Klimakommune unterstützt Einzelhandels-Aktion / Sturmfolgen-Beseitigung

Müll vermeiden und Bäume pflanzen

Sturm „Fabienne“ hatte im September gravierende Schäden im Wald hinterlassen. Aufräum- und Wiederaufforstungsarbeiten in Münster werden sehr lange dauern und sehr kostenintensiv sein. Foto: Th. Meier

Münster – Wer kennt das nicht: Nach dem Großeinkauf, wenn alle Lebensmittel im Kühlschrank verstaut sind, bleibt ein Berg Müll – meist Plastik – zurück.

Der weit verbreitete Glaube, dass in Deutschland alles zu 100 Prozent recycelt wird, ist ein Trugschluss: Der Großteil des Abfalls wird nach Asien verschifft, wo er häufig im Meer landet. Die einzig richtige Devise lautet also, Einweg-Plastikmüll möglichst gar nicht erst zu produzieren. Denn wer Verpackungen spart, spart auch den Ausstoß des klimaschädlichen Gases CO2 ein. Möglich ist das, denn viele Lebensmittel können lose gekauft und in mitgebrachten Netzen verstaut werden. Auch immer mehr Metzgereien bieten ihren Kunden an, Wurst und Käse in eigene Behältnisse zu füllen.

Auf die Möglichkeit, nachhaltiger einzukaufen, will jetzt der Edeka Kampmann Markt mit einer ungewöhnlichen Baumpflanz-Aktion aufmerksam machen, die von der Klimaschutzkommune Münster unterstützt wird. „Ich finde es gut, dass überall ein Umdenken sichtbar wird. Besonders gut ist es, wenn der Einzelhandel durch solche Aktionen nicht nur auf das Bewusstsein der Menschen einwirkt, sondern der Klimaschutz am Ende auch umgesetzt wird“, sagt Bürgermeister Gerald Frank. Jeder Kunde, der mit eigenem Mehrweg-Netz oder Mehrweg-Box einkauft, leistet nicht nur einen Beitrag zur Müllvermeidung, sondern auch zur Wiederaufforstung des Münsterer Waldes, der durch Orkan „Fabienne“ im vergangenen Jahr stark zerstört wurde.

„Der Sturm hat in unserem Wald mehrere Schneisen der Verwüstung und einen wirtschaftlichen Totalschaden hinterlassen. Die Folgen davon werden uns und die Generationen nach uns noch über Jahrzehnte hinweg beschäftigen“, verdeutlicht der Bürgermeister das Ausmaß. „Umso dramatischer ist es deshalb, da der Wald durch die Schäden seine klimaregulierende Funktion verliert – in Zeiten von Klimawandel und häufigeren Dürreperioden ist die aber wichtiger denn je. Daher freuen wir uns natürlich über jede Unterstützung, die dazu beiträgt, dass der Wald sich regenerieren kann.“

Dass ein Umdenken beim Einkauf nötig ist, verdeutlichen auch die Zahlen: In Deutschland werden immer noch jährlich drei Milliarden Einkaufs-Plastiktüten verbraucht. Das waren im Jahr 2018 pro Kopf 37,3 Tüten. „Wir sollten uns das Ziel null Plastiktüten pro Kopf setzen“, sagt Frank.

Edeka-Chef Erich Kampmann und Bürgermeister Frank stellen die Details der Baumpflanz-Aktion bei einer Auftaktveranstaltung am Samstag, 22. Juni, von 10 bis 12 Uhr im Edeka-Markt, Darmstädter Straße 85b, vor. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.  tm

Quelle: op-online.de

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