Gemeinde Münster: Bauhof überlastet

CDU kritisiert ungepflegte Grünanlagen

Den Zustand der Grünanlagen und Friedhöfe in Münster beklagt die CDU, die Gemeinde verweist auf widrige Begleitumstände.
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Den Zustand der Grünanlagen und Friedhöfe in Münster beklagt die CDU, die Gemeinde verweist auf widrige Begleitumstände.

Die CDU im Ort gibt sich „erstaunt über das derzeitige Erscheinungsbild“ der kommunalen Grünflächen der Gemeinde und fordert umgehende Abhilfe. Die Verwaltung erklärt, die nötigen Wässerungen während der anhaltenden Trockenheit sowie Astbruchgefahr hätten den Bauhof die vergangenen Wochen viel Zeit gekostet.

Münster - „Der derzeitige Pflegezustand unserer gemeindlichen Grünflächen wie beispielsweise am Bahnhofsplatz, auf und rund um die Friedhöfe sowie auf verschiedenen Parkflächen und vor den gemeindlichen Mehrfamilienhäusern ist höchst unbefriedigend“, schreibt die CDU. Und erklärt, aufgrund der Vielzahl der Grünflächen und des im Sommer notwendigen und intensiven Pflegeaufwands sei der gemeindliche Bauhof in den vergangenen Jahren von Fremdfirmen unterstützt worden. Er könne diese Arbeiten ohne fremde Unterstützung aufgrund des Umfangs schlichtweg nicht alleine bewältigen, so die beiden Vorsitzenden von Fraktion und Gemeindeverband, Thorsten Schrod und Marcus Milligan. Dennoch fragen sie: „Warum aber befinden sich die gemeindlichen Grünflächen dann derzeit in einem derart unbefriedigenden Zustand?“

CDU Münster kritisiert „unkontrollierte Ausgabenpolitik“

Sie geben auch eine Antwort: „Aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde wurde die Vergabe an Fremdfirmen mit dem Haushalt 2020 eingeschränkt oder ganz gestrichen.“ Eine „unkontrollierte Ausgabenpolitik“ von Bürgermeister, SPD und ALMA fordere nun erste, spürbare Einschränkungen. Vor genau solchen Folgen habe die Union in Haushaltsdebatten immer wieder gewarnt und Vorschläge zur Begrenzung der Ausgaben unterbreitet. Leider vergebens, bemängeln die Kritiker.

Es könne nicht angehen, dass die Bürger aufgrund der bestehenden Straßenreinigungssatzung dazu verpflichtet seien, an ihr Grundstück angrenzende Wege und Plätze zu reinigen und die Gemeinde diesen Aufgaben nicht nachkomme und ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht werde. Die CDU werde sich umgehend dafür einsetzen, dass die Grünflächen der Gemeinde wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht werden.

Extreme Trockenheit gefährdet Bäume in Münster

„Beim Bauhof hat sich in den vergangenen Monaten jede Menge Arbeit angestaut“, erklärt die Verwaltung auf Nachfrage hierzu. Dies habe mehrere Gründe: „Aufgrund der Trockenheit muss sehr intensiv gewässert werden. Dies kostet viel Zeit. Aktuell besteht aufgrund der Trockenheit auch ein höheres Risiko für Astbrüche bei Bäumen.“ Trotz regelmäßiger Baumkontrollen könne solch ein Astbruch nicht sicher vorhergesagt werden, daher bitte die Gemeinde auch um erhöhte Vorsicht.

„Wir spüren zudem auch ein Jahr später immer noch die Nachwirkungen von Sturm Fabienne, da die Zerstörungen so erheblich waren, dass auch hier noch nicht alle Schäden aufgearbeitet werden konnten“, heißt es aus dem Rathaus. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die Gemeinde mitten in der Corona-Pandemie stecke. „Im März/April waren einige Mitarbeiter des Bauhofs, die zur Risikogruppe gehören, vom Dienst freigestellt oder die Arbeitsabläufe mussten so umorganisiert werden, dass das Infektionsrisiko minimiert wurde. Auch dadurch haben sich Aufgaben angestaut, die noch nicht vollständig abgearbeitet werden konnten.“

Bürgermeister Gerald Frank danke dem gemeindlichen Bauhof für sein großes Engagement unter diesen widrigen Bedingungen und bitte alle Bürger angesichts dieser doch besonderen Herausforderungen um Verständnis. Von Thomas Meier

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