Mehr Volksmedizin statt Hightech

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Gastredner bei der 125-Jahrfeier des Naturheilvereins Darmstadt und Umgebung war der Ehrenpräsident des Deutschen Naturheilbundes, Dr. med. Rainer Matejka (links). Walter Schledt vom Naturheilverein Darmstadt freute sich, den Mediziner in der Kulturhalle begrüßen zu dürfen. Matejka sprach in seinem Fachvortrag über die Leber, die der Anlass für Müdigkeit und Depressionen sein kann.

Münster ‐ Viele Stände, alle zum Thema Gesundheit, empfingen die Besucher der Kulturhalle am Wochenende. Zu einem Symposium hatte der Naturheilverein Darmstadt und Umgebung Mitglieder und Gäste eingeladen. Das Motto: „Bewegung ist Leben“. Von Ulrike Bernauer

Die große Massenbewegung des 19. Jahrhunderts, die Volksmedizin, bewegt heute leider keine Massen mehr“, bedauerte Walter Schledt, der Vorsitzende des Naturheilvereins, „an ihre Stelle traten Hightech-Medizin, Genforschung, Labordiagnostik und die Pharmakologie mit täglichen Meldungen über Hoffnung weckende Studienergebnisse.“ Erfolge gegen Seuchen und ansteckende Krankheiten seien damit erreicht worden, die Zunahme von Volkskrankheiten hätte sich dadurch aber nicht verhindern lassen.

Forderung nach umfassender Gesundheitsreform

Der Ehrenpräsident des Deutschen Naturheilbundes, Dr. med. Rainer Matejka, forderte eine umfassende Gesundheitsreform. „Immer mehr Geld allein hilft nicht, das was im Moment politisch in Sachen Gesundheit passiert, kann man nur als Reformschadensbegrenzung bezeichnen.“ Matejka bemängelte auch, dass in der Medizinerausbildung an den Universitäten die Frage, welche Ursachen für Krankheiten verantwortlich seien, völlig in den Hintergrund getreten sei. Fehlernährung, Stress und Bewegungsmangel sowie auch die mangelnde Sinnfindung, unter der so manche Menschen in ihrem Leben litten, seien kein Thema.

Die Jubiläumsveranstaltung des Naturheilvereins griff genau die persönliche Verantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit auf. „Bewegung ist Leben“, „Die neue Anti-Krebsernährung“ oder „Müde, depressiv, abgeschlagen, schon mal an die Leber gedacht?“ waren unter anderem die Vortragsthemen.

Auch das Rahmenprogramm fühlte sich dem Thema verpflichtet. Die Gymnastikgruppe des TV Münster demonstrierte, wie viel Spaß Bewegung macht, und die Musikschule Krones zeigte mit ihren Schülern, wie das Leben mit Inhalten bereichert wird. Mit fünf Klassikstücken begeisterten sie nicht nur ihr Publikum, sondern zeigten auch, dass Musizieren zusammen Freude bereitet.

Quelle: op-online.de

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