„Kontakt und Zuhören - das passt zu mir“

Monika Grimm ist Münsters neue Behindertenbeauftragte

Monika Grimm ist Münsters neue ehrenamtliche Behindertenbeauftragte
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Vom Fach: Monika Grimm ist Münsters neue ehrenamtliche Behindertenbeauftragte.

Seit wenigen Wochen hat Münster eine Behindertenbeauftragte: So heißt das Ehrenamt, in das die Mehrheit der Gemeindevertreter Monika Grimm gewählt hat. Die 63-Jährige darf die Aufgabe zunächst bis zu den Hessischen Kommunalwahlen am 14. März 2021 ausüben, möchte ihr Engagement aber längerfristig anlegen.

Münster - Ursprünglich wollte die Gersprenz-Kommune einen Ansprechpartner für Behinderte – Grimm favorisiert den Begriff „Menschen mit Handicap“ – schon deutlich früher benennen. Allein: Auf die ersten Aufrufe im Juni 2019 in der Zeitung sowie auf der Gemeinde-Website hin bewarb sich niemand. Im August vergangenen Jahres folgte der zweite Aufruf; im Dezember meldete sich schließlich ein Münsterer, der das Amt übernehmen wollte.

Als es Anfang Juli in der letzten Gemeindevertreter-Sitzung vor der Sommerpause darauf hinauszulaufen schien, dass die Parlamentarier den bis dato einzigen Bewerber zum Behindertenbeauftragten ernennen würden, überraschte die CDU-Fraktion mit Monika Grimm als weiterer Kandidatin. Grimm ist parteilos, gehört aber selbst der christdemokratischen Fraktion an. In einer geheimen Wahl erhielt sie die Mehrheit, zu der auch Stimmen aus Reihen von SPD und/oder ALMA beigetragen haben müssen. Die CDU selbst ist zwar die größte Fraktion in Münster, gegenüber den beiden anderen koalierenden Fraktionen aber in der Minderheit.

Zur Entscheidung pro Grimm dürfte auch ihr fachlicher Bezug zum Thema geführt haben. Ihre beruflichen und ehrenamtlichen Qualifikationen sind umfangreich. Grimm ist diplomierte Verwaltungswirtin, inzwischen im Ruhestand. Während ihrer beruflichen Laufbahn im gehobenen Dienst war sie für die Hessische Versorgungsverwaltung tätig, etwa für das Versorgungsamt Darmstadt und das Landesversorgungsamt Frankfurt. Mehrere Jahre fungierte sie in diesem Zusammenhang als Teamleiterin im Schwerbehindertenbereich, im Innen- und im Außendienst. In Darmstadt war sie ehrenamtlich zudem die Vertrauensperson für die Schwerbehinderten.

Die Münstererin, die selbst schwerbehindert ist, bringt sich in ihrem Heimatort derweil nicht nur als Parlamentarierin ein, sondern auch als ehrenamtliche Sozialrichterin am Sozialgericht in Darmstadt (zuständig für Soziales Entschädigungsrecht und Schwerbehinderten-Angelegenheiten) und als Jugendschöffin beim Amtsgericht Dieburg. Zudem engagiert sie sich bei der Deutschen Selbsthilfe für angeborene Immundefekte, auch hier speziell im Schwerbehindertenrecht.

Neben all dem fachlichen Know-how schätzt sich Monika Grimm auch aus anderen Gründen als geeignete Ansprechpartnerin für gehandicapte Münsterer ein: „Ich denke, ich habe eine gewisse Lebensreife und bin nahbar“, sagt sie. „Der Kontakt mit Menschen und das Zuhören – das passt zu mir.“ Welche inhaltlichen Schwerpunkte ihre Aufgabe in der Gemeinde haben wird, muss sich zunächst herauskristallisieren. Kontakte pflegen, den Menschen bei Anträgen helfen, bei Bauprojekten mitreden oder einfach ein offenes Ohr haben – Beispiele in anderen Kommunen von Münsters Größenordnung zeigen, dass das Amt der Behindertenbeauftragten sehr vielfältig sein kann.

Deshalb wird Grimm im kommenden Frühjahr ihren Hut erneut in den Ring werfen. Stets im Anschluss an die Kommunalwahl muss die neu zusammengesetzte Gemeindevertretung auch den (in Münster in dieser Form bislang nicht existenten) Behindertenbeauftragten neu benennen. Grimm wird dann wieder antreten – und hätte im Falle ihrer erneuten Wahl mindestens fünf Jahre Zeit, diesen Bereich des gesellschaftlichen Lebens im Ort maßgeblich mitzugestalten. (Von Jens Dörr)

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