Mehr Besucher im Tierheim

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Viele Hunde, wie der Wildfang Kaspar, warten im Kreistierheim Münster auf ein neues Zuhause.

Münster - Munteres Bellen ist zu hören, wenn ein Besucher das Gelände des Kreistierheims in Münster betritt, denn auf dem Außengelände springt ein hübscher mittelgroßer Schäferhund-Mix namens Kaspar fröhlich herum. Von Jasmin Frank

„Hier herein“, ruft Tierheimleiterin Ursula Schuster Interessenten zu und steht dann in ihrem Büro für Fragen bereit.

Es ist viel los: Das Telefon klingelt fast durchgängig wegen Nachfragen aller Art, Interessenten kommen und halten Ausschau nach einem kleinen Hund, und der Tierarzt ruft an, weil er einen Chamäleon-Patienten hat, bei dem er nicht weiter weiß. Schuster bleibt derweil gelassen, wickelt routiniert und freundlich alle Anfragen ab und dabei bleibt ihr sogar noch Zeit dafür, die kleine Paula, eine schmusebedürftige Hundedame, zärtlich zu kraulen.

„Ich bin nun seit Oktober hier aktiv und habe einiges geändert, vor allem wurden die Öffnungszeiten verlängert und nun kommen viel mehr Besucher als früher zu uns, das ist natürlich gut für die Vermittlung unserer Vierbeiner“, informiert die Tierexpertin.

Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag

Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag stehen die Türen von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr für Gäste offen und auch die Gassigehzeiten wurden angepasst, zusätzlich zu den Öffnungszeiten kann an allen Vormittagen mit den Hunden gelaufen werden. Auch Tierpflegerin Daniela Voß ist des Lobes voll und meint: „Es hat sich viel getan in den letzten Monaten. Nicht nur dass alles viel harmonischer und freundlicher ist, die Aufgaben sind viel effektiver, wir haben nun mehr Möglichkeiten, uns mit den Tieren intensiv zu beschäftigen.“

Tiere werden nach Schusters Konzept nicht wie Menschen behandelt: „Bei uns bekommen Katzen nicht vorgelesen, sondern wir spielen artgerecht mit ihnen. Unsere Hunde werden, wenn nötig, trainiert und gehen auch in die Hundeschule, denn die Grundkommandos müssen sitzen.“

So hat die neue Heimleitung schon einige Erfolge erzielt: Kaspar, der nie Auto fahren wollte, springt nun problemlos in den Kofferraum und freut sich auf die Reise. „Wir haben mit ganz kurzen Strecken angefangen und am Ende des Weges wartete zur Belohnung immer seine Hundefreundin auf ihn, da war der Anreiz für ihn natürlich groß, sich zu einer Spritztour überreden zu lassen“, schmunzelt Schuster. Über 20 Hunde, fast ebenso viele Katzen und einige Kleintiere leben derzeit in Münster und warten auf ein neues Zuhause.

Nicht immer gelingt die Vermittlung reibungslos

Nicht immer gelingt die Vermittlung reibungslos, erst kürzlich wurde ein Hund wieder zurückgebracht, weil ein Vermieter mit dem Tier nicht einverstanden war. „Er hat sich an dem gestromten Fell des Tieres gestört, denn das sei seiner Meinung nach ein Zeichen dafür, dass es sich um einen Kampfhund-Mix handele, was natürlich gar nicht sein muss, denn viele Hundearten haben eine solche Musterung“, erklärt die Fachfrau.

Eine Abgabewelle nach den Weihnachtsfeiertagen ist bislang ausgeblieben, offenbar überlegen sich die Zweibeiner mittlerweile besser, ob sie sich einen Vierbeiner anschaffen wollen. „Lediglich ein Rattenpärchen mit Nachwuchs stand in einem kleinen Käfig vor der Tür, ansonsten blieb alles ruhig“, meint Schuster. Während manche Abgaben anonym oder ohne große Empathie vonstatten gehen, bricht manchen Menschen fast das Herz, wenn sie sich von ihrem Liebling trennen müssen, teilweise rufen sie noch wochenlang im Tierheim an und erkundigen sich nach ihrem tierischen Freund. „Menschen sind eben genauso unterschiedlich wie Tiere“, schmunzelt Schuster und freut sich, dass schon wieder die nächsten Interessenten vor der Tür stehen, um nach einem Haustier Ausschau zu halten.

Wer sich über die Arbeit des Tierheims und dessen Bewohner informieren möchte, kann dies vor Ort, in der Munastraße 2 in Münster–Breitefeld, tun oder im Internet auf der neu eingerichteten Homepage.

Quelle: op-online.de

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