Motorenknattern und viel Nostalgie

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Der Altheimer Odtimerstammtisch hat allerhand zu bieten - vom Roadster über den Traktor bis hin zum Motorrad.

Altheim - In Altheim gibt es einen Treffpunkt, der die Herzen von Autokennern höher schlagen lässt: den Oldtimerstammtisch im Gasthaus Zum Löwen, Babenhäuser Straße 2. Von Jasmin Frank

Etwa 15 Fahrzeugliebhaber aus Altheim und Umgebung treffen sich dort regelmäßig, um sich über ihre insgesamt etwa 30 Fahrzeuge auszutauschen.

„Es war eigentlich Zufall, dass wir uns zusammengetan haben: Ich habe einfach mal andere Oldtimerfahrer angesprochen. Und da wir ja alle ein gemeinsames Thema haben, kamen wir schnell zu losen Treffen zusammen“, erzählt Mitinitiator Horst Riedner. Sein Freund Peter Güllich lacht: „Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch im Monat, denn dann gehen die Frauen zu Cinema-Plus in den Kaisersaal und wir haben hier unseren Stammtisch.“

Im Vordergrund steht bei den Treffen die Behebung technischer Probleme, denn die betagten Fahrzeuge haben immer einmal wieder einen Defekt, der behoben werden will. Jeder der Männer kam aus anderen Gründen zu seinem Oldtimer. „Ich habe unseren Ford 12m-P4 geschenkt bekommen. Ein Bekannter, der wusste, dass ich als gelernter Automechaniker alte Autos gut reparieren kann, rief mich 1983 an und sagte, dass ich den Wagen haben könne, sonst komme er auf den Schrott“, erinnert sich Riedner. Kurz entschlossen rettete er das Auto aus dem Jahr 1966, brachte es wieder auf Vordermann und schenkte es seiner Frau als Zweitwagen. Das „P4“ steht übrigens für die vierte neue Pkw-Konstruktion der Ford-Werke Köln seit Ende des Zweiten Weltkriegs. So etwas lernt man am Stammtisch.

Mit einem alten Cabrio unterwegs genießen

Die Geschichte bei Lothar Franz, der einen Golf 1 Cabrio, Baujahr 1979, sein eigen nennt, lief anders:. „Ich habe mir das Auto vor 30 Jahren ganz normal als Jahreswagen angeschafft und dann nicht mehr hergegeben. Auch wenn ich mittlerweile noch ein zeitgemäßeres Auto habe, genieße ich es, mit meinem alten Cabrio unterwegs zu sein“, erzählt der Münsterer.

Wieder anders war es bei Gerhard Joos, der nicht nur gezielt auf der Suche nach einem Oldtimer, sondern speziell nach einem offenen Roadster gewesen war. „Das schöne Stück hier ist ein MG, Baujahr 1959, ein reinrassiger Sportwagen, er fährt bis zu 165 Stundenkilometer schnell. Ich schone ihn nicht, denn ich habe ja Spaß am Fahren und nicht daran, dass er in der Garage steht“, begeistert er sich. Joos nimmt auch regelmäßig an Rallyes teil, so auch an einer Sternfahrt anlässlich des Hessentages. „Dabei kommt es weniger auf Geschwindigkeit an, als vielmehr auf Geschicklichkeit. So gibt es verschiedene Aufgaben, die bewältigt werden müssen, unter anderem muss man mit dem rechten Hinterrad, das man ja als Fahrer selbst nicht sehen kann, parallel zu einer Holzleiste fahren“, informiert der Rüsselsheimer.

Kein Verein mit Satzung und Ämtern werden

Einige der Stammtischbrüder haben auch gleich mehrere Fahrzeuge, darunter Peter Güllich, der mehrere betagte Motorräder besitzt. „Das hier ist mein absolutes Lieblingsstück“, erzählt er mit leuchtenden Augen und schaut strahlend auf seine Ducati Baujahr 1972. „Sie hat einen Königswellenmotor und ist äußerst selten, weil sie nur in geringen Stückzahlen gebaut wurde. Außerdem ist sie sehr laut, denn eigentlich ist sie eine Rennmaschine mit Straßenzulassung“, informiert er und liefert weitere technische Details, die ohnehin unter den Altheimer Stammtischbrüdern gerne ausgetauscht werden. Fährt ein Motorrad an der Straße vorbei, wird von den Männern sofort Marke, Modell und Baujahr genannt, ohne dass dafür das Gespräch unterbrochen werden müsste.

Wer auch einen Oldtimer mit zwei oder vier Rädern besitzt, ist beim Altheimer Stammtisch gerne gesehen und kann sich an Horst Riedner, Tel.: (06071) 38182 wenden.

Doch bei aller Liebe zur Technik wird von den Oldtimerfreunden auch die Geselligkeit nicht vergessen, so unternehmen sie regelmäßig gemeinsame Ausfahrten, was bei den Passanten immer für viel Begeisterung sorgt. Doch jetzt hieß es, noch zum gemütlichen Stammtisch aufzubrechen und allen voran knatterte mit viel Getöse und Geruckel der alte froschgrüne Traktor von Peter Schneider, der sein „Fendt Dieselroß“, Baujahr 1954, von seinem Vater übernommen hat und sich damit munter von den schnittigen Oldtimern seiner Freunde abhebt.

Doch eines ist den Herren wichtig: Ein Verein mit Satzung und Ämtern wollen sie nicht werden, sie genießen die zwanglos Zeit mit ihren schönen Fahrzeugen.

Quelle: op-online.de

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