Etwa 400 begeisterte Zuschauer verfolgen in der Kulturhalle das MGV-Konzert „Gesang hoch 3“

Neue Qualitätsstufe erklommen

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Mit von der Partie war auch der Projektchor „Future Vox“, der mit Ira Balgheim und Conny Zell zwei Solistinnen stellte.

Münster - Ein Verein, drei Chöre: Der MGV Münster bot bei „Gesang hoch 3“ dem Regenbogenchor, dem Projektchor „Future Vox“ und dem Männerchor eine Bühne. Diese wussten auch zwei Solistinnen aus den eigenen Reihen zu nutzen. Von Peter Panknin 

Mathematik und Musik sind zwei der ältesten Wissenschaften überhaupt. Ihre Zusammenhänge, Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden seit Jahrhunderten untersucht und diskutiert. Noch nicht seit Jahrhunderten, sondern „erst“ seit 1845 besteht der Männergesangverein Münster. Mit dem Titel des aktuellen Programms „Gesang hoch 3“ wollte der Verein auch keine weitere Diskussion um die Zusammenhänge von Mathematik und Musik anzetteln, er sollte lediglich darauf hinweisen, dass an diesem Abend alle drei Chöre des Vereins aktiv mitwirken werden. Auch wurden drei musikalische Richtungen angekündigt: Schlager, Klassik und Kirchenmusik.

Zwei der drei agierenden Chöre bei „Gesang hoch 3“: Der Männerchor unter Leitung von Dirk Schneider und der Regenbogenchor unter der Leitung von Theresia Uglik.

Etwas mehr als 400 Veranstaltungsbesucher waren gespannt darauf, was denn nun geboten wird. Den Anfang machte der Kinderchor des MGV mit dem Scorpions-Titel „Wind of Change“. In die Begeisterung der Zuhörer startete Lothar Pistauer seine Begrüßung des Publikums und ernannte aus Freude über die erfahrene Zustimmung alle Besucher zu Ehrengästen. Die Zukunft scheint gesichert.

Damit auch in dieser auf Tradition gebaut werden kann, möchte der MGV seine noch aus der Zeit der Gründung des Vereins stammende Fahne restaurieren lassen, ein teures Unterfangen für den Verein, daher seine Bitte um Spenden am Ausgang. Die muntere Schar der jungen Akteure um Dirigentin Theresia Uglik, am Klavier begleitet von Stefan Braun, löste mit den weiteren Beiträgen wie „Feuerwerk“ und „Up up up“ wahre Stürme der Begeisterung aus.

Eine Premiere beim MGV hatten die nunmehr die Bühne betretenden Melanie Ursprung und Torsten Rudolph, beide Aktive bei „Future Vox“ beziehungsweise im Männerchor, als Moderatoren des Abends. Sie leiteten über zur ersten Solistin des Abends, Ira Balgheim. Sonst in den Reihen von „Future Vox“ aktiv, trug sie das Chanson „On Ira“ vor. Die französische Sängerin Zaz schrieb dieses Lied 2013 und feiert damit Erfolge. Von der französischen Sprache wechselten die Liedtexte ins Schwedische. „Uti var hage“, so lautet der Titel des schwedischen Volksliedes, dass der Männerchor in schwedischer Sprache und im Satz von Hugo Alfvén interpretierte.

Bevor es in die Pause ging, wiesen die beiden Moderatoren im von Flugbegleitern bekannten Stil auf die Ausgänge in Richtung Speisen und Getränke hin. Zuvor, also vor der Pause, gab es zwei Premieren beim Männerchor in einem Auftritt. Erstmalig als Terzett wirkten Jochen Richter, Gerald Bergauer und Matthias Anders im ebenfalls erstmalig vom MGV vorgetragenen „Ave Maria“ mit. Dieses „Ave Maria“ kam im klassisch erscheinendem Gewand daher, wurde aber von einem neuzeitlichen Komponisten geschrieben. Der 1906 in Pursruck (Oberpfalz) geborene Franz Biebl verfasste dieses Werk im Jahr 1964 für Männerchöre. Andächtiges Zuhören war in der Kulturhalle Münster zu beobachten, nicht enden wollender Beifall folgte dem Liedvortrag des Männerchores.

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Mit der Erweiterung seines Repertoires um dieses „Ave Maria“ hat der MGV Münster eine weitere Qualitätsstufe erklommen. Der Dirigent des Ensembles, Dirk Schneider, freute sich sichtlich über den Erfolg. In der Pause darauf angesprochen, schloss er eine weitere Ergänzung des Repertoires um kirchliches Liedgut nicht aus. Selbst ein Kirchenkonzert scheint im Augenblick denkbar.

Nach der Pause ging es beschwingt weiter mit den Stimmen des Chorensembles von „Future Vox“, begleitet von Stefan Braun am Flügel. Auch diese Liedvorträge erhielten großen Beifall, insbesondere Lieder wie „Happy together“ von den „Turtles“ und „So lang man Träume noch leben kann“ von der Gruppe „Münchner Freiheit“.

Die Premieren nahmen kein Ende, denn mit „Bedingungslos“ von Sarah Connor trat Conny Zell aus der Formation „Future Vox“ erstmalig und erfolgreich als Solistin bei einem MGV-Konzert auf. Der Solistin folgten wieder die Mannen des MGV und kredenzten „Griechischen Wein. Nach dem „Kriminaltango“ hieß es Abschied nehmen. Passend zu den Präsenten, die an zu ehrende Mitwirkende übergeben wurden, ertönte dann „Alkohol“ von Herbert Grönemeyer. Langer und herzlich gegebener Beifall führte zur Zugabe „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.

Eine neue Liebe haben wohl auch die Gäste in der Kulturhalle gefunden, denn nur wenige verließen die Räumlichkeiten nach dem Konzert. Die Meisten folgten der Einladung von Lothar Pistauer und blieben zu einem Schwatz mit den Sängern.

Quelle: op-online.de

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