Bürgerstiftung: Über 80 000 Euro Vermögen

Anfang war schwerer als gedacht

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Günter Willmann, Joachim Müller und Günter Huther (von links) bilden den Vorstand der Bürgerstiftung Münster. 

Die Bürgerstiftung Münster besteht seit zehn Jahren und ist nicht mehr wegzudenken. Doch der Anfang gestaltete sich schwierig. 

Münster - Die Bürgerstiftung Münster ist längst ein wichtiger Ansprechpartner geworden, wenn in der 14 000-Einwohner-Kommune samt seiner Ortsteile Altheim und Breitefeld kulturelle, ortsbildprägende sowie der Bildung, Geschichtsforschung oder dem Umweltschutz dienende Projekte finanzielle Unterstützung suchen. 

Inzwischen hat die Stiftung ein Jahrzehnt auf dem Buckel und verfügt über ein stattliches Vermögen. Der Anfang gestaltete sich allerdings weitaus schwieriger als gedacht.

Daran erinnert sich der Altheimer Günter Willmann, der gemeinsam mit Günter Huther und Joachim Müller den Stiftungsvorstand bildet. Anstoß zur Gründung, die erst Jahre später erfolgen sollte, war 2006 der Wunsch, die Finanzierung des Heimatmuseums langfristig zu sichern. „Für den Start musste ein Mindestkapital von 50 000 Euro erreicht werden“, blickt Willmann zurück. „Das war schwieriger als zunächst gedacht.“

Das Interesse der Münsterer am Museum sowie seinen Ausstellungen und Aktionen sei aber schon damals groß gewesen, zudem habe die Gemeindevertretung die Stiftungsgründung befürwortet. 2008 nahm diese richtig Fahrt auf, schon damals mit Willmann (an der Seite von Alfred Oswald) im Vorstand und mit dem damaligen CDU-Bürgermeister Walter Blank als Vorsitzendem des Stiftungsbeirats. Blank ist bis heute im Amt, ebenso sein Stellvertreter Kai Herd, der Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins (betreibt das Museum) ist. 2012 folgte in personeller Hinsicht die Erweiterung des Vorstands auf drei Personen.

Mit Blick aufs Finanzielle startete die Stiftung in ungünstigen Zeiten. „Die Finanzkrise war nicht gerade von Vorteil“, sagt Willmann rückblickend. „Auch die Münsterer und Altheimer spürten sie damals, was nach der Gründung für mögliche Zustiftungen und Spenden eher Gegenwind bedeutete.“ Die wirtschaftlichen Bedingungen sollten sich freilich bessern: „Der Stiftungsstock ist in den zurückliegenden zehn Jahren kontinuierlich angewachsen“, freut sich Günter Willmann. Aus den anfangs 50 000 Euro sind inzwischen knapp 74 000 geworden. Mit freien Rücklagen beläuft sich der Betrag sogar auf mehr als 80 000 Euro.

Das zweite Problem im Finanzmanagement der Bürgerstiftung ist derweil auf aktuelle Marktgegebenheiten zurückzuführen: Die Stiftungsarbeit sollte vor allem von den Erträgen aus dem vorhandenen Vermögen leben – was wegen sehr niedriger Anlagezinsen derzeit aber schwer beizubehalten ist. „Nur durch den Erlös aus eigenen Veranstaltungen und durch Spenden können wir die Stiftungsarbeit aufrecht erhalten“, betont Willmann.

Umso höher ist es zu bewerten, dass die Stiftung weiter jährlich zwei bis drei Projekte mit meist um die 2 000 Euro Gesamtvolumen fördern kann (siehe auch Infokasten). „In den zehn Jahren sind deutlich mehr als 20 000 Euro in die unterschiedlichsten Projekte von Vereinen und Organisationen geflossen“, erläutert Willmann. Für die nächsten Jahre hat man sich vorgenommen, weitere Stifter zu gewinnen und eine wohltätige, politisch wie finanziell unabhängige Institution bleiben.   Von Jens Dörr

Quelle: op-online.de

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