Münster, Dieburg und Babenhausen zu den B26-Ausbauplänen

Drei Bürgermeister gegen drei Spuren

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Münster - Zu einem ausgesprochen lebhaften politischen Treffen wurde die Sitzung des Münsterer Ausschusses für Planung, Bauen und Umwelt (BPU) am Montagabend.

Dafür sorgte, dass nicht nur über zwölf Pappeln an Wirtschaftsweg Auf dem Sand gesprochen wurde, sondern auf Antrag der CDU auch über das Thema Fiege und auf Begehr von ALMA und Wunsch SPD über das Thema B 26.

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Letzteres mündete allerdings nicht in eine generelle Aussprache. In seinen abschließenden Miteilungen verlas Bürgermeister Walter Blank ein aktuelles Schreiben, das er und seine Amtskollegen Gabi Coutandin (Babenhausen) sowie Werner Thomas (Dieburg) formuliert und am Montag an Hessen Mobil geschickt haben. Anlass zu solcher Gemeinsamkeit war eine Antwort der Verkehrsplanungsbehörde des Landes auf einen 2010 formulierten Wunsch der Gemeinde Münster, bei der Neuplanung der B 26 auf aufwändige Brücken- und Rampenbauwerke zwischen Münster und Altheim zu verzichten und die Bundesstraße stattdessen eine neue Trasse längs der Bahnlinie Dieburg-Aschaffenburg zu prüfen.

Antwortschreiben liegt seit 19. Dezember vor

Das Antwortschreiben liegt seit 19. Dezember vor. Grund genug für SPD-Gemeindevertreter Edmund Galli, Bürgermeister Blank der „Informationsverschleppung“ zu zeihen, zumal der Inhalt des Hessen-Mobil-Schreibens bereits von der Presse verbreitet worden sei. Blank bestätigte die Berichterstattung: Die Trasse an der Bahn werde aus naturschutzrechtlicher Sicht deutlich ungünstiger beurteilt als die bisherige Planung.

Da sich die Sache nun schon seit Jahrzehnten hinziehe, sei diese Antwort nun für die Vertreter der drei betroffenen Anrainer-Kommunen Anlass zu einem Treffen und der Formulierung einer gemeinsamen Position gewesen. Wie aus Blanks Bekanntgabe hervorging, halten er, Coutandin und Thomas einen dreispurigen Ausbau für überflüssig. Für Münster wird auf einen Verzicht der Rampenbauwerke in der Nähe von Altheim plädiert. Dafür sollen möglichst bald Lärmschutzmaßnahmen längs der vorhandenen Strecke für die Altheimer geschaffen werden, „die in den vergangenen Jahrzehnten mit immer mehr Verkehrslärm belastet wurden“. Außerdem soll eine bessere Anbindung des Sport- zentrums im Westen des Ortsteils an die Bundesstraße geschaffen werden, vorzugsweise durch einen Kreisverkehrsplatz, „der auch Besuchern aus dem Osten ein gefahrloses Abbiegen ermöglicht“. Kreisverkehrsplätze werden von den Bürgermeistern auch für die anderen Knotenpunkte vorgeschlagen. Schließlich plädiert Blank für eine „Querungshilfe“ zwischen Altheim und Münster, eventuell in Form einer Fußgängerbrücke.

Von der Dieburger Sicht kündet indes der Wunsch, eine direkte Anbindung des Dieburger Dreiecks an die B 45 zu sichern. Deutlich hörbar waren im Ausschuss die Unkenrufe, die einen Zusammenhang zwischen dem Verzicht auf einen dreispurigen Ausbau und dem Bau eines Logistik-Zentrums auf dem Dreieck und der damit verbundenen Befürchtung einer Zunahme des Schwerlastverkehrs auf der B 26 herstellten. Dass ausgerechnet der Dieburger Bürgermeister, der an der Spitze der Logistik-Befürworter steht, zum Repräsentanten der Bürgermeister-Initiative erkoren worden ist, war für SPD-Mann Galli Anlass zu der Feststellung: „Da ist der Bock zum Gärtner gemacht worden.“

sr

Quelle: op-online.de

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