Wegeausbau entlang der Munastraße

Breitefeld besser per Rad anbinden

+
Bereits vorhanden wäre die Radanbindung Münster-Breitefeld über Feld- und Wirtschaftswege, die teilweise entlang des Stiegelgrabens und unter der B 45 hindurch führen. Doch ist sie länger als der direkte Weg entlang der Munastraße.

Münster - Der Ortsteil Breitefeld soll auch per Fahrrad besser an Münster angebunden werden. Deshalb gab die Gemeindevertretung eine Untersuchung in Auftrag, wie dies am besten via Radweg umzusetzen ist. Von Thomas Meier 

Heute Abend soll beschlossen werden, parallel zur Munastraße über die B 45 den teilweise angelegten Radweg fortzusetzen . Rund 620.000 Euro will sich die Gemeinde dies kosten lassen.

Das Vorhaben des Radwegeausbaus ist ein altes. Das Parlament hat bereits Ende 2015 die Herstellung eines Radweges entlang der Munastraße beschlossen. Das Ingenieurbüro Hermann Schäfer wurde mit einer Variantenuntersuchung für verschiedene mögliche Radwegtrassen beauftragt. Zwei Möglichkeiten nahmen die Experten unter die Lupe: Variante eins ist eine indirekte Streckenführung parallel zum Stiegelgraben über bereits vorhandene und auszubauende Wege, Variante zwei die direkte Führung von Breitefeld nach Münster entlang der Munastraße.

In den jüngsten Ausschusssitzungen votierten nach den Beratungen die Politiker für Variante zwei, die mit Gesamtkosten von rund 620 000 Euro deutlich teurer kommt als Variante eins mit gut der Hälfte. Der kürzere Weg erfordert Baukosten in Höhe von rund 500.000 Euro, die Beleuchtung taxieren die Ingenieure mit rund 120.000 Euro. Vom Breitefeld via vorhandenem Radweg gen Freizeitzentrum und entlang des Stiegelgrabens nach Münster zu radeln geht ja bereits, hier schlügen sich Baukosten von 85.000 Euro nieder, plus Kosten für Beleuchtung von 240.000 Euro.

Die Rampe im Zuge der Munastraße über die B 45 ist der Knackpunkt für den Radwegebau, der die Umsetzung der kurzen Wegevariante verteuert. Vor und nach der Verkehrsüberführung gibt es Radwege, auf der Überführung selbst nicht.

„Als Variante zwei ist die parallele Streckenführung zur Munastraße auf der kompletten Länge zwischen den beiden Ortsteilen zu betrachten“, heißt es im Gutachten. Aus Richtung Breitefeld kommend liegt sie auf der Straße bis vor die B 45. Ab dem Knick der vorhandenen Trasse sei ergo der Neubau eines parallelen Zweirichtungsradweges auf der Südseite der Munastraße erforderlich. Parallel zur Kfz-Fahrbahn, aber kürzer und steiler, müsse eine Rampe auf die Brücke hergestellt werden. Die Brückenkappen seien umzubauen und die Auto-Fahrbahn muss nach Norden „geschoben“ werden. So sei südlich ein Zweirichtungsradweg realisierbar, erklärt das Ingenieurbüro.

Östlich der B 45 böte sich eine neue Trasse südlich einer bestehenden Baumreihe an; der Sicherheitstrennstreifen könne in Form eines Grünstreifens mit Baumreihe hergestellt werden. In diesem soll die Entwässerung von Straße und Radweg erfolgen.

Rund 100 Meter nordwestlich des Stiegelgrabens trifft die Neubautrasse auf einen vorhandenen Weg, der allerdings nur eine Breite von zwei Meter aufweist. Er sei laut Gutachten um einen Meter zu verbreitern.

Eine etwas abgespeckte Variante wäre denkbar, indem man den Radverkehr auf der vorhandenen Asphaltfahrbahn über die Brücke führt. Am Fuß der Brückenrampe müssten die Radfahrer in Fahrtrichtung Breitefeld die Kfz-Fahrbahn queren. Der vorhandene Asphalt müsste um 40 Zentimeter auf sechs Meter verbreitert werden, sodass ein Sicherheitsstreifen für Radfahrer von 1,50 Meter und eine Zwei-Richtungs-Fahrbahn für Kraftfahrzeuge von 4,50 Meter Breite markiert werden können. „Der Sicherheitsstreifen ist bei dieser Variante nur für die Steigung möglich, auf der Gefällstrecke benutzen Kfz und Radfahrer die Fahrbahn gemeinsam“, heißt es im Untersuchungsgutachten.

Im Fazit der Expertise heißt es: „Im Bestand ist eine großteils ausreichend dimensionierte Radwegverbindung zwischen den beiden Ortsteilen vorhanden. Auf teilweise gemeinsam mit Kraftfahrzeugen genutzten Abschnitten ist aufgrund der relativ geringen Verkehrsstärke das Defizit in der Breite tolerierbar. Wenn man eine Verbreiterung der Fahrbahn auf das gemäß Richtlinie erforderliche Mindestmaß für den Begegnungsfall Radfahrer/Pkw andenkt, dann bietet sich der Ausbau des vorhandenen Weges parallel zum Stillgraben an. Mit geringen Zusatzkosten kann dort eine Führung der Radfahrer mit weniger Begegnungsfällen erreicht werden.“

Die kürzeste, aber kostspieligste Variante besteht in der Herstellung eines Zwei-Richtungs-Radweges parallel zur Munastraße. Hierfür ist allerdings die Zustimmung von Hessen Mobil für den erforderlichen Umbau der Brücke notwendig.

Für die Baumaßnahme existieren zwei Fördermöglichkeiten über Hessen Mobil. Die Bauabteilung soll beide Förderanträge parallel stellen mit dem Ziel, in eine reinzukommen. Für den Förderantrag wird auch ein Bedarfsnachweis mit der dazugehörigen Verkehrszählung benötigt. Man dürfte also schon bald „gezählt“ werden auf der Munastraße.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare