Sportplatzabsichten des SV Münster

Künstlicher Rasen mitten im Ort?

Münster - Der SV Münster will eine neuen Kunstrasenplatz am Mäusberg bauen lassen. Die SPD reagiert in einer Stellungnahme zurückhaltend. Sie fordert ein Mitspracherecht für Parlament und Bürger. Von Thomas Meier

„Großprojekte eines Vereins, die das Bild der Gemeinde verändern und auf Jahre hinaus prägen, können nicht nur innerhalb des Vereins entschieden werden.“ Mit dieser Stellungnahme reagiert die SPD Münster auf die Ankündigung des Sportvereins Münster, ein Kunstrasen-Großfeld am Mäusberg errichten lassen zu wollen. Die letzten Worte der Haushaltsrede, in der der Bürgermeister die schwierige, wenn nicht sogar desolate Finanzlage der Gemeinde schilderte, seien noch nicht ganz verklungen, da habe man von neuen finanziellen Forderungen an die Gemeindekasse lesen können, erinnern die Genossen an die klamme Haushaltslage und nehmen sich den Vorsitzenden des SVM vor.

Martin Peußer ist auch finanzpolitischer Sprecher der CDU-Mehrheitsfraktion im Gemeindeparlament. Ihn zitiert die SPD: „Der Bau eines Kunstrasen-Großfelds soll sehr viel bessere Trainingsplätze schaffen. Der SV Münster soll weiterhin konkurrenzfähig bleiben.“ So begründe der SVM-Vorsitzende das Vorhaben seines Vereins und er gehe davon aus, dass außer Land und Landkreis auch die Gemeinde Münster einen mittleren fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Betrag zuschießt, rückschließt der SPD-Ortsverein.

Festgeschriebene Struktur

Zusätzlich zu den direkten Vereinsförderungen von fast 40.000 Euro und indirekten Vereinsförderungen von über 360.000 Euro durch die Bereitstellung von Hallen und Räumlichkeiten durch die Gemeinde solle in einer Zeit der leeren Kassen das Großprojekt eines Vereins gefördert werden. Die SPD erinnert an die Worte Peußers zur „Schuldenbremse“, die er als Mitglied der CDU-Fraktion in seiner Rede zum Haushalt 2012 angekündigt habe.

„Das Sportgelände des SVM liegt mitten im Wohngebiet der Gemeinde. Mit dem Bau eines Kunstrasen-Großfeldes wird die Struktur im Bereich Mäusberg auf viele Jahre festgeschrieben und beschränkt die künftigen Möglichkeiten der Ortsentwicklung“, konstatieren die Genossen. Großprojekte eines Vereins, die das Bild der Gemeinde verändern und auf Jahre hinaus prägen, könnten nicht nur innerhalb des Vereins entschieden werden. „Die SPD will die Bestrebungen des SVM, sich weiter zu entwickeln und konkurrenzfähig zu bleiben, nicht bremsen, aber das Ganze muss finanziell verantwortbar sein und zudem in ein Gesamtkonzept der Ortsentwicklung passen“, so Bernd Fritsch (SPD), Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss Münster. Dieses Konzept müsse von der Gemeinde erstellt und mit den Bürgern abgestimmt werden. Dabei seien auch unkonventionelle Überlegungen anzustellen, beispielsweise, ob ein alternativer Standort für das Sportgelände des SVM bereitgestellt werden könne.

Attraktives Gebiet mitten in Münster

Fritsch erklärt: „Mit dem derzeitigen SVM-Gelände befindet sich mitten in Münster ein attraktives Gebiet, das für verdichtete Wohnbebauung einschließlich Kleingewebe und Einzelhandelsgeschäften prädestiniert ist. Im Gegensatz zu einem neuen Baugebiet, wie es im Anschluss an das Gewerbegebiet Auf der Beune an der Altheimer Straße angedacht ist, sind nur geringe Erstellungs- und Folgekosten bei der Infrastruktur zu erwarten.“

Zudem entfiele der Lärm durch Sportveranstaltungen mitten im Wohngebiet. Wertvolle Bodenflächen kämen stattdessen der Entwicklung der Gemeinde zu einem attraktiven Wohnstandort zugute. Im Gegenzug könne der SVM einen alternativen, exklusiven Standort erhalten und sein 100-jähriges Bestehen in einer neuen modernen Sportstätte einschließlich eines Kunstrasen-Großfeldes feiern. Die erforderlichen finanziellen Mittel könnten über die Vermarktung des Mäusberg-Areals erzielt werden. Fritsch erklärt: „Vor allem muss das Ganze in ein Gesamtkonzept der Ortsentwicklung passen.“ Die SPD werde sich dieses Themas mit öffentlichen Aktivitäten und Veranstaltungen annehmen und die Bürger an der Diskussion beteiligen.

Quelle: op-online.de

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