Von Momo bis zur Blechtrommel...

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Die „guten Geister“ in Altheims Bücherei: Rosemarie Hübner, Hedwig Lautenschläger und Martha Neff. Lautenschläger quittierte nun ihren Dienst.

Altheim ‐ Mit Sekt, Blumen und einem Präsent verabschiedete an diesem Mittwoch Bürgermeister Walter Blank eine langjährige ehrenamtliche Helferin der Altheimer Bücherei: Hedwig Lautenschläger gönnt sich nach über dreißig Jahren nun wieder freie Freitagnachmittage. Von Jasmin Frank

Bislang hatte die rüstige Dame auf lange Wochenenden verzichten müssen, versah sie doch gemeinsam mit ihren Kolleginnen Rosemarie Hübner und Martha Neff regelmäßig ihren Dienst im Gustav-Schoeltzke-Haus.

Rosemarie und ich sind von Anfang an dabei. Von 1979 an war die Bücherei ja noch im Alten Rathaus untergebracht, aber schon zwölf Jahre später wurde sie hierher verlegt“, berichtet die engagierte 85-jährige, die nicht nur Enkel, sondern auch schon Urenkel zu ihrer Familie zählt: „Die kommen aber nicht hierher“, lacht sie, „die leben in Amerika. Aber weil ich schon so lange hier bin, kenne ich einige Erwachsene schon von klein auf. Früher haben sie selbst Kinderbücher ausgeliehen, heute kommen sie mit ihrem Nachwuchs.“

Sammlung von je einem Werk der Literaturnobelpreisträger seit 1901

Überhaupt sind Kinder häufige Besucher in der Bibliothek, in der über 7000 Bücher verwaltet werden. „Leider kommen die Jungen und Mädchen nach der Einschulung nicht mehr so häufig“, berichtet Rosemarie Hübner und fährt fort, „viele gehen in die Regenbogenschule, dort gibt es eine eigene Bücherei, die vor allem Sachbücher und lehrreiche Werke, beispielsweise über Verhaltensregeln, im Sortiment hat. Wir haben auch noch Kinderbücher, die einfach nur Geschichten erzählen, ohne gleich belehren zu wollen.“ Deshalb werden in Altheim auch noch viele Kinderbuchklassiker wie Heidi, Trotzkopf oder Pippi Langstrumpf entliehen. Aber obendrein gibt es für die erwachsene Leserschaft in dem kleinen Raum noch eine literarische Besonderheit: Eine komplette Sammlung von je einem Werk der Literaturnobelpreisträger seit 1901. Diese Klassiker werden zwar nicht so häufig nachgefragt wie Populärliteratur, sind aber für den Bestand einer Bücherei nach Ansicht der drei Damen außerordentlich wichtig.

Immer wieder kommen Schüler, die ein bestimmtes Werk für den Unterricht suchen. Erst vor kurzem suchte ein junger Mann das Buch ‚Im Westen nichts Neues’ von Erich Maria Remarque. Da waren wir stolz, ihm mit einem Band weiterhelfen zu können“, berichtet Hübner. Sie wird auch noch eine Weile mit ihrer Kollegin Martha Neff weiterarbeiten, während Hedwig Lautenschläger ihre neugewonnene Freizeit genießt. Ihre ersten beiden dienstfreien Nachmittage hat sie schon ausgiebig genutzt: „Ich habe Besuche gemacht, die ich schon lange habe machen wollen, für die ich aber keine Zeit hatte.“ Und wenn mal keine Stippvisite auf dem Programm steht, wird der Altheimerin sicher nicht langweilig, schließlich liest sie ja gerne, am liebsten historische Romane und Familiensagas. Und damit ihr der Lesestoff nicht ausgeht, wird sie in der kleinen Bücherei sicher noch das ein oder andere Buch ausleihen.

Quelle: op-online.de

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