Wiesen und Felder mit wenig Getier

ALMA warnt vor Einsatz von Glyphosat und Neonicotinoide

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Vom Beobachtungsstand des Naturschutzbundes hat man zu allen Jahreszeiten einen schöne Ausblick auf die Hergershäuser Wiesen.

Münster - Die Alternative Liste Münster, Altheim, Breitefeld macht sich Sorgen um die Insekten und andere Lebewesen, die auf den Wiesen und Feldern rund um Münster leben. Und lädt zu einer Multivisionsshow ins Kino Kaisersaal.

Die Feldwege rund um Münster laden zu wunderschönen Spaziergängen ein – zwischen Äckern hindurch und vorbei an Wiesen. Mitgliedern der Alternativen Liste Münster, Altheim, Breitefeld (ALMA) ist dabei aufgefallen, dass viele Wiesen zwar wunderschön grün sind, beim näheren Herantreten jedoch kaum Insekten, Käfer oder ähnliches Getier zu sehen oder zu hören sind. Auch die Anzahl der Vögel und deren Vielfalt sei ebenfalls schon mal größer gewesen. „Was ist los mit unserer Natur? Wo sind all die Tiere hin?“, fragt die ALMA nun in einer Stellungnahme. Und hat dafür auch gleich eine Antwort parat: Glyphosat und Neonicotinoide, zwei der am meisten verwendeten Spritzmittel in der Landwirtschaft, stehen im Verdacht, für das Verschwinden von Insekten und anderen Tieren verantwortlich zu sein.

Glyphosat, besser bekannt als der Unkrautvernichter Round-Up, das sicherlich noch bei einigen Privatleuten aufgefunden werden kann, dient zur Vernichtung von allem, was nicht wie Getreide aussieht. „Es steht im berechtigten Verdacht, beim Menschen Krebs auszulösen“, berichtet die ALMA und erinnern in diesem Zusammenhang an den deutschen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, der jüngst bei einer EU-Abstimmung einer Verlängerung der Nutzungszeit dieses Stoffes zustimmte und sich dabei auf eine vorliegende Expertise stützte, die die Gefährlichkeit dieses Unkrautvernichters negiert. „Mittlerweile wird von EU-Gremien jedoch untersucht, was es mit dieser Expertise auf sich hat und musste dabei feststellen, dass in ihr schwerpunktmäßig die Interessen der chemischen Industrie, insbesondere Monsanto und Bayer, vertreten werden“, heißt es weiter in der Stellungnahme der ALMA.

Neonicotinoide gehören zu den Nervengiften und werden in der Landwirtschaft eingesetzt gegen alles, „das da fliegt und krabbelt“, führt die ALMA aus. Es werde zum einen als Spritzmittel verwendet, das an Ackerrändern nicht halt macht und zum anderen wird Saatgut damit schon vor der Aussaat behandelt. Die Verwendung beider sogenannter Pestizide führen auf Wiesen und Feldern zu einem Massensterben von Bienen, Hummeln, Käfern, Schmetterlingen und weiteren Insekten, die zur Bestäubung von Pflanzen dringend notwendig sind. In den letzten 30 Jahren ist die Anzahl an Insekten um rund 80 Prozent zurückgegangen.

Die Münsterer Grünen und die ALMA möchten dieses Thema nicht der „großen“ Politik überlassen, sondern dort ansprechen, wo sich die Auswirkungen zeigen. „Wir möchten ins Gespräch kommen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, mit den örtlichen Landwirten, mit dem auch für Grünanlagen verantwortlichen Bauhof der Gemeinde und natürlich auch mit dem örtlichen Nabu“, sagt ALMA-Sprecher Jan Stemme. Ziel sei es, dass Leben und die Ernährung in einer intakten Umwelt auch für folgende Generationen zu sichern.

Klimakiller? Was es aus dem Auspuff bläst 

Einen konkreten Anlass, um ungezwungen mit den Münsterer Bürgern ins Gespräch zu kommen, hat die ALMA auch im Angebot. Die Umweltorganisation Greenpeace kommt am kommenden Mittwoch, 21. Februar, zu einer Stippvisite nach Münster. Genauer gesagt ins Kino Kaisersaal, Darmstädter Straße 23, mit der Multivisionsshow „Naturwunder Erde“. Um 19.30 Uhr nimmt Greenpeace-Fotograf Markus Mauthe die Gäste mit auf eine Reise zu den imposantesten Naturlandschaften des Planeten und möchte zeigen, wie wichtig der Erhalt dieser Vielfalt ist. „Ein Erlebnis für die ganze Familie“, meint Stemme. Und damit kein Besucher aufs Geld achten muss, ist der Eintritt kostenlos, teilt die ALMA mit. (nkö)

Mehr Infos und Kontakt zur Alternative Liste Münster, Altheim, Breitefeld unter www.alma-info.de oder eine E-Mail schreiben an info@alma-info.de. Oder am Mittwoch, 21. Februar, um 19.30 Uhr ins Kino kommen.

Quelle: op-online.de

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