Interview mit Rennleiter Andreas Kropp

Moret-Triathlon: „Kaufen keine Namen ein“

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Rennleiter Andreas Kropp aus Münster gibt interessante Einblicke in die Hintergrund-Aktivitäten des Moret-Triathlons.

Münster - Kann der VfL im Ziel eine Hessenmeisterin aus den eigenen Reihen begrüßen? Wenn am 14. Juni (Starts 11.20 und 11.40 Uhr im Hardt-See bei Babenhausen) der 30. Moret-Triathlon des Leichtathletik-, Gesundheitssport- und Volleyballvereins Jubiläum feiert, dann steht in Martina Maul nicht nur eine VfL-Athletin unter Strom. Von Jens Dörr 

Auch Cheforganisator Werner Haase und Rennleiter Andreas Kropp dürften bei aller Zurückhaltung nichts gegen eine Siegerin aus Münster einzuwenden haben. Für Kropp ist Maul, die 2013 und 2014 in Darmstadt Deutsche Meisterin der Altersklassen im Sprint wurde, die Favoritin in der Frauenkonkurrenz. Sollte sie die Ziellinie als Erste überqueren, wäre sie über die Halbdistanz Hessenmeisterin und „Moret“-Siegerin in Personalunion - die Landesmeisterschaften sind in den „Moret-Triathlon“ integriert.

Seit drei Jahrzehnten ist der Wettkampf nun schon nicht mehr aus dem regionalen Sportkalender wegzudenken. Über die zwei Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer auf dem Rad durch den vorderen Odenwald und 21,1 Kilometer zu Fuß rund ums Altheimer Sportzentrum (dort wird gegen 15.30 Uhr der erste „Finisher“ im Ziel erwartet) gehen bei der 30. Auflage so viele Athleten wie noch nie auf die Strecke, die einst über Dieburgs Hausbuckel, den Mainzer Berg, auch „Moret“ genannt, führte. Darüber, über die Favoriten und die Herausforderungen, die die Organisation eines Triathlon an die Macher stellt, sprach Kropp (40), der den „Moret-Triathlon“ seit über zehn Jahren mitorganisiert und auch Sportwart des Hessischen Triathlon-Verbands ist, mit unserer Zeitung.

Dieses Jahr muss das Team des VfL Münster wohl noch mehr Verpflegung für die Sportler kaufen als je zuvor...

Wenn Sie darauf anspielen, dass wir mehr Teilnehmer als je zuvor verzeichnen - richtig! 505 Einzelstarter haben sich für den „Moret-Triathlon“ angemeldet. Das ist Rekord. Die ersten 400 Startplätze waren binnen 48 Stunden vergeben. Hinzu kommen 21 Dreierstaffeln. Bei den Einzelstartern gilt allerdings, dass erfahrungsgemäß wegen Verletzungen, Formtiefs oder Ähnlichem zehn Prozent der angemeldeten Teilnehmer nicht antreten.

Teilnehmer des „Ironman“ Frankfurt blechen für die Langdistanz 400 Euro Startgebühr. Wer beim „Moret-Triathlon“ mitmachen will, muss 75 Euro zahlen. Wie ist das im Vergleich mit ähnlichen Wettkämpfen einzuordnen?

Für einen Triathlon über die Halbdistanz mit attraktiver Strecke ist das fast unschlagbar günstig. Nur von den Startgeldern könnten wir den Wettkampf gar nicht bezahlen, holen dazu Sponsoren ins Boot. Viele unterschätzen die Kosten. Das betrifft nicht einmal in erster Linie die Sportlerverpflegung, sondern Organisatorisches. In Hessen müssen sie für die Benutzung des Waldes und der Straßen bezahlen, ein Wassergutachten einholen, für die Abschaltung der Ampeln auf der Radstrecke sorgen. Allein der letzte Punkt kostet uns an die 3 000 Euro. Bevor jetzt Bedenken mit Blick aufs Schwimmen entstehen: Der Hardt-See ist sauber.

Klingt, als gewöhne man sich an manches auch nach 30 Jahren nicht...

Ich will es mal so sagen: Die Genehmigungen mit den Behörden werden immer teurer und aufwändiger. Es gibt unzählige Auflagen. Der Naturschutz verlangt vorab etwa eine vogelkundliche Begehung der Strecke.

Zu etwas Erfreulicherem: Viele helfen, ohne etwas zu kassieren...

Wir haben wieder 180 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, nicht nur Mitglieder des VfL. Hinzu kommen die Johanniter, die DLRG, die Feuerwehr. Der HTV entsendet 14 Kampfrichter.

Bilder vom 29. Moret-Triathlon

Moret-Triathlon mit ausverkauftem Starterfeld

Wen erwarten Sie im Ziel ganz vorn? Bei den Frauen ist Martina Maul die Favoritin - und bei den Männern?

Titelverteidiger Sean Donnelly aus Dieburg fehlt. Gute Chancen haben in der Gesamtwertung Felix Haupt vom DSW Darnstadt und Jannik Öhler sowie Stefan Eichheimer vom TuS Griesheim. Bei den Männern ist es diesmal aber schwer vorherzusagen. Profis kommen meist nicht zu uns, trotz des lockenden Hessenmeister-Titels. Wir zahlen kein Start- oder Preisgeld. Dem bleiben wir treu und werden weiterhin keine großen Namen einkaufen. Bei den Staffeln ist der VfL Titelverteidiger. In der Einzelwertung haben aus Münster Tim Kreher in der M30 sowie Karlheinz Roßkopf in der M60 Chancen.

Quelle: op-online.de

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