Virus hat auch Ghana im Griff

Aminu-Initiative hilft den Ärmsten in Ghana während Corona mit Masken-Verkauf

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Familie Zaaki lebt in Münster und hilft seit 2006 mit ihrer Aminu-Initiative Ghana.

Die in Münster beheimatete Aminu-Initiative (ehemals Nima) und der „weltwärts Freiwilligendienst“ sind vor allem bekannt durch den zumeist im Frühjahr veranstalteten Ghana-Hilfe-Tag, der mit einem großen bunten Fest in der Kulturhalle gefeiert wird.

Münster – Doch auch das gemeinnütziges Engagement leidet in Zeiten von Corona. Die Welt steht Kopf, Milliarden von Menschen weltweit kämpfen gegen ein kleines Virus und in all dieser Zeit gibt es trotzdem Menschen, die im eigenen Kampf die Not der anderen nicht vernachlässigen wollen. So auch die Münsterer Anna und Amin Zaaki mit ihrem Team der Aminu-Initiative. Was vor vielen Jahren als private Initiative des Paares für die ghanaische Familie, Freunde und Nachbarn von Amin Zaaki begann, hat sich seit 2006 in einen gemeinnützigen Verein mit heute knapp 350 Mitgliedern und regelmäßigen Unterstützern gewandelt. Bis auf zwei hauptamtliche Teilzeitmitarbeiterinnen im Bereich des „weltwärts Freiwilligendienstes“ arbeiten alle anderen Mitarbeiter ehrenamtlich daran, dass die Kinder und Jugendlichen, die von den Projekten profitieren, alles bekommen, was sie brauchen.

Die Aminu-Initiative stemmt mit ihrem ghanaischen Partner insgesamt vier Bildungsprojekte. Die Projekte, die in Ghana von Mamadu Mudasiri, Amin Zaakis ältestem Bruder, geleitet werden, haben in den vergangenen Jahren eine riesige Entwicklung durchgemacht. Mudasiri trägt die Verantwortung für einen Kindergarten mit Krippe, die Günter Frey International School, das One Love Childrens Home in Tuba sowie das Junior Program in Nima/Accra.

Begonnen hat Mudasiri mit zwölf Schülern unter einem Mangobaum. Daraus ist inzwischen eine beachtliche Einrichtung für mehr als 500 Kinder und Jugendliche geworden. In Zusammenarbeit mit den Zaakis und deren Familie versucht Mudasiri immer weitere Ideen in die Tat umzusetzen, die den Kindern und Jugendlichen in Ghana bessere Perspektiven für ihre Zukunft bieten.

Auch der interkulturelle Austausch spielt eine wichtige Rolle. Seit 2009 hat die Aminu-Initiative über 80 Freiwillige in ihre Projekte entsandt, die vor Ort einen wichtigen Beitrag leisten.

Auch für die Freiwilligen, die im Herbst vergangenen Jahres nach Ghana ausgereist sind, haben die letzten Monate Spuren hinterlassen. Sie haben sich Anfang September von Freunden, Familien und ihrem gewohnten Alltag verabschiedet und in das Abenteuer Ghana gestürzt. Viele Erfahrungen konnten die acht jungen Menschen machen. Es sind interkulturelle Freundschaften entstanden und der Blick auf andere Lebensweisen hat sich verändert. Umso schwerer war es für das Team, dass sie all das, ihr Leben, an das sie sich die letzten Monate gewöhnen konnten, Mitte März aufgrund der Corona Pandemie abrupt beenden mussten.

Innerhalb von zwei Tagen hieß es für Alexander, Jule, Fenja, Sophie, Melanie, Judith, Veronika und Helena Koffer packen, sich von Kollegen, Freunden und Kindern in ihren Projekten verabschieden, Reisepapiere sichern und ab nach Hause.

Aus Sicherheitsgründen hat sich „weltwärts“ entschieden, alle Freiwilligen auf der ganzen Welt so schnell und sicher wie möglich zurück nach Deutschland zu holen, so auch die Aminu-Freiwilligen.

Seither ist für die jungen Leute einiges geschehen. Nicht nur mussten sie sich an die neue, alte Umgebung gewöhnen, selbst das stand für alle unter dem Deckmantel des Abstandes. Social Distancing auszuüben in Zeiten, in denen man sich nur zu gerne mit alten Freunden und Familie getroffen hätte, um die Erfahrungen der letzten Monate zu reflektieren, zu erzählen, war sicher keine leichte Zeit. Umso mehr freut es Anna Zaaki, dass viele Freiwillige trotzdem gerne in ihre Projekte zurück möchten, um bereits Angefangenes weiterzuentwickeln und mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort zu arbeiten.

Geholfen wird den Ärmsten mit einigen Projekten.

Wann dies sein wird, das kann zum derzeitigen Zeitpunkt niemand sagen. Sicher ist aber, dass die Initiative trotz weltweitem Corona- Chaos weiterhin junge Menschen sucht, die motiviert sind, so bald als möglich einen internationalen Freiwilligendienst in Ghana zu machen. Einige Plätze für die Ausreise im September 2020 sind noch frei und das Team um Zaaki freut sich über jeden Bewerber unter join.aminu.org.

Nicht nur die Freiwilligen mussten aus ihren Projekten abreisen. Kürzlich hatten auch die ghanaischen Kinder und Jugendlichen ihre Projekte zu verlassen und zu ihren Familienangehörigen zurückkehren. In Ghana herrschte für drei Wochen Ausgangssperre. Diese wurde zwar aufgehoben, Versammlungen sind jedoch nach wie vor untersagt und die Bevölkerung weiß nicht, wie es weitergeht. Die Ausgangssperre ist für ein Land wie Ghana, in dem viele Menschen auf engstem Raum leben, eine Katastrophe. Seit Beginn der Krise erreichen die Aminu-Initiative täglich neue Hilferufe. Durch die drastisch gestiegenen Preise können bereits jetzt viele Menschen keine Lebensmittel mehr kaufen. Die Münsterer Initiative lässt auch in dieser Situation nicht locker und hilft, wo es geht. Es werden zusätzliche Gelder für Lebensmittel benötigt, die vor Ort an die bedürftigen Familien weitergegeben werden.

Die Aminu Initiative freut sich über jeden, der sich in dieser turbulenten und schwierigen Zeit solidarisch mit den armen Ländern dieser Welt und besonders mit ihren Schützlingen in Ghana zeigt. Seit die Maskenpflicht in Hessen entschieden wurde, haben sich fleißige Unterstützer des Vereins an das Nähen von Mund-Nasen-Masken gemacht, die gegen einen kleinen Betrag zugunsten der Projekte verkauft werden. Wer eine oder mehrere dieser Stücke haben möchte, kann sich per Mail an contact@aminu.org melden. Fotos von den Masken können auf Instagram unter @aminuorg abgerufen werden. Die Masken können persönlich (kontaktlos) bei den Zaakis zu Hause abgeholt werden oder werden nach Absprache per Post verschickt.

Wer die Aminu-Initiative sonst unterstützen und spenden möchte, kann dies online unter aminu.org/en/donate/ oder auf das Spendenkonto Aminu Initiative e.V., Frankfurter Volksbank eG, IBAN: DE84 5019 0000 0007 4303 70, BIC: FFVBDEFF. 

tm

Quelle: op-online.de

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