Missstände auf Fest beleuchtet

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Hülya Lehr (Mitte) brachte gemeinsam mit dem Ausländerbeirat Musik und gute Stimmung zum ersten Fest der Begegnungen in den Ortsteil Breitefeld und zu den ausländischen Bewohnern des Hotels am Wald.

Breitefeld - „Ich bin glücklich, dass wir mit so vielen Menschen zusammen feiern können“, strahlte Hülya Lehr. Von Peter Back

Schon bei ihrem ersten Besuch des Hotels am Wald des seit 1997 als Ortsteil Breitefeld bekannten Areals des ehemaligen Munitionsdepots fielen ihr die misslichen Wohnumstände der rund 290 Bewohner auf. Aber auch die fehlende Straßenbeleuchtung, eine mangelhafte Beschilderung der Straßen sowie eine nicht vorhandene öffentliche Verkehrsanbindung. Grund genug für die engagierte Vorsitzende des im November 2010 erstmals in Münster gewählten fünfköpfigen Ausländerbeirats, eine Begegnungsfeier zu organisieren, um dem abseits gelegenen Ortsteil Gehör zu verschaffen.

Polnische, rumänische, ungarische und bulgarische Musiker sorgten mit ihren landestypischen Klängen für musikalische Unterhaltung, während mit Käse gefüllte Teigtaschen und Schoko-Kokos-Kuchen den Gaumen erfreuten. „Die Bewohner möchten sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen“, schloss Hülya Lehr aus der großen Resonanz der Bewohner, von denen 226 aus Rumänien stammen. Gleichzeitig nutzte sie das Fest, um über die Beratungsmöglichkeiten für Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa zu informieren. Unterstützt wurde sie dabei von Horst Raupp, Regionssekretär des DGB-Südhessen, der mit neun ehrenamtlichen Helfern muttersprachliche Informationsbroschüren verteilte.

„Nach unseren ersten Erkenntnissen arbeiten die meisten der Bewohner für Subunternehmer, die für Schlachtereien, Wurstfabriken und Lagerhallen des Handelskonzerns Rewe tätig sind“, informierte Raupp. Ein Kamerateam des hessischen Rundfunks, das die Arbeit des Ausländerbeirats langfristig begleitet, stattete dem Fest einen Besuch ab, ebenso wie der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Gerald Frank.

Quelle: op-online.de

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