Meilenweite Erlebnistour

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Meilenweiter Überblick übers Geschehen einer außergewöhnlichen Gemeinschaftsaktion von Münster und Eppertshausen.

Münster/Eppertshausen ‐ Als Meilenstein der beiden Nachbargemeinden Münster und Eppertshausen kann deren erste Gewerbemeile vom Wochenende in die Geschichte eingehen. Von Thomas Meier

Die Idee, gemeinsam mehr erreichen zu können, sie ging eindrucksvoll auf, denn die ungezählten Besucherscharen aus nah und fern liefen nicht nur per pedes die 1,6 Kilometer langen Gewerbeschau auf der Landesstraße 3095 zwischen den Ortsschildern (etliche mehrfach) ab. Viele Besucher legten per Auto oder Fahrrad weite Wegstrecken zurück, um sich von der Leistungsstärke heimischen Gewerbes und seinem Einfallsreichtum zu überzeugen. Was die Veranstalter da auf die Beine gestellt haben, ließ sich wirklich sehen und erleben.

Schon der Auftakt am Samstag mit brasilianischem Sambatanz war ein Hingucker der besonderen Art. Vor der Bühne inmitten der Meile, ganz nahe bei der Ortsgrenze gelegen, tanzten zwei brasilianische Schönheiten, dass es eine Pracht war. Die beiden Bürgermeister wussten, wie sie gleich zu Beginn die Massen zum Großereignis anziehen konnten: mit leichtbeschürzten, exotischen Rhythmusköniginnen.

Die enge kommunale Zusammenarbeit sollte auch in einem Fest ihre Fortsetzung finden, erklärte Münsters Verwaltungschef Walter Blank, sein Eppertshäuser Kollege Carsten Helfmann unterstrich unter lautem Beifall, die beiden Kommunen im Herzen des Rhein-Main-Gebietes brauchten sich vor den größeren Nachbarn nicht zu verstecken.

Impressionen der Gewerbemeile

Meilenstein Gewerbemeile

Und so erhielten die beiden Gastgeber der Leistungsschau mit 139 beteiligten Ausstellern und Institutionen auch hochkarätige Schützenhilfe. Da ließ es sich der Regierungspräsident Johannes Baron nicht nehmen, vor dem Bieranstich ein Grußwort zu entrichten. Zugegen waren Kreisbeigeordneter Uwe Bülter, der für den Landrat gratulierte, dessen Vorgänger Alfred Jakoubek applaudierte ebenso wie die Bürgermeister von Messel, Groß-Zimmern und Schaafheim. Landtagsabgeordnete stießen mit an, viele Wirtschaftsverbände wie Dr. Claus Gielke von der IHK oder der Vizepräsident der Handwerkskammer Rhein-Mai, Klaus Nennhuber, hatten ihre Repräsentanten entsandt. Schließlich durfte auch Gottes Segen nicht fehlen, alle fünf Kirchengemeinden der beiden Orte waren mit Ausstellungsstand und den Pfarrern präsent. Über eine Stunde währte die Begrüßung, bei der nicht alle Prominente namentlich erfasst werden konnten, zu viele wollten am Meilenereignis teil haben.

Gedankt wurde den zahlreichen Helfern des Events, dessen Logistik allein 30 000 Euro verschlang. Meilenlange Leitungen für Wasser, Abwasser und Strom mussten verlegt werden, um bestmögliche Präsentationsvoraussetzungen zu schaffen.

Und so war bestens gerüstet, wer mit Siebenmeilenstiefeln zur Schau über 1,6 Kilometer kam. Wer sich ohne Zauberschuhwerk genügend Zeit mitgebracht hatte, wurde tausendfach belohnt mit ebenso vielen Eindrücken. Die römische Meile („milia“ von mille, tausend, abstammend) entsprach rund 1,480 Kilometern. Sie bezeichnete ursprünglich eine Strecke von 1000 Doppelschritten. Und Zweifachschritte waren ratsam, die Münster-Eppertshäuser Strecke, die nahe an die englische Landmeile mit ihren 1609 Metern herankam, abzulaufen.

Miles and more war da zu erleben. Die Gewerbeschau wurde mit zahlreichen Vereinpräsentationen ergänzt und von vielen Musik- und Tanzdarbietungen umrahmt. Auf der Strecke gab es zahlreiche kulinarische Raststationen, an denen auf hohem Niveau Gaumen und Kehle verwöhnt wurden. Gewinnspiele und Mitmachaktionen für Erwachsene und Kindern rundeten den Spaß ab. Und nicht nur die Hacken konnte man sich ablaufen. Da boten Aussteller etwa Segways zum meilenweiten Abrollen an, Fitness-Betriebe hatten Tretautos zu verleihen und der Kranservice Meister aus Dieburg bot an beiden Enden der Gewerbemeile Plattformen, mit denen man abgehoben das Ganze mal aus der Luft beschauen konnte. Bestens angenommen wurde auch der eingerichtete Bimmelbahn-Verkehr, der die Besucher auf landwirtschaftlichen Nutzwegen neben der Gewerbemeile durchs Feld von einem zum anderen Startpunkt verfrachtete.

Den Ansturm auf die Meile begünstigte am Samstag freilich das Wetter, das prächtig mitspielte und auch am Abend prächtige Kulisse für den Auftritt zum Konzert mit Sushiduke bot, die bis nach Mitternacht Publikum und Störche unterhielt. Doch auch als der Wind am Sonntag zeitweise garstig blies und Schauer im Gepäck hatte, riss der Strom der Besucher nicht ab. Zwar litt der ökumenische Freiluft-Gottesdienst ein wenig, doch schnürten sich nachmittags viele interessierte wieder die Schuhe, um meilenweit fürs gemeinsame Projekt auf Sightseeing zu stiefeln.

Quelle: op-online.de

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