Erstes Bierfest für Doaschde

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Immer eine Herausforderung: der Fass-Anstich. Bürgermeister Walter Blank (mit Hammer) zeigte sich geübt, konnte aber kurz darauf eine Fontäne nicht verhindern.

Münster - Berlin und Hannover haben es, Offenbach auch, und Andechs oder Kulmbach sowieso - ein Bierfest. Nun ist Münster ebenfalls in jenem Kreis dabei, der dem Gerstensaft als immer wieder hoch gepriesenes deutsches Kulturgut mit einem eigenen Fest huldigt. Von Michael Just

Am Samstagabend eröffneten Bürgermeister Walter Blank, sein Nachfolger Gerald Frank, FSV-Vorsitzender Peter Samoschkoff, AGV-Vorsitzender Manfred Löbig, der Gebietsleiter der Schmucker-Brauerei Thorsten Heckmann sowie Getränkemarkt-Vertreter Marko Pfletschinger mit dem obligatorischen Fassanstich das erste „Minsderer Bierfest“. Am Anlegen der Schürze hatten der alte und der neue Bürgermeister zuvor gut getan, da eine kleine Fontäne aus der oberen Öffnung des Fasses in der „VIP-Runde“ für einen kurzen Augenblick den Fluchtinstinkt auslöste.

Das neue Bierfest ruft, mit Blick auf das erfolgreiche Weinfest von SV und MGV, nur bedingt eine Überraschung hervor. Fast scheint es, als wollen FSV und AGV, die die lokalen Pendants im Sport- und Gesangsbereichs darstellen, damit eine Antwort geben. „Reinhold Krikser, der zweite Vorsitzende der FSV, singt bei uns. Deshalb haben wir uns schon öfter gefragt, ob wir nicht mal was zusammen machen wollen“, erklärte AGV-Vorsitzender Manfred Löbig. Da schon ein Weinfest existiere, sei deshalb eigentlich nur ein Bierfest übrig geblieben.

Blank stimmt in Lobgesang ein

Der Start am Samstagabend um 18 Uhr war im Vorfeld mit Zweifeln verbunden, die perfekte Uhrzeit gewählt zu haben. Der gute Zuspruch machte diese Bedenken aber wieder wett. Als Kooperationspartner fungierte eine große Brauerei aus dem Odenwald, die immerhin 18 verschiedene Biere produziert. Als gute Idee erwies sich, neben dem klassischen Weizen- oder Pilsangebot, die Bierprobe, bei der die Besucher für 5,50 Euro sechs kleine Gläschen mit verschiedenen Brauspezialitäten verkosten konnten. Darunter waren Sorten wie Märzen, Schwarz-, Keller- oder Landbier. Durch die Konzentration auf eine Brauerei blieb die ganz große Bierfalt, etwa mit Produkten aus anderen Ländern oder weiterer bekannter Hersteller, aber aus. „Unsere Partner-Brauerei hat uns sehr gut unterstützt. Deshalb nahmen wir ausschließlich deren Produkte ins Angebot“, erklärte Löbig, stellte aber in Aussicht, dass sich das in Zukunft ändern kann.

Mit dem Fest war natürlich die Frage verbunden, inwieweit Münster ein Bierfest braucht. Schließlich wird Bier ohnehin bei den meisten Feierlichkeiten gezapft und getrunken. Am Samstag fielen die Antworten deutlich pro Bierfest aus. „So was hat Münster noch nicht gehabt“, sagt Ottmar Jakob (68). Anderer Besucher lobten die Förderung der Geselligkeit im Ort, die positive Zusammenarbeit zweier Vereine oder die „sommergerechte Offerte“.

Bürgermeister Walter Blank stimmte in den Lobgesang ein: „Für mich ist Bier nicht das Wichtigste auf der Welt, trotzdem kommt ihm eine gewisse Bedeutung zu“, sagte er. Er wies darauf hin, dass die gesundheitliche Empfehlung für Männer 0,75 Liter und für Frauen 0,5 Liter pro Tag betrage. Da dies für ein Bierfest nicht allzuviel sei, könne man mal etwas mehr trinken und dafür die nächsten Tage abstinent leben, so Blank schmunzelnd. Die Unterhaltung und die Gemütlichkeit bezeichnete er als die wichtigste Komponente des Festes.

Am Samstagabend wollten die Verantwortlichen mit dem DJ Duo Wicked Wilz vor allem das jüngere Publikum anziehen. Das kam zu später Stunde und belegte einen großen Teil der Sitzgarnituren. Um halb drei gingen die letzten Gäste. Der Regen auf Sonntag schuf keine guten Voraussetzungen zum Frühschoppen mit einem halben Dutzend Chören aus der nahen Umgebung. Trotz kühler Temperaturen wurde kräftig gesungen und der Mittagstisch genutzt. Mit dem Trinklied „Ein Bier macht den Durst erst schön“ erwies der Liederkranz-Frohsinn aus Eppertshausen eine passende Stückauswahl.

Dennoch: Bis auf die großen Werbebanner der Brauerei, der kleinen Bierproben und der Bierolympiade mit Torwandschießen, Eisstockfassschießen und Bierkrug-stemmen, unterschied sich das Bierfest nur wenig von Festen herkömmlicher Prägung. Der Vorstand von FSV und AGV zeigte sich mit der Premiere aber trotzdem sehr zufrieden. Mit kleinen Verbesserungen soll 2015 das zweite Bierfest steigen. Die Ansprüche präsentieren sich dabei als gehoben: So legten die Organisatoren das Bierfest dieses Jahr bewusst auf jenes Wochenende, an dem früher das Altstadtfest oder das Doaschde-Fest war. „Wir haben durchaus im Sinn, uns als Ersatz zu etablieren“, so FSV-Vorsitzender Peter Samoschkoff.

Quelle: op-online.de

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