Privat-Audienz bei Volker Bouffier

„Burning Heart“ für Volker Bouffier

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CDU-Neumitglieder im Landkreis Darmstadt-Dieburg durften Volker Bouffier (rechts) vor seiner Rede persönlich kennenlernen. Auch von den fünf Neumitgliedern in Münster saßen welche mit dem hohen Gast aus Wiesbaden am Tisch.

Münster - Neue Mitglieder der CDU bekommen vor Europa-Rede in Münster eine Privat-Audienz beim Landesvater. Von Michael Just 

Der Landesvater kommt, hieß es Freitagabend für Münsters Christdemokraten. Dass sich mit Ministerpräsident Volker Bouffier ein „großkopferter“ Politiker zum Europawahlkampf in der Gemeinde ankündigte, ließ sich schon an dem Polizeiaufgebot am Eingang zur Kulturhalle und an den zahlreichen Mitgliedern der Kreisunion, die mit ihrer Armbinde als Ordner gekennzeichnet waren, erkennen.

Der hohe Besuch aus Wiesbaden war der guten Kooperation des CDU-Gemeindeverbandes mit dem Kreisverband zu verdanken. „Wir hatten uns schon bei der Bundestagswahl um einen hochrangigen Politiker bemüht“, erzählt Münsters CDU-Vorsitzender Thomas Heinz auch mit Blick auf die Dieburger Nachbarn, die letztes Jahr mit Wolfgang Schäuble aufwarten konnten.

Der enge Terminkalender viele Politiker führte aber dazu, dass sich man sich in Münster gedulden musste. „Jetzt hat‘s geklappt“, sagt Sebastian Seelbach von der Kreisunion, auch deshalb, weil man dem Bürgermeisterkandidaten Udo Beutler Vorschub leisten wolle.

Rund 200 Interessierte

Die gepanzerte Limousine von Bouffier fuhr schon frühzeitig an der Kulturhalle vor. Ein Grund lag darin, dass der neue Generalsekretär der CDU-Hessen, Manfred Pentz (Groß-Zimmern), einen Austausch mit CDU-Neumitgliedern aus dem Landkreis vorbereitet hatte. Wer von diesen 65 Personen nach Münster kam, durfte in einem Nebenraum mit dem „MP“, wie Bouffier von zahlreichen Christdemokraten nur kurz genannt wurde, ein wenig schnacken. In der Halle hatten sich derweil rund 200 Interessierte versammelt. Die meisten dürften, wie bei solchen Veranstaltungen üblich, CDU-Mitglieder und weit weniger unentschlossene Wähler gewesen sein.

Neben Bouffier standen zudem CDU-Kreisvorsitzender Gottfried Milde, der Europaabgeordnete Manfred Gahler, Bürgermeisterkandidat Udo Beutler und Landtagsmitglied Manfred Pentz am Rednerpult. Das Hauptaugenmerk galt aber dem Ministerpräsident. Sein Einlaufen wurde mit dem Titel „Burning Heart“ von Survivor unterlegt, dem Soundtrack zum Boxerfilm Rocky.

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In seiner Rede gab sich Bouffier dann alles andere als angriffslustig gegenüber dem politischen Gegner. Sachlich und gelöst konzentrierte er sich darauf, die Vorteile Europas für Deutschland darzulegen und kritische Stimmen gegen die EU zu widerlegen: „Wir brauchen die EU, um die deutsche Tüchtigkeit auf einem großen Markt zu verkaufen.“ Dabei erinnerte er an Firmen wie Merck und Pirelli um die Ecke, die zu 70 und 80 Prozent vom Export lebten. „Es kann keinem in Deutschland egal sein, wie sich Europa entwickelt“, konstatierte Bouffier, der jeden zum Urnengang aufforderte. Während die Schwesterpartei CSU offen Vorbehalte gegen Brüssel hegt, präsentierte sich der Politiker aus Wiesbaden als ausgesprochen europafreundlich. Wie er heraushob, mache ihm derzeit der in vielen Ländern aufkommende Nationalismus Sorgen. Mit Blick auf die Ukraine sprach er sich für den Erhalt von Frieden, Freiheit und Recht im europäischen Kontext aus. „Europa ist nicht das Paradies, aber es gibt kaum einen Platz, wo sich besser leben lässt“, so der „MP“ zum Abschluss.

Quelle: op-online.de

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