Humorvolles Stück mit Tiefgang

+
Ob Souffleuse oder Darsteller: Die jugendlichen Akteure proben mit viel Begeisterung und Engagement ihr Stück „Traumpaar“

Münster - Das Münsterer AueTheater bringt „Traumpaar“ auf die Bühne. Die Proben für die große Vorstellung laufen auf Hochtouren.

Die Eltern trennen sich, die Kinder leiden – ein altbewährtes Muster. „In unserem Theaterstück wird der Fokus neu ausgerichtet, hier wird auch die Sicht der Eltern berücksichtigt, sie erklären ihr Verhalten und sie begegnen ihren Kindern auf Augenhöhe“, erklärt Lehrer Andreas von der Heyden. Gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Schumann leitet er das AueTheater und das mit viel Engagement, das weit über Stundenregelungen und Mindestverpflichtungen hinausgeht.

Und eines wird deutlich: Wo Vorbilder zeigen, was Enthusiasmus und Einsatz bedeuten, ziehen Jugendliche voller Begeisterung mit. „Wir proben zwei Mal in der Woche und legen auch Probewochenenden ein, damit unsere Aufführung richtig gut wird“, erzählt Michelle Bornhöft, die als Cindy auf der Bühne zu sehen sein wird. Ihr Partner ist Marek Frank, der wie alle anderen Darsteller seit Wochen Text lernt und noch eine weitere Herausforderung zu bewältigen hat: Er spielt Ricky, einen Jugendlichen, der stottert.

Der Zwiespalt der Eltern

„Das Stück erzählt die Geschichte des 15-jährigen Ricky und seiner großen, geheimen Liebe Cindy. Die beiden leben unbemerkt glücklich miteinander auf dem Dachboden der elterlichen Wohnung, schauen nächtelang Will-Smith-Filme und diskutieren über Gott und die Welt. Nur wenn Ricky mit Cindy spricht, verschwindet sein großes Handicap – das Stottern“, fasst der junge Schauspieler den Beginn des Stücks zusammen. Durch die Trennung der Eltern droht das Geheimnis des Traumpaares aufzufliegen, denn die Mutter verlässt die Familie und der Vater will mit seinen Kindern von Berlin nach München umziehen. Paul Galli, der seit vielen Jahren beim AueTheater aktiv ist, hat die Rolle des Vaters übernommen und erzählt: „Das Lernen des Textes ist jedes Mal die gleiche Vorgehensweise. Die Verinnerlichung der Rolle ist jedoch bei jedem Stück anders. Hier wird der Zwiespalt gezeigt, in dem sich Eltern manchmal befinden: Sie lieben ihre Kinder und machen gleichzeitig aus deren Sicht viele Fehler.“ Das AueTheater mit seinen Jungschauspielern, die teilweise schon vielfältige Bühnenerfahrung mitbringen, ist nicht die einzige Gruppe an der Schule auf der Aue, die sich mit der großen Aufführung in der Münsterer Kulturhalle beschäftigt: Die Bühnenbild-AG ist für die Gestaltung der Szenerie verantwortlich, die Technik-AG übernimmt Ton und Beleuchtung und die Siebtklässlerin Klara Bussalb begleitet das Stück am Klavier.

Darüber hinaus haben die Jungen und Mädchen T-Shirts gestaltet, das Theaterheft erstellt und Anzeigen dafür geworben. „In den letzten Jahren waren die beiden Ausstellungen in der Regel immer ausverkauft, es lohnt sich also, sich rechtzeitig Karten zu besorgen“, rät von der Heyden.

Wer das abwechslungsreiche Theaterstück am Freitag, 6. Juni, und Samstag, 7. Juni, jeweils um 20 Uhr nicht verpassen möchte, kann sich ab Mai in der Schule auf der Aue und im „Spieltrieb“ Münster mit Eintrittskarten versorgen. Diese beinhalten auch gleich das Theaterheft, das über das Stück und seine Darsteller informiert.

Theater der Schule auf der Aue, „Traumpaar“ frei nach Zoran Drvenkar, am Freitag, 6. Juni, und Samstag, 7. Juni, jeweils um 20 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro. Der Kartenvorverkauf startet im Mai.

(st)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare