Informationsveranstaltung nach Protesten wegen Baulärms

Aue-Sanierung bei 30 Millionen Euro

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Barbara Herbert, Architektin beim Kreis und Projektleiterin der Aue-Schulsanierung, erläuterte vor den Anwohnern die vier bis 2023 geplanten Bauabschnitte.

Münster - Anlieger rund um die Schule auf der Aue hatten sich in jüngster Zeit massiv über Baulärm und Verkehrsbehinderungen beschwert, weswegen der Landkreis als Bauherr zur Informationsrunde in die Gersprenzhalle einlud. Von Thomas Meier 

Vor rund zwei Dutzend Besuchern erläuterten Experten vom Da-Di-Werk, dem Eigenbetrieb für das Gebäude- und Umweltmanagement des Landkreises, was bis 2023 auf dem Schulareal noch passieren wird. Rund 30 Millionen Euro sollen bis dahin verbaut sein.
Die Begrüßung oblag Kreisbeigeordnetem Christel Fleischmann, dem Schuldezernenten, der sich als Initiator der Maßnahme outete. Und er fuhr gleich voll auf: Mit einem Volumen von mittlerweile 30 Millionen Euro sei die grundhafte Sanierung der Schule auf der Aue eine der teuersten und größten, die sich der Kreis je aufgebürdet habe. „Und glauben sie nicht, wenn jetzt nach dem ersten Bauabschnitt einige Bagger verschwinden, das wäre es schon“, nahm Fleischmann Fragen vorweg, denn „bis der vierte und letzte Bauabschnitt beendet sein wird, haben wir Ende 2023.“

Am westlichen Block der Aue-Schule sind die Betonsanierer seit längerem am Wirken. Und das macht Lärm und Schmutz.

Die Schule auf der Aue, eine Kooperative Gesamtschule, ist eingebettet in eine Einfamilienhaus-Siedlung aus den 70er Jahren. „Die weitläufige Anlage besteht aus einer clusterförmigen Kammstruktur mit einem durchgehenden Erschließungsgang und angedockten ein- bis zweigeschossigen Gebäuden, die dreiseitig Höfe umschließen“, heißt es im Ausschreibungstext für die zu vergebenden Arbeiten. Und der Kreisbeigeordnete sagt: „70er-Jahre-Schulen sind nicht problemlos.“ Die Betonqualität sei beispielsweise überhaupt nicht gut. Und weil man, wenn man schon so viel Geld in die Hand nehmen muss, auch eine moderne Architektur für eine zeitgemäßes pädagogisches Arbeiten schaffen möchte, würde die 30 Millionen Euro-Grenze wohl bis zur Endabnahme auch noch überschritten werden.

Die Beschwerden, die von den Anliegern kamen, betrafen nächtlichen Baulärm, der vom Betonieren her rührte. „Das soll nicht die Regel sein“, sagt Fleischmann, aber Abläufe auf der Baustelle erforderten manchmal solche Vorgehensweisen. Verschalungen mussten innerhalb bestimmter Zeiten verfüllt sein, damit das Gewerk gelingt. Doch vor und während jedem Bauabschnitt gebe es wohl auch solche „Sturm- und Drangzeiten“.

Bürgermeister Gerald Frank dankte dafür, dass der Kreis auf die Anwohner-Einwände so schnell reagiert habe. Froh gab er sich darüber, dass soviel Geld in den Schulstandort gesteckt werde, und noch mehr freute ihn, dass die Gemeinde bei dieser Sanierung nicht in der Drittelhaftung sei, wie sie es für die Instandhaltung der Gersprenzhalle war, deren Sanierung sich als Fass ohne Boden erwiesen hatte.

Bevor Barbara Herbert, Architektin beim Da-Di-Werk und Projektleiterin für die Aue-Sanierung, auf künftige Abläufe an der Baustelle einging, waren die Besucher an der Reihe, ihre Bedenken zu äußern. Und dies waren einige. Die Andienung der Baustelle solle nicht über die Eduard-Möricke- und Theodor-Strom-Straße erfolgen, sondern einzig über die breite Heinrich-Heine-Straße, lautete ein erster Vorschlag. Die Laster seien zu groß und schwer für die Seitenstraßen, verstopften und demolierten diese und seien laut. Die Sicherheit des Schulweges wurde hierzu von der Architektin ins Spiel gebracht. Man könne auch auf dem knapp 10.000 Quadratmeter großen Schulareal nicht alles über den Schulhof andienen.

Bilder: Kerb in Münster

Sicher müssten Müllabfuhrlaster Zufahrt ins Quartier haben, meinte Herbert zu Beschwerden, dass dies nicht immer der Fall sei. Sie mahnte auch an zu bedenken, dass durch Baustelleneinrichtungen keine Feuerwehrzufahrten blockiert werden dürften.

Weiteres Thema waren die „seltsamen Zeiten“, zu denen Betrieb auf der Baustelle herrsche. Kontinuität sei keine erkennbar, monierten einige Anlieger. Die Projektleiterin erläuterte, dass Abläufe für Außenstehende nicht so leicht zu durchschauen seien, aber alles mit System erfolge. So müssten sich Beton- mit Trockenbauern genau absprechen. Auch würden zahlreiche Gewerke vor Ort zunächst nur vermessen, dann in Fabrikationsanlagen die benötigten Fertigteile zusammengebaut, die später angeliefert und endmontiert würden.

Die Anlieger erfuhren, dass im August zum ersten Bauabschnitt ein Teil der Fassade des derzeit in Arbeit befindlichen Blocks zugebaut werde, wann die Dachabdichtung beginnt und mehr. Gegen Ende der Veranstaltung dankten die Anlieger für die umfassenden Erläuterungen und regten an, solche Infoveranstaltung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Fleischmann erläuterte, dass der Kreis zwar seit zehn Jahren in großem Stil Schulen saniere, doch es noch nie zu einer solchen Veranstaltung gekommen sei. Dennoch werde man in Kontakt bleiben: „Wenn was ist, melden Sie sich.“ Jederzeit stehe das Da-Di-Werk für Gespräche bereit, Auskünfte zum Bausstatus gebe es auch vierteljährlich aktualisiert im Internet.

Quelle: op-online.de

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