ARThaus erfährt Rundumerneuerung

Mit großer Sause in Sanierungspause

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Steffen Huthers Gitarrengruppe demonstrierte zum Sausen-Auftakt im Ex-Sitzungszimmer des ehemaligen Rathauses, welch Blues bereits in ihr reifte.

Altheim -  Mit einer großen „Sause vor der Pause“ feierten die Betreiber, Nutzer und Freunde des Altheimer ARThauses den Start der lange erwarteten Sanierung des ehemaligen Rathauses. Der Mollerbau wird für insgesamt 330 000 Euro instandgesetzt. Von Thomas Meier 

Dafür schließt das ARThaus seine Pforten nun bis in den Herbst. Alle im Altheimer Kreativzentrum aktiven Gruppierungen beteiligten sich an der familiären Fete, die nochmals viele Besucher anzog. Konzertanten Auftakt lieferte die Gitarrengruppe rund um Steffen Huther, der mit den neun- bis zwölfjährigen Kindern und Jugendlichen zeigte, was für ein Blues in ihnen steckt. Die Spanisch-Gruppe applaudierte auch zu den rockigen Klängen, die Künstler luden zur Malaktion in einen kleinen Raum ein, dessen abzufallen drohende Tapete so eine letzte farbenfrohe Auffrischung erfuhr. Derweil versammelte sich die Spielegruppe unten ums Carrom Brett, Max Petermann vom Vereinsvorstand und der Kunstinitiative sowie Mitglieder aus der Theater-AG boten im ehemaligen Sitzungssaal leckere frisch zubereitete Nudelgerichte an, eine Salatbar war eröffnet und vom Café Hut wurden Häppchen geboten. DJ Thomas Stein legte unten an der Bar Platten auf, einige Fotografen von „momentART“ hielten alles auf ihren Fotosensoren fest – kurz: Die Mitglieder des mittlerweile 60-köpfigen Vereins bewirteten die vielen Gäste aufs Beste.

Zwar wird der „Künstlerbetrieb“ laut Bürgermeister Gerald Frank jetzt für etwa ein halbes Jahr für die Sanierungsarbeiten eingestellt, doch freuten sich die Sausen-Initiatoren darüber, in der Gemeinde solch starke Unterstützung für ihr kreatives Treiben zu haben. Petermann ehrte dies ausdrücklich in seiner kurzen Ansprache zur Pausen-Fete.

Ziel des ARThauses ist es, mit freier, künstlerischer Kreativkraft die kontinuierliche Nutzung und Belebung des Hauses zu gewährleisten. Eine Theater-, Ausstellungs-, Lesungs-, und Konzertkultur wird durch den Verein im Haus seit mittlerweile drei Jahren realisiert. Es versteht sich als generationsübergreifende, kulturelle Begegnungsstätte und bietet Möglichkeiten für spontane Projekte, Austausch und Vernetzung. Darüber hinaus ist das Haus offen für Fremdveranstaltungen, für die Räume angemietet werden können.

„Wir wissen, dass Kultur Lebensqualität schafft und identitätsstiftend ist. Darum wird sich die Erhaltung des Hauses langfristig positiv auf die Gemeinde Münster und die Region auswirken“, sagen die selbstbewussten Nutzer des 1862 als Rathaus errichteten Gebäudes, das zwischenzeitlich auch schon ein Krankenpflegezimmer für die Gemeindeschwester oder die Gefangenenzelle für Inhaftierte beherbergte und als Bücherei diente. Hier gab es Trauungen, die Gemeindewaage stand am Haus, der Leichenwagen hatte hier seine Remise. Kurz: Das Rathaus in Altheim mit seinen allerdings nur 144,7 Quadratmetern Nutzfläche war von Anfang an für den öffentlichen Gebrauch angelegt.

Es ist ein Haus für die Bürger. Die Wandlung vom RAThaus zum ARThaus wird dem in der Architektur verankerten Gedanken gerecht: ein Ort des Austausches und der Begegnung zu bleiben.

Vor zweieinhalb Jahren lehnte die damalige CDU-Mehrheit in der Gemeindevertretung das ARThaus-Konzept und damit auch EU-Fördermittel zur dringenden Sanierung des denkmalgeschützten Altheimer Rathauses ab. Jetzt fließen nach einigen Kraftanstrengungen doch noch die Mittel. Bürgermeister Frank hatte sich unverdrossen für die Subventionen der Europäischen Union stark gemacht – mit Erfolg: Der Förderausschuss hat den Zuschlag für 200 000 Euro bewilligt.

Die Gelder, die zur Sanierung des Gebäudes zugesagt wurden, werden fließen, wenn auch mit reichlich Verspätung. „Damit können wir unser historisches Erbe bewahren und vor allem für alle Altheimer zugänglich halten“, sagte Frank.

Der Bürgermeister musste vor dem Förderausschuss die Zusage geben, dass die Gemeinde mit ihrem Eigenanteil von 160 000 Euro die Maßnahmen umsetzt. Diese waren bereits im Haushalt 2017 eingeplant und bewilligt.

Saniert wurden bereits das Dach und das Türmchen, das im neuen Glanz aus luftiger Höhe strahlt. Mit der EU-Förderung und den Eigenmitteln der Gemeinde ist nun der Weg für die weitere Sanierung frei. Fenster und Fassade müssen erneuert werden, hinzu kommen Arbeiten im Innern, im Bereich Sanitär, Heizung und Energie. Insgesamt sind Kosten in Höhe von rund 330 000 Euro veranschlagt.

Nach Ausschreibungen wurden Firmen für Außenputz, Sanitär und Elektro beauftragt, sagt Bürgermeister Frank. Neue Fenster für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude seien auch in Auftrag gegeben. Ursprünglich seien die Arbeiten von April bis August vorgesehen, es könnte angesichts vollgepackter Handwerker-Auftragsbücher auch etwas länger dauern, „aber in jedem Fall wird die Sanierung in diesem Jahr abgeschlossen sein“, ist sich der Rathauschef sicher.

Quelle: op-online.de

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