In der Klassik zu Hause

Mezzosopranistin Sarah Mehnert gibt „Hänsel“ zum Neujahrskonzert

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Sarah Mehnert tritt beim Neujahrskonzert der Gemeinde Münster als Solistin gemeinsam mit dem Landesjugendsinfonieorchester auf. J  Foto: Veranstalter

Münster - Am Samstag, 20. Januar, kommt das hessische Landesjugendsinfonieorchester (LJSO) zum Neujahrskonzert nach Münster und präsentiert berühmte Ausschnitte aus Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“. Von Meike Mittmeyer-Riehl

Hänsels Part übernimmt die Mezzosopranistin Sarah Mehnert. Im Interview erzählt sie, warum sie sich mit der Rolle so gut identifizieren kann, wie sie vom Pop zur Klassik kam und wie sich eine Profi-Sängerin in der Grippezeit vor Heiserkeit schützt. Mehnert trat 2015 erstmals bei den Burgfestspielen Bad Vilbel auf und debütierte 2016 an der Oper Frankfurt mit der Alt-Partie in Benjamin Brittens „Paul Bunyan“. Sie ist regelmäßig mit verschiedenen Mezzosopran-Partien in Opernproduktionen für Kinder an der Oper Frankfurt zu hören. Die Partien von Hänsel und Gretel übernimmt sie gemeinsam mit Paula Bohnet aus der Gesangsklasse von Prof. Thomas Heyer an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt.

Viele junge Frauen träumen davon, als Sängerin berühmt zu werden – meist aber eher im Pop-Bereich. Wie sind Sie zur klassischen Musik gekommen?

Mit der klassischen Musik kam ich bereits sehr früh in Berührung. Da ich aus einem musikalisch geprägten Elternhaus komme, erhielt ich bereits mit sechs Jahren Geigenunterricht und war im Kinderchor aktiv. Das Singen war somit jeher ein Thema, wenn auch zunächst nicht im klassischen Bereich. In meinen Jugendjahren war ich dann eher der Popmusik zugetan und gründete meine eigene Band. Meine ersten klassischen Gesangsunterricht erhielt ich erst mit 20 und merkte dadurch sehr schnell, dass ich in der Klassik zu Hause bin. 

Was ist das Besondere daran, gemeinsam mit dem Landesjugendsinfonieorchester aufzutreten? 

Es ist toll, bei einem Projekt mitwirken zu können, an dem viele junge und aufstrebende Künstler beteiligt sind. Es bereitet mir Freude, diese Möglichkeiten nutzen zu können, mich in Partien ausprobieren zu können.

Beim Neujahrskonzert in Münster singen Sie den Part des Hänsel aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“. Was verbindet Sie mit dieser Figur?

Hänsel und Gretel“ war mit der „Zauberflöte“ eine der ersten Kassetten, die ich von meinem Vater geschenkt bekommen habe. Ich hörte und sang sie rauf und runter. Ich müsste die Kassetten heute noch irgendwo haben.

In welche Figur oder Rolle in einem Stück würden Sie gern mal schlüpfen, die Sie bislang noch nicht verkörpert haben?

Ach da gibt es noch so einiges. Das würde sicherlich den Rahmen sprengen, wenn ich alles auflisten würde. Spannend für mich wäre allerdings unter anderem die Rolle der “Ulrika” aus Verdi´s “Un ballo in maschera”.

Als Profi-Sängerin muss man ja ganz besonders auf seine Stimme aufpassen. Das ist doch gerade in der Erkältungszeit gar nicht so leicht, oder? 

Eigentlich mache ich nichts Besonderes. Ich versuche mich warm zu halten und nehme ausreichend Vitamin C zu mir. Und das war‘s auch eigentlich ...

Was machen Sie gerne, wenn Sie nicht gerade auf der Bühne stehen und singen oder dafür proben?

Ich verbringe viel Zeit mit meinem Hund und somit auch in der Natur. Wichtig ist mir vor allem, meine Familie und Freunde regelmäßig zu sehen, da es mir Ruhe und Stabilität schenkt, um mich ganz auf den Beruf konzentrieren zu können. Außerdem spiele ich gerne Squash, mache im Sommer Bergtouren mit meiner Mutter und würde gerne viel mehr Zeit zum Lesen und Reisen haben.

Das Neujahrskonzert mit dem Landesjugendsinfonieorchester beginnt am Samstag, 20. Januar, um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) in Münsters Kulturhalle an der Friedrich-Ebert-Straße 73. Tickets gibt es im Rathaus Münster, bei allen ztix-Vorverkaufsstellen und online unter www.kulturhalle-muenster.de. (tm)

Quelle: op-online.de

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