Eindringlicher Appell aller Fraktionen / Erst sieben von 40 Prozent des Quorums erreicht

„Münster braucht den Glasfaser-Anschluss“

Auch Frank Spenkoch wirbt für den flotten Glasfaseranschluss im Beratungscontainer.
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Auch Frank Spenkoch wirbt für den flotten Glasfaseranschluss im Beratungscontainer.

Die Politiker der Gemeinde sehen die Kommune in Bezug aufs schnelle Internet von einigen Nachbarn abgehängt und entschlossen sich zu einer seltenen, weil einmütigen, fraktionsübergreifenden Aktion: Sie richten an die rund 15 000 Einwohner einen eindringlichen Appell, vom Angebot der Deutschen Glasfaser und der Entega AG auf einen baldigen Glasfaseranschluss Gebrauch zu machen. Auf dass bald wieder die Eigenwerbung auf der Homepage stimme, die da lautet: „Die Gemeinde verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur.“

Münster – Den Bürgern wird im Aufruf verdeutlicht, dass eine schnelle, stabile Internetverbindung in der modernen Gesellschaft immer wichtiger wird: „Kaum etwas hat uns das je so deutlich vor Augen geführt wie aktuell die Corona-Krise: Viele Menschen arbeiten im Homeoffice, geschäftliche und private Treffen haben sich angesichts von Kontaktbeschränkungen ins Internet verlagert, Schulunterricht findet teilweise digital statt und es wird so viel online eingekauft wie nie zuvor. Die Corona-Pandemie wird irgendwann vorbei sein, doch die digitale Kommunikation wird weiter wachsen.“

Immer mehr Lebensbereiche dehnen sich auf die virtuelle Welt aus, so die Kommunalpolitiker, „ob mit Video-Sprechstunden beim Arzt oder beim Aufbau der digitalen Verwaltung, die Bürger so manchen Behördengang ersparen kann.

Die Gemeinde habe aktuell die einmalige Chance, den Anschluss an diese digitale Zukunft zu finden, werben die Politiker für die privaten Anbieter. Während die „klassischen“ Internetanschlüsse auf Basis von Kupferleitungen angesichts von immer weiter steigenden Datenmengen früher oder später an ihre Grenzen stoßen würden, sichere die Glasfaser-Technologie Highspeed-Internet für Jahrzehnte.

In der Handlungsaufforderung heißt es: „Gemeinsam mit der Deutschen Glasfaser und der Entega AG hat die Gemeinde Münster die idealen Partner dafür gefunden. Doch damit der Ausbau beginnen kann, brauchen wir die Unterstützung von Ihnen, den Münsterer Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden: Nur wenn sich 40 Prozent der Haushalte in Münster, Altheim und Breitefeld für einen Glasfaser-Anschluss entscheiden, ist der Weg für den Ausbau frei. Und nur während dieser Phase der Nachfragebündelung wird der Anschluss ans Haus kostenlos verlegt – normalerweise kostet der mindestens 750 Euro.“

Nicht nur Wohneigentümer profitierten von diesem seit Mitte Oktober offerierten Angebot und könnten den Wert ihrer Immobilie erheblich steigen, auch für Mieter in Mehrfamilienhäusern sowie Gewerbetreibende gebe es passende Lösungen, befinden unisono die Unterzeichner.

Und die Politiker malen düstere Wolken aufs Münsterer Firmament: „Sollten wir das Quorum bis zum 18. Dezember 2020 allerdings nicht erreichen, werden sich die Unternehmen aus Münster zurückziehen und wir hätten diese Gelegenheit verpasst, die so schnell nicht wiederkommen wird. Deshalb appellieren wir, der Gemeindevorstand der Gemeinde Münster, der CDU-Gemeindeverband Münster, der SPD-Ortsverein Münster, die Alternative Liste Münster Altheim Breitefeld (ALMA), der FDP-Ortsverein Münster sowie der Gewerbeverein Münster, gemeinsam an alle Bürgerinnen und Bürger: Ziehen wir alle zusammen an einem Strang, um unsere Gemeinde zukunftsfähig zu machen. Sagen Sie bis spätestens 18. Dezember 2020 Ja zum Glasfaser-Ausbau.“

Namentliche Unterzeichner sind Bürgermeister Joachim Schledt, Marcus Milligan als Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbands, SPD-Ortsvereinsvorsitzende Karin Kreher, Gerhard Bonifer-Dörr als Vorsitzender der ALMA, Jörg Schroeter als Vorsitzender des FDP-Ortsvereins sowie die Vorsitzende des Gewerbevereins, Hiltrud Schäfer. (Von Thomas Meier)

Es besteht Interesse an Beratung, zu Pandemiezeiten gar im Freien, nur mit den Abschlüssen für den Glasfaseranschluss hapert es noch.

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