mäusberg vor. Der selbstständige Personalentwickler (arbeitete in den 90ern unter anderem an der Restrukturierung von Resopal mit), der 2009 die Nachfolge von Peter Roßkopf antrat, äußert sich im Interview mit unserer Zeitung über einen außergewöhnlich aktiven Verein - und große Pläne für die nächsten Jahre.

Hartplatz gehört bald der Vergangenheit an

Herr Peußer, in der Sommerpause sanierte mit der Firma Büchner ein Unternehmen die Plätze des SV Münster, das auch in der Frankfurter Commerzbank-Arena tätig ist. Der Hartplatz jedoch soll nach dem Willen des Vereins bald der Vergangenheit angehören.

Martin Peußer: Ja, wir planen den Tennenplatz bis spätestens 2014 zum Kunstrasen umzubauen. Dafür dienten unter anderem die Einnahmen aus dem Freundschaftsspiel gegen Kickers Offenbach. Der OFC ist uns da in Sachen Antrittsgeld sehr entgegen gekommen. Wir werden mit der Maßnahme sehr viel bessere Trainingsplätze schaffen und weiterhin konkurrenzfähig blieben.

Bis 2019, wenn der SV Münster 100 Jahre alt wird, will sich der Verein noch weiter aufhübschen ...

Richtig. Wir wollen weiterhin attraktiven Sport auf dem Gelände anbieten, das wir in Erbpacht bis 2054 zugesichert bekommen haben, dazu gehört die genannte Maßnahme und vieles mehr - wie neue Bäume pflanzen und die weitere Sanierung des Vereinsheims vorzunehmen. Die Treppe und das Vorgelände haben wir bereits saniert, nutzen die Solarthermie für komfortables Duschen.

Wer bezahlt das alles?

Man muss deutlich sagen: Das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder ist unerlässlich, aber gleichzeitig gilt, dass dies ohne öffentliche Gelder nicht möglich wäre. Uns unterstützt aber nicht nur Bürgermeister Walter Blank, sondern auch der Kreis und das Hessische Innenministerium. Die Fraport, Schmucker, die Sparkasse sowie die Volksbank sind ebenfalls wichtige Unterstützer unserer Vorhaben, nicht zu vergessen die ortsansässigen Unternehmen.

Große Pläne haben viele Vereine. Wie stellt der SVM sicher, dass er sich nicht verkalkuliert?

Wirtschaftliche Solidität halten wir für ganz, ganz wichtig. Wir betreiben das Ganze mit Hirn und Verstand. Die Wirtschaft betreiben wir in Eigenregie, neue Ideen werden nicht nur geäußert, sondern auch umgesetzt. So etwa das Weinfest gerade jetzt oder das Gauditurnier im Winter. Wir profitieren davon, dass wir ein sehr familiärer Verein für alle Altersgruppen sind: Hier existiert die Bereitschaft zu helfen und die Leute gehen auch fleißig zu den eigenen Veranstaltungen.

Was ist dem SV Münster in sportlicher Hinsicht wichtig?

Wir wollen auch Menschen ansprechen, die sich vorher nicht für den Verein interessiert haben. Das ist uns zum Beispiel mit der Kinderkrabbelgruppe, der Senioren-Gymnastik „Fit für die Enkel“ und zum Schluss mit der Aufnahme der Footballer und der Cheerleader gelungen. Die Münster Rage, die nun bei uns eine eigene Abteilung bilden und neben American Football auch Flagfootball anbieten, brachten uns auf einen Schlag 40 neue Mitglieder.

Der Fußball bleibt dennoch das Aushängeschild eines Vereins, der Männerfußball zumindest ...

Ich weiß, worauf Sie anspielen. Ich gratuliere der FSV Münster zu seiner Abteilung Mädchenfußball. Das haben sie toll gemacht.

Wie sehen Sie die Entwicklung der Aktivität mit ihren Teams in der Kreisoberliga und der B-Liga?

Unser Ziel ist es, die erste und zweite Mannschaft zu 90 Prozent aus der eigenen Jugend zu bestücken und uns extern nur punktuell zu verstärken. Schon vergangene Saison haben sechs Spieler bei den Aktiven Einsätze bekommen, die eigentlich noch bei den A-Junioren spielen. Das ist unserer sehr guten Jugendarbeit über die letzten Jahre geschuldet, gleichzeitig sollen auch die Jugendmannschaften eigene Ziele verwirklichen. Die erste Mannschaft wird in der neuen Saison wieder oben mitspielen und die 1b eine bessere Runde als in der letzten Saison spielen.

Da herrscht mit Vincenzo D’Orsi auf dem Trainerposten eine ebenfalls nicht ganz gewöhnliche Kontinuität.

Er ist schon seit sechs Jahren bei uns und wir sind froh darüber, denn er bekommt die Ansprache an die Spieler immer wieder aufs Neue hin. Hier gilt es ebenfalls, die sehr gute Arbeit des Spielausschusses ausdrücklich zu loben.

Quelle: op-online.de

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