Allein rund 200 Einsätze in Münster

„So tobte noch kein Sturm“

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„Fabienne“ ließ auch in Eppertshausen Bäume stürzen ...

Münster/Eppertshausen - Dächer wurden in Reihe abgedeckt, Bäume fielen im Sturm in großer Zahl um. Von Thomas Meier 

... und Gartenhütten durch die Lüfte wirbeln.

Es gab Unfälle: 150 Einsätze beschäftigten Münsters Wehr zwischen Sonntag 17 Uhr bis 4 Uhr am Morgen, in Eppertshausen waren 40 Einsätze am Sonntag zu absolvieren und die Wehrmänner halfen in Münster. Die Nacharbeiten liefen gestern seit dem frühen Morgen. Der erste Herbststurm leistete ganze Arbeit.
Durch das Orkantief Fabienne, das am Sonntag Nachmittag über den Landkreis zog, mussten bis in die Abendstunden über 520 Einsätze von Feuerwehr, Technischen Hilfswerk und Sanitätsdienst abgearbeitet werden. Als erste Feuerwehr wurde die aus Weiterstadt um 16.44 Uhr alarmiert, es folgten dann im Minutentakt alle Feuerwehren von den 23 Kommunen mit ihren Stadt- und Ortsteilen. Schwerpunktmäßig waren die Kommunen Münster, Babenhausen, Eppertshausen, Schaafheim und Weiterstadt betroffen.

„Der erste Anruf erreichte uns um 17 Uhr, dann stand das Telefon nicht mehr still“, sagte Michael Sühl, Pressesprecher der Feuerwehr Münster. Das Positive zur Ereignis vorab: Es gab trotz der Unzahl an Einsätzen keine Verletzten zu beklagen. Aber: „Ein Unwetter in solch einem Ausmaß hatten wir in Münster noch nie.“

Bis um 4 Uhr am Morgen kämpften die Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und der Johanniter-Unfall-Hilfe in Münster. Alles in allem über 200 Einsatzkräfte. „Dann gönnten wir uns eine kurze Pause“, sagt Sühl, doch um 6.30 Uhr bereits begannen die nächsten Einsatztermine, knapp 40 an der Zahl, um Nachschäden aufzunehmen und Hilfe zu leisten.

Gefühlsmäßig, so der Feuerwehrmann, seien auf jedem zweiten Dach im Ort Ziegel kaputt gegangen. Eine Schadensübersicht konnte gestern noch nicht gegeben werden. Nur soviel ist sicher: „Wir wissen nicht, wann wird damit fertig sein werden.“

Größter und gefahrvollster Einsatz war wohl der in der Frankfurter Straße. Direkt neben dem Eiscafé Venezia wurde bei einem alten Haus das Dach nahezu komplett abgedeckt. Ziegel und Dachlatten krachten auf die Hauptstraße. Bruchstücke flogen bei den hohen Windgeschwindigkeiten wie Geschosse auf weiten Strecken durch die Gegend. Die Straße war unpassierbar, das Haus ist nun unbewohnbar.

Alle vorhandenen Hubrettungsgeräte der Feuerwehren waren im Dauerbetrieb. Drehleitern wurden ausgefahren, die Bäume dort zu kappen, von wo aus die Bruchstücke größte Gefahr bedeuteten. Die Polizei wusste nicht, an welche Brennpunkte sie zuerst eilen sollte, so viele Alarmierungen erreichten sie gleichzeitig. Gefahrguteinsätze waren abzuarbeiten, hatte es doch auch Hallen erwischt, in denen gefährliche Substanzen lagern. Brandmeldeanlagen riefen die Helfer ebenfalls zum Einsatz.

Sturmtief „Fabienne“: Schäden in Südhessen in Bildern

In Eppertshausen kämpfte Bürgermeister Carsten Helfmann selbst als Feuerwehrmann an vorderster Front mit. Münsters Bürgermeister Gerald Frank besah sich in seinem Ort die Schäden. „Im Einsatz sind weit über 800 ehrenamtliche Einsatzkräfte von allen Hilfsorganisationen“, hieß es aus dem Landkreis. Landrat Klaus-Peter Schellhaas und Kreisbrandinspektor Heiko Schecker machten sich in verschiedenen Städten und Gemeinden ein Bild von der Lage vor Ort.

Schulleiterin Nicole Sabais unterm Sturmschaden im Rektorat.

Schlimm hatte es auch die John-F.-Kennedy-Schule erwischt: Ein Gebäudeteil wurde auf einer großen Fläche seines Daches beraubt. Wasser drang in die Schule ein, ausgerechnet das Rektorat war betroffen. Doch am frühen Abend war klar: Hier wird schon aus Sicherheitsgründen am Montag kein Unterricht stattfinden.

Quelle: op-online.de

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